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IAAF-Council tagt am Wochenende in Berlin

neue Bewerbung für die WM 2009

22.11.2003

Es ist kein Zufall, dass das Council des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) seine erste Sitzung nach den Wahlen im August an diesem Wochenende in Berlin veranstaltet. Nachdem die deutsche Hauptstadt vor eineinhalb Jahren ebenso überraschend wie unglücklich im Rennen um die Ausrichtung der WM 2005 an Helsinki gescheitert war, hatten sich die Vertreter Berlins sofort um eine neue Bewerbung für die WM 2009 bemüht. Der real,- BERLIN-MARATHON unterstützt diese Berliner Bewerbung.

Es gibt keine andere Stadt, die bei der IAAF in Monte Carlo innerhalb des vergangenen Jahres derart viel Lobbyarbeit betrieben hat wie Berlin, nachdem auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) entschieden hatte für die Titelkämpfe 2009 wieder mit Berlin ins Rennen zu gehen. Sowohl der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit als auch der Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, Werner Gegenbauer, sowie der Geschäftsführer des Leichtathletik-Meetings Istaf, Gerhard Janetzky, sind in Verbindung mit dem DLV treibende Kräfte der neuen Bewerbung.

Dass mit dem Council eines der hochkarätigsten Gremien des internationalen Sportes in Berlin tagt, kann man durchaus als Erfolg einer entsprechenden Lobbyarbeit sehen. “Da steckt natürlich auch eine Portion Zweckoptimismus dahinter. Wir wollen den Council-Mitgliedern zeigen, dass Berlin bereit ist für die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften“, erklärte der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV), Christoph Kopp. Zu den Council-Mitgliedern zählen neben dem Präsidium der IAAF 13 weitere Mitglieder. Darunter sind so prominente ehemalige Athleten wie der Stabhochsprung-Serienweltrekordler Sergej Bubka (Ukraine) sowie die beiden früheren Mittelstreckenstars Sebastian Coe (Großbritannien) und Alberto Juantorena (Kuba).

Keine andere Stadt dürfte die Chance haben, im Vorfeld der Wahl des Austragungsortes sämtliche Stimmberechtigten als Gast begrüßen zu können. Denn schon im nächsten Jahr wird das 28-köpfige Council die WM 2009 vergeben. “Dieses Council-Meeting könnte zu einem Zünglein an der Waage werden in Richtung 2009“, sagt Christoph Kopp.

“Vor der Entscheidung über den Austragungsort der WM 2005 galt Berlin als der ganz große Favorit. Aber man braucht jetzt nicht mehr darüber zu diskutieren, ob es unglücklich war für Berlin oder nicht. Wir haben uns für Helsinki entschieden“, sagt Arne Ljungqvist. Der schwedische IAAF-Vizepräsident fügt aber auch hinzu: “Ich glaube, Berlin hat wirklich sehr gute Chancen für die WM 2009.“

Das Council-Meeting am Wochenende ist einer der wichtigsten Schritte Berlins auf dem Weg zur WM. Dabei ist es kein Widerspruch, dass das Thema Titelkämpfe 2009 nicht zu den Programmpunkten dieses Wochenendes gehört. Diskutiert wird über zeitnähere Themen, unter anderem über Termine im nächsten Jahr, Nationenwechsel von Athleten, den Vorbereitungsstand bei den nächsten Meisterschaften und natürlich über Doping. Besprochen werden die Entwicklungen durch den THG-Skandal und mögliche Regelergänzungen bezüglich des internationalen Dopingcodes (Wada). Mögliche neue positive Fälle in der Folge der Untersuchungen aller während der WM in Paris genommenen Urinproben auf THG liegen aber zurzeit nicht vor. Man warte, so hieß es bei der IAAF, noch auf die kompletten Ergebnisse dieser Analysen.

Ganz entspannt können übrigens der Berliner Senat und der DLV ihre Lobbyarbeit am Wochenende betreiben. Denn die Kosten des Council-Meetings für die ausrichtende Stadt hat ein Berliner Mäzen übernommen. Es soll sich um eine Summe von 145.000 Euro handeln.


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