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Heimsieg beim Silvesterlauf von Sao Paulo

Weltweit dürften weit über eine Million Menschen am letzten Tag des Jahres die Laufschuhe angezogen haben

02.01.2004

Was 1925 in Sao Paulo begann, hat sich zu einer weltweiten Silvester-Laufbewegung entwickelt. Es ist schwer zu schätzen, aber weltweit dürften weit über eine Million Menschen am letzten Tag des Jahres die Laufschuhe angezogen haben. Alleine in Deutschland verabschiedeten rund 100.000 Läufer das Jahr auf sportliche Weise. Sie starteten bei rund 100 Veranstaltungen.

In der brasilianischen Metropole Sao Paulo fand am letzten Tag des Jahres wieder der spektakulärste Lauf statt. Rund 13.500 Athleten rannten die 15 Kilometer lange Strecke bei Temperaturen von 32 Grad Celsius vor einem begeisterten Publikum. Und für die Brasilianer gab es etwas besonderes zu feiern, denn Marilson Gomes dos Santos sorgte im Kampf gegen die favorisierten Kenianer für einen Heimsieg in 43:49 Minuten. Auch Platz zwei ging an einen Landsmann: Romulo Wagner da Silva erreichte in 43:57 noch eine Sekunde vor Martin Lel (Kenia) das Ziel. “Heute hätte mich hier wohl keiner schlagen können – ich wollte unbedingt gewinnen“, erklärte der Sieger dos Santos später.

Bei den Frauen allerdings war eine Kenianerin nicht zu schlagen: Margaret Okayo setzte sich in 51:24 Minuten durch. “Es war nicht leicht“, sagte Okayo später, obwohl sie mit deutlichem Vorsprung vor Debora Mengich (Kenia/52:35) das Ziel erreicht hatte. Nach ihrem Marathonsieg in New York Anfang November schloss Okayo das Jahr erfolgreich ab. Man darf schon jetzt gespannt sein, welche Rolle sie im olympischen Marathon im August spielen kann – sofern sie Kenias Verband dafür nominiert.

Der vielleicht hochklassigste europäische Silvesterlauf findet jedes Jahr in Bozen statt. In Norditalien setzte sich über die 10-km-Distanz dabei der Cross-Europameister Sergej Lebed (Ukraine) in 28:37 Minuten durch. Platz zwei ging an den Marokkaner Abderahim Goumri (28:40), weitere drei Sekunden zurück lag der Kenianer Benjamin Kiprotich als Dritter. Ihren Vorjahressieg wiederholte die äthiopische 10.000-m-Weltmeisterin Berhane Adere, die das 5-km-Rennen in 15:50 Minuten gewann. Zweite war hier die Britin Jo Pavey in 15:57. Das hochklassigste deutsche Silvesterrennen gewannen in Trier Daniel Gachara (Kenia), der über 8 km 23:11 Minuten lief, und Susan Kurui (Kenia), die über 5 km 15:47 benötigte.

Heute fanden auch eine Reihe von Neujahrsläufen statt. Einer der geschichtsträchtigsten wurde in Berlin am Brandenburger Tor – der früheren Nahtstelle zwischen Ost und West – gestartet. Gut 3600 Läufer rannten ohne Wettkampfcharakter rund 4 km. An der Spitze trugen die Läufer die verschiedensten Länderfahnen, darunter die Flaggen der USA und Großbritanniens.


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