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Deutsche Läufer zweimal auf Rang drei

Überraschung bei der Berglauf-World-Trophy in Girdwood/ Alaska: Männer und Juniorinnen halten mit der Weltelite mit

22.09.2003

"Endlich einmal eine positive Nachricht aus dem Laufbereich", freute sich Otto Klappert in seiner Funktion als Leiter der Arbeitsgruppe Laufen beim DLV. "Die beiden Bronzemedaillen der Männer und Juniorinnen sind wichtig für den DLV, insbesondere aber für die Langstrecke!" In der Tat, die deutsche Mannschaft überraschte bei der Berglauf-World-Trophy im Alyeska Resert in Girdwood in Alaska mit einer kämpferisch überzeugenden Leistung, vor allem deshalb, weil entsprechend nach dem festgelegten Turnus die Strecke heuer bergauf-bergab führte, die beim Deutschen Leichtathletik-Verband aus gesundheitlichen Gründen eher nachrangig behandelt wird. „Besonders wertvoll ist natürlich der dritte Rang der Männer, vor allem deshalb, weil dieser gegen Nationen errungen wurde, die im Cross- und Berglaufen ihre Stärken haben!“ rückte DLV-Berglauf-Chef Wolfgang Münzel die Bedeutung der Medaillengewinne ins rechte Licht. Mit Helmut Schiessl, Markus Jenne, Timo Zeiler und Max Frei wuchsen die d eutschen Läufer über sich hinaus und sicherten sich mit 67 Punkten hinter den einmal mehr überlegenen Italienern (24) und England (48) unerwartet Rang drei vor der Schweiz (69) und Frankreich (91). Das überaus positive Auftreten des DLV-Teams komplettierten die Juniorinnen mit Lisa Reisinger und Juliane Döll, die zum Auftakt am ersten Meisterschaftstag mit 13 Punkten hinter Slowenien (7) und England (9) noch vor Titelverteidiger Türkei (16) für den ersten Paukenschlag sorgten.

Helmut Schiessl: Vom Ultraläufer zum Berglauf-Ass Das Männerrennen entwickelte sich nach den überraschenden Schneefällen im Alyeska Resert im attraktiven Skigebiet in Girdwood zum Krimi. Die Italiener, die am ersten Meisterschaftstag ohne Medaillen geblieben waren und somit erheblich unter Druck standen, drückten kräftig auf das Tempo, um zum achtzehnten Male in Folge die Teamwertung gewinnen zu können. Vor allem Marco di Gasperi und der die beraufführende Europameisterschaft gewinnende Marco Gaiardo waren auf der steilen Bergaufpassage bereits in Front, dahinter der erst 21jährige Österreicher Florian Heinzle, der Schweizer Bergauf-bergab-Spezialist Alexis Gex-Fabry – und zur Überraschung schon die Deutschen mit einem blendend aufgelegten Helmut Schießl, dicht gefolgt von Markus Jenne und Timo Zeiler. An dieser Rennkonstellation sollte sich auch nach der Zweidritteldistanz nichts ändern. Auch wenn Helmut Schiessl von drei Bergabspezialisten noch auf Rang acht abgedrängt wurde, freute sich der 31jährige gemeinsam mit der DL V-Mannschaft über die erste „top ten“-Platzierung bei einem Bergauf-bergab-Championat. „Das war nur geil“, entfuhr es dem Buchendorf schlammverspritzt im Ziel, mit Blick auf die offenen Schnürsenkel an beiden (!) Schuhen. Eine erstaunliche Wandlung des einstigen Ultraläufers in weniger als nur zwei Jahren zum Weltklasseläufer im Berglauf-Bereich, der heuer mit Rang zehn beiden (bergaufführenden) Europameisterschaften und nun mit Rang acht bei der World-Trophy den internationalen Anschluss geschafft hat. Nur wenig später waren mit Markus Jenne (14.) und dem nicht minder starken 22jährigen Timo Zeiler (18.) schon zwei weitere DLV-Starter im Ziel. Jubel im Team, als auf Rang 27 der bergabwärts mächtig aufholende Max Frei der deutschen Mannschaft den Bronzeplatz mit zwei Punkten vor der Schweiz sicherte, die sich heuer ganz auf die in der Westschweiz angesiedelten Läufer stützten.

