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Hallen-WM: Afrikas Athleten gewinnen alle Läufe

07.03.2004

Am Schlusstag der Leichtathletik Hallen-Weltmeisterschaften von Budapest standen vier Laufentscheidungen auf dem Programm – und allesamt hatten afrikanische Sieger. Über 800 Meter der Männer setzte sich dabei Mbulaeni Mulaudzi (Südafrika) in 1:45,71 Minuten durch. In einem Rennen ohne Europäer und Amerikaner – Titelverteidiger David Krummenacker (USA) war nicht am Start – rannte Rashid Ramzi (Burundi/1:46,15) auf den zweiten Platz, Dritter wurde der Brasilianer Osmar Barbosa dos Santos (1:46,26). Er wurde damit für seine Tempoarbeit belohnt, denn alleine bestimmte er lange Zeit die Pace. Nach 50,74 Minuten hatte der Brasilianer die 400-m-Marke passiert. Erst in der letzten Runde kam dann der Antritt von Mulaudzi, der bereits 2002 Sieger bei den Commonwealth Games gewesen war und 2003 Dritter bei der WM in Paris. Der Südafrikaner erarbeitete sich zwischen 600 und 700 Metern einen Vorsprung von rund zwei Metern, den er ins Ziel brachte. „Ich hatte mich nicht speziell auf die Halle vorbereitet. Dies war mein erster und letzter Hallenstart in diesem Jahr. Eigentlich scheine ich in der Halle nicht gut zu laufen, denn ich bekomme keinen Rhythmus“, erklärte der 23-jährige Südafrikaner. „Ich habe um Gold gekämpft, aber am Ende bin ich auch mit Bronze zufrieden“, sagte dos Santos.

Mit einem kenianischen Triumph endete das 1500-m-Finale der Männer, das Paul Korir in 3:52,31 Minuten gewann. Dritter wurde mit Laban Rotich in 3:52,93 Minuten ebenfalls ein Kenianer, dazwischen platzierte sich Ivan Heshko (Ukraine/3:52,34). Fast Stehversuche machten die Läufer in den ersten zwei Runden, so langsam war das Tempo. Nach rund 500 Metern übernahmen dann Rotich und Korir die Initiative, doch richtig schnell wurde es trotzdem nicht. Ivan Heshko kam dieses Tempo entgegen, denn er ist ein sehr starker Finisher. Auch der Brite Michael East spekulierte auf seinen starken Schlusssprint. Während Korir vorne gerade noch den Angriff von Heshko abwehren konnte, gab es einen kuriosen Kampf um Platz drei. Michael East überquerte zwar als Dritter den Zielstrich, allerdings auf Bahn fünf. Das hing damit zusammen, dass er auf den letzten 40 Metern immer weiter nach außen auswich und damit dem stärkeren Kenianer Rotich den Weg abschnitt. Später wurde der Brite disqualifiziert. „Die Zeit zählt hier natürlich nicht, ich bin froh, gewonnen zu haben. Dass es im Feld Rangeleien gab bei den Positionskämpfen, davon habe ich zum Glück nichts gemerkt“, sagte der 26-jährige Paul Korir, der bei der WM in Paris 2003 Vierter gewesen war.

Bei den Frauen gewannen die Briten schließlich doch noch eine Medaille über die Mittelstrecken. Nachdem die Favoritin Kelly Holmes tags zuvor über 1500 Meter gestürzt war, rannte Joanne Fenn im 800-m-Finale auf den Bronzerang. Fenn, die in früheren Jahren schon als Country-Sängerin Erfolg hatte, rannte einen nationalen Rekord von 1:59,50 Minuten. In den Kampf um die Spitze konnte sie freilich nicht eingreifen, denn hier gab es den Zweikampf zwischen Maria Mutola (Mozambique) und Jolanda Ceplak (Slowenien). Die Olympiasiegerin Mutola konnte schließlich ihrer Favoritenrolle gerecht werden und siegte in 1:58,50 Minuten vor Ceplak (1:58,72).

Ebenfalls erwartungsgemäß keinen Tempolauf gab es im 3000-m-Finale der Frauen, in dem auch Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) am Start war. Die Spanierin Marta Dominguez rannte lange Zeit an der Spitze des Feldes mit elf Läuferinnen. Doch am Ende musste sie im Spurt mit Platz vier vorlieb nehmen in 9:12,85 Minuten. Sabrina Mockenhaupt konnte gegen diese hochkarätige Konkurrenz nicht mehr erreichen als Platz sieben in 9:13,70. Was sich an der Spitze auf den letzten 100 Metern tat, erinnerte eher an ein Mittelstreckenduell denn an einen 3000-m-Lauf. Fast nebeneinander rannten die zwei Äthiopierinnen Meseret Defar und Titelverteidigerin Berhane Adere auf die Zielgerade. Am Ende gewann die erst 20-jährige Defar gegen die zehn Jahre ältere Adere in 9:11,22 zu 9:11,43 Minuten.


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