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Ist Kenenisa Bekeles Serie in Brüssel zu stoppen?

Cross-Weltmeisterschaften: Der äthiopische Jungstar wird erneut einen Doppelstart wagen – Holt auch Paul Radcliffe das dritte Double?

14.03.2004

Die 32. Cross-Weltmeisterschaften am 20./ 21. März im königlichen Laeken-Park in Brüssel versprechen Spannung. Dabei geht es nicht alleine um die Frage, ob der äthiopische Jungstar und designierte Nachfolger von Haile Gebrselassie, der 21jährige Kenenisa Bekele wie auch die Marathon-Weltbeste und zweifache Cross-Weltmeisterin Paula Radcliffe das Langstreckenrennen als den interessantesten Wettbewerb für sich entscheiden werden können, sondern auch um die Frage, ob die angekündigten Doppelstarts der zweifellos attraktivsten Starter dieser Cross-WM auch von Erfolg gekrönt sein werden. Während Paula Radcliffe jeweils („nur“) die Langstrecke in Ostende (2001) und Dublin (2002) gewann, aber in Vorjahr aus Verletzungsgründen dem Cross-Championat im schweizerischen Lausanne-La Broye fernbleiben musste, sind für Kenenisa Bekele Doppelstarts die gewohnte Härte, schließlich schulterte der neuer Star des äthiopischen Teams diese Herkulesaufgabe sowohl in Irland als auch in der Schweiz. Auch wenn Kenias neuer Nationaltrainer Patrick Sang offiziell von einer „Oppositionsrolle“ spricht, die die einstige Nummer eins im Crosslauf in Brüssel zu spielen gedenkt, der frühere Kurzdistanz-Weltmeister John Kibowen legt die Messlatte weitaus höher: „Wir haben den Willen, alle Mannschaftstitel und zudem einige individuelle Titel zu gewinnen!“ Da dürften vor allem die Äthiopier etwas dagegen haben.

Nicht zuletzt durch das Double-Double des Kenenisa Bekele nach den WM-Austragungen in Dublin und Lausanne-La Broye rückt den gerade erst einmal 21jährigen Äthiopier in Brüssel in den Fokus. Schafft er nun auch das Tripple-Double? Als mögliche Hauptkonkurrenten gelten für den Youngster, der wegen seiner Cross-Ambitionen sogar auf die Hallen-WM in Budapest verzichtete, in erster Linie die Kenianer Eliud Kipchoge und Abraham Chebil auf der langen bzw. kurzen Distanz. Wie stark ist der Neu-Katari Saif Saaeed Shaheen, der Hindernis-Weltmeister, der übrigens nach dem Gewinn der Militär-Cross-WM für Brüssel für beide Strecken gemeldet ist. Äthiopien vor Kenia auf der Königsstrecke darf erwartet werden, doch weiter interessiert die Frage: Kann Katar nicht zuletzt nach dem starken Auftritt bei der Militär-Cross-WM in Beirut Marokko als dritte Kraft bei den Männern ablösen?

Paula Radcliffe ist keineswegs gesetzt als Champion, unterlag sie vor wenigen Wochen erst im schnellen 10 km-Rennen in Puerto Rico der Neu-Holländerin Lornah Kiplagat, die nun gerne auch in Brüssel einen ähnlichen Coup starten würde. Als Titelverteidigerin geht zudem Werknesh Kidane ins Rennen, die übrigens auch als Sieganwärterin auf der Kurzdistanz gehandelt wird, wo Edith Masai nach zwei Erfolgen nun auch den Hattrick anstrebt.

Nach Jahren der Abstinenz wird unter den insgesamt 70 Nationen wieder einmal auch Deutschland vertreten sein. „Susanne Ritter hat sich sportlich qualifiziert. Für sie ist dies natürlich eine tolle Sache“, wertet DLV-Crosscoach Detlef Uhlemann den Start der Neu-Braunschweigerin in Brüssel. „Wir zeigen zumindest Flagge. Bis zum Start einer kompletten Mannschaft ist es natürlich noch ein weiter Weg, doch das habe ich mir zum Ziel gesetzt. Brüssel kann hier nur ein kleiner Anfang sein“.

Wilfried Raatz


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