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Berliner Seriensieger: Paul Kirui und Joyce Chepchumba

Bewag BERLINER HALBMARATHON lockt 150.000 Zuschauer an die Strecke und untermauert seine starke Stellung

04.04.2004

Als die Stunde schlug, war Paul Kirui noch nicht ganz im Ziel. Mit dem Vorhaben, die international bedeutsame Marke von 60 Minuten zu unterbieten, war der 24-jährige Kenianer beim Bewag BERLINER HALBMARATHON angetreten. Doch am Ende musste sich Paul Kirui, der bereits vor einem Jahr dieses größte deutsche Rennen über die exakt 21,0975 km in 61:05 Minuten gewonnen hatte, mit 60:40 zufrieden geben. Aber auch das ist eine internationale Spitzenzeit. Und für seinen Sieg bei der 24. Auflage des Rennens bekam Kirui ein Preisgeld von 2.500 Euro. Dieses Sieggeld erlief sich bei den Frauen Joyce Chepchumba. Die Kenianerin erreichte mit 69:49 Minuten ebenfalls eine international gute Zeit.

Der Bewag BERLINER HALBMARATHON war einmal mehr ein großer Auftakt in die neue Laufsaison. Es war der erste deutsche Straßenlauf mit internationaler Bedeutung in diesem Jahr. In zwei Wochen findet dann der Hamburg-Marathon statt. Am gleichen Wochenende werden zudem die großen Marathonrennen in London und Boston gestartet. Vor der Rekordkulisse von geschätzten 150.000 Zuschauern beteiligten beim 24. Bewag BERLINER HALBMARATHON 17.046 Teilnehmern aus 62 Nationen – darunter Läufer, Inline-Skater, Power-Walker, Rollstuhlfahrer und Schüler, die beim Fun-Run über 3,5 km an den Start gingen.

„Wir können sehr zufrieden sein mit dem Ablauf der Veranstaltung“, erklärte Mark Milde, der zum ersten Mal bei einem großen Rennen in der Funktion des Race-Directors tätig war. Ende Januar hatte er diesen Posten von seinem Vater Horst Milde übernommen. Milde Senior, der über 40 Jahre lang den Laufsport in Deutschland als Veranstalter entwickelte wie kein zweiter, war freilich auch gestern dabei und stand dem Organisationsteam von SCC-RUNNING zur Seite. Doch bei der Pressekonferenz war es Mark Milde, in den letzten Jahren bereits verantwortlich für den Bereich Topathleten sowie das Inline-Skater-Rennen, der die Bilanz zog: „Die spätere Startzeit hat sich bewährt, wir hatten mehr Zuschauer als je zuvor. Dass wir den Teilnehmerrekord von 17.692 Athleten aus dem vergangenen Jahr knapp verpasst haben, hängt sicherlich mit den Osterferien in Berlin zusammen. Und wenn der Wind nicht gewesen wäre, hätten wir sicherlich noch etwas schnellere Siegzeiten gesehen.“

Die Kenianer legten im Vergleich zum vorigen Jahr noch zu: Gleich die ersten zehn Männer sowie die ersten fünf Frauen kamen beim Bewag BERLINER HALBMARATHON aus dem Läuferland Nummer eins. Bei den Cross-Weltmeisterschaften hatten die Kenianer vor zwei Wochen zwar einen Rückschlag im Kampf gegen die Äthiopier hinnehmen müssen, doch bei den Straßenläufen bestätigten sie nun auch in Berlin eindrucksvoll ihre Vormachtstellung. Das Potenzial scheint schier unerschöpflich. Das bewies zum Beispiel Solomon Bushendich. International so gut wie unbekannt, lief der 20-jährige Kenianer in Berlin sein Halbmarathon-Debüt. Und es bedurfte eines Paul Kirui, der schon im vergangenen Jahr zu den schnellsten Läufern weltweit über diese Distanz gehörte, um Bushendich zu stoppen.

„Es war mir allerdings während des Rennens klar, dass ich Paul nicht würde schlagen können“, sagte Solomon Bushendich später, während der Sieger meinte: „Der Wind hat mich gestoppt, ansonsten wären die 60 Minuten möglich gewesen.“ Noch zwei weitere Kleinigkeiten kosteten sicherlich etwas Zeit. Der als Tempomacher verpflichtete Kenianer Sammy Kipruto war schon nach drei Kilometern nicht mehr in der Lage, den Hasen zu spielen. Eigentlich sollte er die Spitze bis Kilometer 10 führen. Und ein quer auf der Strecke stehendes Polizeimotorrad kostete die Spitzenläufer auch noch einige Sekunden. An der Potsdamer Straße musste plötzlich ein Umweg von rund 25 Metern gelaufen werden – ärgerlich wäre es gewesen, wenn Kirui am Ende die Stundenmarke um wenige Sekunden verpasst hätte. Bester deutscher Läufer war Embaye Hedrit (LAC Quelle Fürth) in 66:13 Minuten auf Rang 15, schnellster Berliner Sven Kersten (SCC) als 26. in 71:25.

Zum vierten Mal nach 1999, 2000 und 2001 gewann Joyce Chepchumba den Bewag BERLINER HALBMARATHON. Sie wird nun beim London-Marathon in zwei Wochen an den Start gehen. Beste deutsche Läuferin war auf Rang acht die 25-jährige Susanne Ritter (LG Braunschweig) in 1:14:29 Stunden. Neunte wurde Kathrin Weßel (SCC Berlin) in 1:14:31. Bei den Inline-Skatern gingen die Siege an Jörg Wecke (ST Celle) in 35:37 Minuten und Britta van Tournhout (Belgien/40:21). Die Gewinner des 3,5 km langen Bewag FUN-RUN waren Daniel Barz (OSC Berlin/15:33 Minuten) und Carola-Doreen Frost (Berlin/26:45).


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