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Gute Chancen für Berliner WM-Bewerbung

Helsinki wurden die Titelkämpfe 2005 zugesprochen

10.03.2004

Die Berliner Bewerbung um die Leichtathletik Weltmeisterschaften 2009, die auch von SCC-RUNNING unterstützt wird, hat offenbar sehr gute Chancen, obwohl überraschend noch sieben weitere Städte ihre Kandidatur beim internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) angekündigt hatten. Dies wurde inoffiziell aus Kreisen der IAAF im Rahmen der Hallen-Weltmeisterschaften bestätigt, die am vergangenen Wochenende in Budapest stattfanden. Damit hat Berlin eine ähnlich gute Ausgangslage wie im Rennen um die WM 2005 – das vor zwei Jahren freilich mit einer bösen Überraschung für die Berliner endete.

Helsinki wurden die Titelkämpfe 2005 zugesprochen, nachdem vor der Abstimmung ein die Berliner Sportpolitik diffamierendes Fax bei der IAAF eingegangen war, das zudem verfrüht den Bankrott des Berliner Leichtathletik-Sportfestes Istaf vermeldet hatte. Den anonymen Absender sucht die Kripo noch heute. Hinzu kam damals eine unglückliche Präsentation der Bewerbung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

„Wir haben gelernt aus den Dingen, die vor zwei Jahren passiert sind“, sagt Frank Hensel, der auch für die neue Bewerbung zuständig ist. Der Generalsekretär des DLV gibt sich zurückhaltend: „Wir waren überrascht, dass wir so viele Konkurrenten haben – und wir nehmen alle ernst.“ Realistisch gesehen, ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass die WM 2009 an eine außereuropäische Stadt vergeben wird. Denn Europa ist neben Japan der wichtigste Markt für die IAAF was das Fernsehen und die Sponsoren angeht – und in Osaka findet bereits die WM 2007 statt. Zweimal hintereinander hat noch nie eine WM außerhalb Europas stattgefunden. So blieben als schärfste Konkurrenten nur Brüssel, Split und Valencia übrig, während Brisbane, Casablanca, Delhi und Daegu (Süd-Korea) Außenseiter sind. In Spanien fand zudem erst vor fünf Jahren eine WM statt.

In Budapest war Berlin als einziger der acht Kandidaten für 2009 mit einem Informationsstand vertreten. In jenem Hotel, in dem die Mitglieder der IAAF logierten, wurden neben kleinen Berliner Stoffbärchen Broschüren über die Stadt verteilt. Eine plakatgroße Fotosimulation zeigte zudem ein fertiges Olympiastadion. Mehr Werbung erlaubt die IAAF nicht. Die Funktionäre zeigten sich aber angetan von dem Engagement, das von einem Berliner Mäzen finanziert und von einer Hamburger Werbeagentur umgesetzt wurde.

Pikant ist allerdings, dass der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV), der mit seinem Präsidenten Christoph Kopp und Vize-Präsidenten Michael John in Budapest war, offiziell nichts von dieser Aktion wusste. Der DLV-Pressesprecher Peter Schmitt spricht von „einem Kommunikationsdefizit, das aus der Welt geräumt wird“, während Frank Hensel erklärt, das sei eine ganz kurzfristige Angelegenheit gewesen. Die BLV-Funktionäre, die aufgrund ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit selbst gute Verbindungen zur IAAF haben, erfuhren über andere Wege von dem Berliner Werbestand allerdings schon vor zwei Wochen. Weitere Kommunikationsfehler sollte sich der DLV bei der neuen Bewerbung nicht leisten.


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