41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

Weitere Veranstaltungen

News

Marathon - der Boom setzt sich fort

Aber: Was ist nur los mit den deutschen Straßenläufern? Eine Zwischenbilanz vor dem Finale in Frankfurt

19.10.2003

Der deutsche Marathonherbst zeigt sich von seiner schönsten Seite. Trotz der immer dichter werdenden Marathon-Landkarte steigen die Teilnehmerzahlen allen Ortes, zumeist im zweistelligen Bereich. Das weltweit führende Laufmagazin „Runner’s World“ bezifferte die deutsche Laufszene auf 16 Millionen Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig, in unterschiedlicher Intensität und Streckenlänge joggen. Und Wettkämpfe bestreiten. Die meisten bevorzugen die kürzeren Distanzen, viele davon aber stellen sich der Herausforderung Marathon. Und es werden Jahr für Jahr mehr. Beim Marktführer „real,- BERLIN-MARATHON“ wollten mehr als 35.000 Läufer ins attraktive Ziel unweit des Brandenburger Tores einzulaufen. Beim „Ford Köln-Marathon“ schrieben sich für das erste Oktober-Wochenende 18 000 Läufer ein, beim „medien.marathon.münchen“ waren dies 10.400, die durch die bayerische Landeshauptstadt laufen wollten. In Frankfurt erwarten die Organisatoren zum Finale im deutschen Marathonherbst wiederum 10.000 Starter. Aber es gibt nicht nur die Großen der Szene, die steigende Teilnehmerzahlen zu verzeichnen haben. Auf der Ebene der mittleren und kleinen Veranstalter kann der „Baden-Marathon“ in Karlsruhe auf 2.000, der „Fränkische Schweiz-Marathon“ in Forchheim auf 1.200 Läufer verweisen. Der traditionsreiche Marathon „Rund um den Baldeneysee“ in Essen blieb parallel zu München mit seiner 41. Austragung ebenso in diesem Bereich.

Die Startfreudigkeit der deutschen Freizeit- und Hobbyläufer steht allerdings im krassen Gegensatz zum Leistungsniveau. Während sich die Finisherdichte längst in Richtung Vier-Stunden-Marke verschoben hat, weil sich vorrangig die Einstellung zum leistungsorientierten Laufen zugunsten des Spaßfaktors und des Erlebniswertes geändert hat, ist die Leistungsspitze auffällig eingebrochen. Im Weltrekordrennen von Berlin von Paul Tergat und dessen Pacemaker Sammy Korir landete der frühere 5000 m-Olympiaachte Jirka Arndt als 23. mit 2:16:28 Stunden im abgeschlagenen Verfolgerfeld, als einziger der nationalen Elite. In Köln scheiterte der als Mitfavorit gehandelte Carsten Eich an der auf 2:11:00 Stunden vom DLV festgeschriebenen Olympianorm deutlich. Der Leipziger, als Deutscher Meister über 10 km und auf der Halbmarathondistanz derzeit unser Aushängeschild im Straßenlaufbereich, lief mit 2:15:28 als Neunter ins Ziel am Roncalliplatz und schimpfte über die Doppelzüngigkeit der Verbandsfunktionäre, ohne sich selbst und sein Leistungspotential kritisch zu hinterfragen. In München gab es unter dem Aspekt der „local hero“-Pflege ehedem kaum Interesse an Spitzenzeiten, sieht man einmal vom gescheiterten Versuch des für Quelle Fürth startenden früheren Marokkaners Habib Bukechab ab.

Bleibt noch eine letzte Möglichkeit zur Bilanzaufbesserung in Frankfurt, wo mit Sebastian Bürklein einer der hoffnungsvollen DLV-Läufer in Richtung Olympianorm laufen möchte. Wäre da nicht mit Carsten Schütz auf dem Baldeney-Kurs in Essen ein Debütant dank der tatkräftigen Mithilfe seines Wattenscheider Teamkollegen Bürklein eine 2:14:56 Stundenzeit gelaufen. Derzeit sogar DLV-Jahresbestzeit.

Bei den Frauen ist die Lage ähnlich misslich, wenngleich nicht ganz so hoffnungslos. Ulrike Maisch hat sich als WM-Zwanzigste in Paris nicht nur medial in Szene gesetzt, sondern auch in einer Punktlandung in 2:31:21 Stunden die Olympia-Anforderungen erbracht. Ein geplanter Start in Frankfurt muss aus Verletzungsgründen ebenso ausfallen, wie der von der stets bei internationalen Auftritten mit ansprechenden Leistungen aufwartenden Sonja Oberem vor wenigen Wochen in Berlin. Andere Leistungsträger wie Melanie Kraus und Claudia Dreher sind heuer durch Verletzungen nicht in Erscheinung getreten, während bei Kathrin Weßel auf der Berliner Hausstrecke lediglich 2:38:15 herauskamen. Im gleichen Leistungsbereich bewegt sich auch nach Schwangerschaftspause Manuela Zipse, die in Köln hinter der früheren Weltrekordlerin Tegla Loroupe mit 2:38:06 zumindest als Zweite einlief. Einen Lichtblick lieferte die 22jährige Romy Spitzmüller in Essen ab, die mit 2:34:55 Perspektiven aufzeigte.

Bliebe noch die EM-Zweite Luminita Zaituc. Die Braunschweigerin blickt allerdings auch auf eine schwache WM-Saison zurück, die eher durch Verletzungs-Zwangspausen geprägt ist als durch Leistungsnachweise. Mit der Hypothek eines vorzeitigen Ausstiegs bei der Halbmarathon-WM in Vilamoura versucht sie es allerdings noch einmal in Frankfurt, jenem Ort, an dem sie vor zwei Jahren mit 2:26:01 Stunden ein sensationelles Marathondebüt gegeben hatte.

Wilfried Raatz


Weitere News

31.07.2014 Topfeld beim BMW BERLIN-MARATHON am 28. September
29.07.2014 City-Nacht 2014 in bewegten Bildern - Video online!
27.07.2014 Jana Gegner und Giacomo Cuncu bringen den Ku’damm zum Glühen
27.07.2014 Eine Nacht. Vier Rennen. 10.475 Teilnehmende.

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 41. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Timex Tata Consultancy Services Holiday Inn

Anzeige

Anzeige