Berglauf-Chef Münzel: „Optimal für die Juniorinnen“ „Das ist ein nahezu optimales Ergebnis für unsere Juniorinnen“, freute sich Berglauf-Chef Wolfgang Münzel im Verbund mit Mannschaftsführer Franz Geigl. Auf schwierigem, durch die erst morgens einsetzenden Schneefällen noch tückischer werdenden steilen Terrain im Wintersportgebiet Alyeska Resort kamen Lisa Reisinger und Juliane Döll auf dem ungewohnten Bergauf-bergab-Parcours glänzend zurecht. Mit einer taktisch klugen Renneinteilung und den Rängen sechs und sieben schufen sich die beiden Nachwuchsläuferinnen eine glänzende Ausgangsposition für die Teamwertung. Hinter Slowenien (7) und England (9) gab es mit 13 Punkten diesmal die Bronzemedaille, nachdem es auf dem Bergaufkurs in Innsbruck hinter der Türkei schon Silber gegeben hatte. Die Türkinnen unterlagen übrigens den beiden Youngsters Lisa und Juliane im Kampf um Bronze um drei Punkte.

IAAF stellt Berglauf mit Cross-Country gleich Auch wenn die Organisatoren um das noch aktive Berglaufass Brad Precosky trotz schwieriger Bedingungen eine eindrucksvolle Veranstaltung in Girdwood, eine knappe Autostunde von Anchorage entfernt, im nördlichsten US-Bundesstaat Alaska zustande brachten, brodelte es einmal mehr hinter den Kulissen der Berglaufszene. Einmal mehr könnten die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Weltverband WMRA und den Grand-Prix-Veranstaltern mit ihrem Sprecher Bibi Anfang, der am 5. Oktober am Hochfelln in Bergen das Grand-Prix-Finale ausrichten wird, zum Zerwürfnis werden, das gerade erst vor einem Jahr in Innsbruck mühsam gekittet schien. Einerseits hatte der WMRA-Congress die finanzielle Zuwendung für die Prämienausschüttung gestrichen, andererseits möchte der Berglauf-Weltverband aber weiterhin die Federführung bei der Durchführung des attraktiven Berglaufserie für sich reklamieren. „Da ist dringend Handlungsbedarf geboten “, mahnt der für die IAAF vor Ort weilende Otto Klappert die stre itenden Parteien. Dem drohenden Zwist die Spitze zu nehmen, hat sich das WMRA-Präsidium kurzfristig dann doch noch zur Zahlung der knapp 2000 Dollar entschieden. Ob dies auf Dauer jedoch zur Befriedung der Parteien ausreicht, das werden die Sitzungen auf Arbeitsebene zeigen müssen. Dem in Anchorage bestätigten WMRA-Council gehört wie bisher Wolfgang Münzel als Competition Director an. Für Klappert ist die Position des Berglaufes seit dem IAAF-Kongress-Entscheid von Paris deutlich gestiegen. „Das wird den Berglauf mächtig nach vorne bringen!“ glaubt Klappert, beindruckt von dem zweitägigen Weltchampionat in Alaska.

Melissa Moon wie 2001 In Abwesenheit der bei den Weltmeisterschaften in Paris startenden russischen Titelverteidigerin Svetlana Demidenko setzte sich mit Melissa Moon die Siegerin der bergauf-bergabführenden Strecke im italienischen Arta Terme von 2001 in überzeugender Manier durch und verwies mit geliehenen überaus griffigen Laufschuhen auf der langen Bergabpassage die bis zur Alyeska-Seilbahn-Bergstation führenden Schottin Angela Mudge, die Siegerin der World Trophy in Bergen (2000), noch deutlich auf Rang zwei. Da mit Tracey Brindley die Teamkolegin von Angela Mudge auf Rang drei folgte, war der Teamerfolg mit Lyn Wilson (18.) der im britischen Fell-Running gestählten Läuferinnen nicht mehr zu nehmen. Die stark auftrumpfenden Österreicherinnen verpaßten um lediglich einen Punkt die Silbermedaille. Gut hielt sich als einzige deutsche Starterin Stefanie Buß auf Rang 23.

