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Keine Veränderungen auf der Straße

10 km-DM-Titel an Eich und Zaituc – Kathrin Weßel vom SCC Berlin Zweite - TV Wattenscheid und LG Braunschweig Mannschaftsmeister

15.09.2003

Das Fazit der deutschen 10 km-Straßenlauf-Meisterschaft ließe sich kurz und knapp auf den einfachen Nenner bringen: Mit Carsten Eich und Luminita Zaituc sind die deutschen Halbmarathonmeister von Burghaslach auch sechs Monate später die Titelträger auf der 10 km-Distanz auf dem schnellen Citykurs in Troisdorf. Und eine weitere Parallele drängt sich auf, die der Marathonorientierung. Sprachen im Frühjahr (fast) alle von den bevorstehenden Marathonstarts, so sind es nun für einen Großteil der Erstplatzierten die anstehenden Herbstmarathonläufe in Berlin, Köln oder Frankfurt.

Die Monate zwischen diesen beiden Titelkämpfen dürften unsere Leistungsträger am liebsten schnell vergessen wollen, denn im “Tal der Tränen“ platzte so manche der gehegten WM-Hoffnung. Sechs Monate sind ins Land gegangen, die Motivation und die Angriffslust ist vielerorts wiedergekehrt. Und das ist gut so, denn was wäre unsere weltweit anerkannte Laufszene mit einer Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen ohne heimische Leistungsträger.

Es ist schon ein Novum in der jungen Geschichte der deutschen 10 km-Meisterschaften, denn innerhalb von nur drei Jahren organisierte die Troisdorfer LG nun schon zum zweiten Male diese Titelkämpfe. Und für den Troisdorfer Bürgermeister Manfred Uedelhoven kann dies auch in diesem Rhythmus so weiter gehen. “Troisdorf ist ein sportbegeisterter Flecken. Ich könnte mir diese Meisterschaften hier alle drei bis vier Jahre vorstellen. Wir sind dazu bereit!“ Der Deutsche Leichtathletik-Verband sollte dies als eine frohe Kunde aus dem Nordrhein aufnehmen, zumal die Strecke bei den Athleten bestens ankommt. Gerade auf den Straßendistanzen und aber auch im Crosslauf hängt vieles von einer intakten Infrastruktur ab, ob eine Meisterschaft neben einer attraktiven Strecke bei den Läufern ankommt. Regelungen nach dem Rotationsprinzip sollten für diese Disziplinen über Bord geworfen werden, um den Stellenwert derartiger Titelkämpfe zu steigern. In Troisdorf jedenfalls hat man dies prächtig verstanden.

Meisterschaftsrekorde durch Eich und Braunschweigs Frauen

“Die deutsche Bestenliste kann nach den Titelkämpfen in Troisdorf neu geschrieben werden“, freute sich Thomas Eickmann, der im Verbund mit TLG-Leichtathletik-Chef Helmut Buß die Organisationsfäden in den Händen hielt. “Natürlich haben wir auch Dusel mit dem Wetter!“ Ein Blick in die Ranglisten verdeutlichen dies eindrücklich. Nicht nur, dass Carsten Eich und Luminita Zaituc, Susanne Ritter und Birte Bultmann im Teamverbund der LG Braunschweig für neue Meisterschaftsrekorde sorgten. Denn das sollte freilich kein (ausschließliches) Kriterium für den Stellenwert einer Meisterschaft sein. Vielmehr dürften die flotten Endzeiten im Männerbereich eher den neuen Schwung im Laufbereich vermitteln, der sich in zarten Ansätzen in Troisdorf offenbarte. Allerdings ist dies auch ein Resultat der Terminkonstellation, die sich für viele der leistungsorientierten Läufer zu Beginn der Herbsthöhepunkte als weitgehend ideal erwies.

Carsten Eich: “Fast wieder der alte.....!“

Bei den Männern drückte Carsten Eich vom Start weg auf das Tempo, das mit 14:05 unverhältnismäßig flott ausfiel, die Konkurrenz mit Embaye Hedrit, Titelverteidiger Carsten Schütz und Oliver Dietz, Martin Beckmann und Alexander Lubina nicht weit zurück. “Das war natürlich nicht optimal. Eigentlich wollte ich den anderen in der Spitzengruppe eher etwas weh tun. Aber nach 180 Wochenkilometern wurde aber auch für mich die zweite Hälfte etwas zäh!“ Mit 28:34 Minuten lief schließlich der Leipziger im Trikot der LG Braunschweig im Alleingang so schnell wie seit 1998 nicht mehr. “Ich bin fast wieder der alte....“ kommentierte Carsten Eich sein Resultat, aber auch vor dem Hintergrund der guten Vorstellungen bei seinem Halbmarathonsieg in Klagenfurt in 1:03:31 oder dem über 10 km bei der Bewag City-Nacht in Berlin. “Diese 28:34 kann man stehen lassen, aber alle Planungen sind auf den Köln-Marathon ausgerichtet. Dort möchte ich nämlich die Olympianorm für Athen laufen!“ Konsequent hat Eich dieses Ziel im Verbund mit seinem Coach Axel Krippschock vorbereitet und in zweimal in der Höhe von St. Moritz fleißig trainiert. “Ich weiß, dass ich jetzt wieder richtig angreifen kann!“ Beim DLV wird man solche Töne mit einer gewissen Erwartungshaltung registrieren, denn gerade im Marathonbereich ist kräftiger Nachholbedarf angesagt.