Slowenien triumphiert bei den Junioren Die beiden Juniorenwettbewerben wurden zu einem Triumpfzug für die Slowenen und hier für die Geschwister Mitja und Mateja Koseovelj, die als Sieger der Junioren bzw. Dritte der Juniorinnen den Grundstock für die beiden Teamerfolge der jungen Berglaufnation legen konnten. Die Junioren des DLV konnten die Steilvorlage der Mädchen freilich kaum wiederholen, blieb dennoch mit Rang acht im Rahmen der Erwartungen. „Rang sechs wäre ohne weiteres machbar gewesen“, bedauerte Berglaufchef Wolfgang Münzel den „Einbruch“, denn der 5000 m-Jugendmeister Heiko Baier mußte schon mit erheblichem Rückstand vor der Bergstation das Rennen aufgeben und der anfangs stark mithaltende Markus Enders büßte mit Magenkrämpfen und einer Gehpause wertvolle Plätze ein.

Auch wenn der weltbeste Bergaufläufer Jonathan Wyatt zur Unterstützung der neuseeländischen Kandidatur zur Ausrichtung der World Trophy 2005 nicht vor Ort die Werbetrommel rühren konnte, weil er kategorisch die im Jahreswechsel stattfindenden Bergauf-Bergab-Rennen meidet, meldete sich die World Trophy-Siegerin von 2001 Melissa Moon in ihrer sympathischen Weise bei der Präsentation zu Wort, verhalf Neuseeland zu einem klaren 16:9 Abstimmungssieg gegen den englischen Bewerber Keswick – und legte am darauffolgenden Tag mit einem überlegenen Sieg auch die sportlichen Argumente nach. „Für die weitere internationale Entwicklung des Berglaufes halte ich die Entscheidung für Neuseeland für wichtig“, begrüßte der für Berglauf in der IAAF zuständige Kommissionschef Otto Klappert das klare Votum für den fünften Kontinent.

Wilfried Raatz

Ergebnisse: 19th World Mountain Running Trophy Girdwood/ Alaska (20./21.9.): Männer (11,48 km/ HD 690 m): 1. Marco de Gasperi (Ita) 50:29, 2. Florian Heinzle (Aut) 51:16, 3. Marco Gaiardo (Ita) 51:55, 4. Andrew Jones (Eng) 52:10, 5. Tim Davies (Wal) 52:46, 6. Alexis Gex-Fabry (Sui) 53:02, 7. Emanuele Manzi (Ita) 53:05, 8. Helmut Schiessl (Ger/ SV Buchendorf) 53:19, 9. Mejia (Mex) 53:35, 10. Epiney (Sui) 53:42, 11. Bailey (Eng) 53:56, 12. Taggart (Eng) 54:05, 13. Cassi (Ita) 54:12, 14. Markus Jenne (Ger/ USC Freiburg) 54:20, 15. Low (USA) 54:21, 16. Szost (Pol) 54:22, 17. Rinaldi (Ita) 54:24, 18. Timo Zeiler (Ger/ TSV Trochtelfingen) 54:28, 19. Mesner (Slo) 54:30, 20. Dupont (Fra) 54:31, 21. Booth (Eng) 54:32, 22. Roux (Fra) 54:32, 23. Volery (Sui) 54:44, 24. Burrier (Fra) 55:05, 25. Rancon (Fra) 55:13, 26. Lemoncello (Sco) 55:20, 27. Max Frei (Ger/ USC Freiburg) 55:39, 28. Davies (Sco) 55:44, 29. Raitter (USA) 55:49, 30. Rey (Sui) 55:50 (114 Läufer im Ziel) – Mannschaften: 1. Italien (de Gasperi, Gaiardo, Manzi, Cassi) 24, 2. England (Jones, Bailey, Taggart, Booth) 48, 3. Deutschland (Schiessl, Jenne, Zeiler, Frei) 67, 4. Schweiz 69, 5. Frankreich 91, 6. Schottland 124, 7. Slowenien 141, 8. USA 165, 9. Wales 181, 10. Mexiko 193 (18 Mannschaften gewertet).

Frauen (7,7 km/ HD 680 m): 1. Melissa Moon (Nzl) 39:02, 2. Angela Mudge (Sco) 39:41, 3. Tracey Brindley (Sco) 39:59, 4. Antonella Confortola (Ita) 40:27, 5. Izabela Zatorska (Pol) 40:54, 6. Sylvie Claus (Fra) 40:56, 7. Andrea Meyr (Aut) 41:02, 8. Anita Ortiz (USA) 42:33, 9. Farget (Fra) 42:41, 10. Pichrtova (Cze) 43:03, 11. Heinzle (Aut) 43:04, 12. Churanova ((Cze) 43:05, 13. Priestley (Eng) 43:06, 14. Guillot (Fra) 43:10, 15. Kuncova (Cze) 43:13, 16. Baumann (Aut) 43:23, 17. Serena (Ita) 43:25, 18. Wilson (Sco) 43:30, 19. Lehmann (Sui) 43:36, 20. Salvini (Ita) 43:41... 23. Stefanie Buss (Ger/ ASC Rosellen-Neuss) 43:55 (64 Läuferinnen im Ziel) – Mannschaften: 1. Schottland (Mudge, Brindley, Wilson) 23, 2. Frankreich (Claus, Farget, Guillot) 29, 3. Österreich (Mayr, Heinzle, Baumann) 30, 4. Tschechien 37, 5. Italien 41, 6. England 65, 7. Neuseeland 67, 8. USA 71, 9. Wales 110, 10. Kanada 117 (15 Mannschaften gewertet).

Junioren (7,7 km/ HD 680 m): 1. Mitja Kosovelj (Slo) 35:41, 2. Peter Lamovec (Slo) 36:01, 3. Sedat Gunen (Tur) 36:06, 4. Donnan (Sco) 36:44, 5. Traub (Fra) 37:10, 6. Prosser (Nzl) 37:34, 7. Kleczek (Pol) 37:45, 8. Toninelli (Ita) 37:56, 9. Ghezzi (Ita) 38:01, 10. Spada (Ita) 38:06, 11. Thomas Dold (Ger/ SV Steinach) 38:09, 12. Fournier (Sui) 36:20, 13. Buckingham (Eng) 38:31, 14. Urbanovsky (Svk) 38:36, 15. Krawitz (Nzl) 38:38... 25. Markus Jahn (Ger/ LG Baunatal/ Kassel) 39:14, 34. Markus Enders (Ger/ SV Frankenheim) 40:22 (53 Läufer im Ziel) – Mannschaften: Slowenien (Kosovelj, Lamovec, Tomec) 23, 2. Italien (Toninelli, Ghezzi, Spada) 27, 3. Türkei (Gunen, Pekdogan, Gul) 49, 4. Schottland 54, 5. Neuseeland 60, 6. Frankreich 63, 7. England 64, 8. Deutschland (Dold, Jahn, Enders) 70, 9. Tschechien 95, 10. Irland 104 (11 Mannschaften gewertet).

Juniorinnen (4,2 km/ HD 310 m): 1. Karissa Hawitt (Eng) 17:24, 2. Turkan Bozkurt (Tur) 17:48, 3. Mateja Kosovelj (Slo) 18:00, 4. Krkoc (Slo) 18:09, 5. Nemkina (Rus) 18:23, 6. Lisa Reisinger (GER/ SSC Hanau-Rodenbach) 18:31, 7. Juliane Döll (Ger/ SV Rotterode) 18:42, 8. Thompson (Eng) 18:50, 9. Wisniewska (Pol) 18:53, 10. Bota (Pol) 18:54, 11. Fadda (Ita) 18:55, 12. Hastie (Nzl) 18:56, 13. Bereford (Nzl) 18:58, 14. Uslu (Tur) 19:01, 15. Blake (Sco) 19:13 (33 Läuferinnen im Ziel) – Mannschaften: 1. Slowenien (Kosovelj, Krkoc) 7, 2. England (Hawitt, Thompson) 9, 3. Deutschland (Reisinger, Döll) 13, 4. Türkei 16, 5. Polen 19, 6. Neuseeland 25, 7. Italien 27, 8. Frankreich 43 (10 Mannschaften gewertet).


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