Marathon ist zwar für den Meisterschaftszweiten Oliver Dietz derzeit noch kein Thema, doch der Gerbrunner liebäugelt nach einigen guten Saisonleistungen mittelfristig schon mit der längsten Olympiadistanz. “Mit 28:54 habe ich heute schon gezeigt, was ich drauf habe“, freute sich der BWL-Student, der nach einigem Klausurenstress den Augustmonat zum Aufbau offensichtlich genutzt hat. “Das ist immerhin absolute Bestzeit!“ Während Oliver Dietz einen schnellen Halbmarathon sucht, haben sich Martin Beckmann und Sebastian Bürklein längst entschieden, wo sie ihr Leistungsvermögen unter Beweis stellen möchten: Anfang Oktober beim Köln-Marathon. Trotz Eich und Dietz reichte es aber für den Mannschaftssieg nicht. Mit dem kurzfristig eingesprungenen Matthias Strotmann hatte die LG Braunschweig dreißig Sekunden Rückstand auf den TV Wattenscheid mit Carsten Schütz, Alexander Lubina und Sebastian Bürklein.

Luminita Zaituc: “Keinen Druck!“

Dagegen gab es bei den Frauen ein Titelfestival für die Braunschweiger. Luminita Zaituc meldete sich nach längerer Wettkampfpause in guter Form zurück und kam nach Belieben zum klaren Sieg in 33:23 Minuten vor Kathrin Weßel und ihrer Teamkollegin Susanne Ritter. Mit der Siebten Birte Bultmann liefen die Braunschweigerinnen mit 1:41:44 zum überlegenen Mannschaftserfolg vor der LG Domspitzmilch Regensburg. “Ich wollte den Titel erfolgreich verteidigen“, erläuterte Luminita Zaituc ihre erfolgreiche Renntaktik, “man kann nicht jede Woche an die Grenzen gehen!“ Auch wenn sie vor Wochenfrist beim Düsseldorfer Kö-Lauf mit 32:14 um über eine Minute schneller war, zeigte sie sich mit ihrem Auftritt zufrieden. Ich trainiere praktisch erst wieder seit Juli und dafür ist der Leistungsstand ordentlich. Wo ich tatsächlich stehe, das werde ich bei der Halbmarathon-WM Anfang Oktober in Vilamoura wissen“ erläuterte sie ihre nächsten Vorstellungen.

Während Luminita Zaituc keine unmittelbaren Marathonpläne (“Ich möchte jetzt noch keinen Druck haben, eine Entscheidung möchte ich nach der WM treffen!“) hegt, ist die Zweite Kathrin Weßel nach eigener Einschätzung für den 30. real,- BERLIN-MARATHON gut gerüstet. “Das Ergebnis zeigt, dass ich nicht schlecht drauf bin. Natürlich hoffe ich auf ein besseres Rennen als im Vorjahr, auch wenn ich dabei deutsche Meisterin geworden war!“ Ganz in Richtung Cross ist hingegen Susanne Ritter orientiert, die nach einer völlig verkorksten Saison mit dem Troisdorfer Auftritt (“Ein Unterschied wie Tat und Nacht“) wieder hoffnungsvoll in die nächste Zukunft blicken kann. Hinter den Medaillenrängen gab es Hausrekorde am Fließband für Carmen Siewert, Manuela Zipse und Michaela Schedler, die damit wie auch der wegen Verletzung einige Zeit pausierende Terefe Desaleng zum Juniorentitel laufen könnte.

Wilfried Raatz

Ergebnisse: Deutschen 10 km-Straßenlauf-Meisterschaften in Troisdorf (14.9.):

Männer: 1. Carsten Eich (LG Braunschweig) 28:34, 2. Oliver Dietz (LG Brunschweig) 28:54, 3. Embaye Hedrit (LAC Quelle Fürth/ München/ Würzburg) 29:10, 4. Carsten Schütz (TV Wattenscheid) 29:17, 5. Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) 29:21, 6. Alexander Lubina (TV Wattenscheid) 29:39, 7. Sebastian Bürklein (TV Wattenscheid) 29:41, 8. Dominik Burkhardt (Eintracht Frankfurt) 29:50, 9. Terefe Desaleng (Eintracht Frankfurt) 29:54, 10. Christian Güssow (TV Wattenscheid) 29:55 – Mannschaften: 1. TV Wattenscheid 1:28:17, 2. LG Braunschweig 1:29:03, 3. TV Wattenscheid II 1:31:26. Frauen: 1. Luminita Zaituc (LG Braunschweig) 33:23, 2. Kathrin Weßel (SCC Berlin) 33:48, 3. Susanne Ritter (LG Braunschweig) 33:57, 4. Carmen Siewert (LG Vorpommern) 34:04, 5. Manuela Zipse (LC Rothaus Breisgau) 34:09, 6. Michaela Schedler (LTF Marpingen) 34:13, 7. Birte Bultmann (LG Braunschweig) 34:24, 8. Ines Cronjäger (LG Hannover) 34:39, 9. Ellen Schöner (LG Domspitzmilch Regensburg) 35:03, 10. Nicole Güldemeister (SC Potsdam) 35:04 – Mannschaften: 1. LG Braunschweig 1:41:14, 2. LG Domspitzmilch Regensburg 1:48:05, 3. SCC Berlin 1:49:09.

Alle Ergebnisse unter: www.troisdorfer-lg.de


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