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1. Senioren Weltmeisterschaften mit Crosslauf, Straßengehen und Winterwurf

10.-14. März 2004 in Sindelfingen

14.04.2004

Es gilt noch eine große Veranstaltung nachzutragen, die im März in Sindelfingen ausgetragen wurde: Die 1. Weltmeisterschaften der Senioren waren organisatorisch und teilnehmermäßig ein großer Erfolg für die gesamte Leichathletik-Familie. IAAF-Präsident Lamine Diack besuchte die Veranstaltung und konnte mit Genugtuung feststellen, daß die Senioren der Leichtathletik sich nicht im Sessel ausruhen, sondern mit großer Begeisterung ihre Sportart auch im Alter weiterhin intensiv betreiben. Karl-Heinz Flucke, Breitensportwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes, war in Sindelfingen in offizieller Funktion vertreten und berichtet in Kurzform von den Erfolgen der Berliner Teilnehme im Crosslauf:

Als Athletenbetreuer des Deutschen Senioren Leichtathletik-Teams bei diesen ersten Weltmeisterschaften hatte ich die Gelegenheit direkt vor Ort über die Entwicklung der Seniorenerfolge im Cross zu berichten:

Entnimmt der Leichtathletik Enzyklopädie eine Definition für Crosslauf, findet man: „Wettkampfmäßiger Lauf durchs Gelände, bei dem natürliche z. T. auch künstliche Hindernisse zu überwinden sind. Die Laufweise wird den Geländeverhältnissen angepasst. Besonders populär in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Neuseeland.“ Im weiteren: „… als Amateursport 1837 wettkampfmäßig betrieben. Erste internationale Crosswettkämpfe 1898 zwischen England und Frankreich. Zweimal olympische Disziplin: 1912 (Sieger Kolehmainen/Finnland) und 1924 (Sieger Nurmi/Finnland).“

Crosslauf hat in Deutschland eine lange Tradition. So wurde der erste Crosslauf im Norden Berlins, in Hohen Neuendorf bereits im Jahre 1898 durchgeführt. Bei den internationalen Seniorenmeisterschaften wurde der Crosslauf dem Straßenprogramm (Gehen, Straßenlauf und Marathonlauf) zugeschlagen, was für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft mit Qualen verbunden ist, wenn bei 35° Hitze (wie im letzten Jahr in Puerto Rico) herrschen.

Crossläufe werden meistens in den Monaten Oktober – April ausgetragen und so bot es sich an, diesen Wettbewerb mit in das Weltmeisterschaftsprogramm vorerst als Rahmenprogramm aufzunehmen, was sich als recht großer Erfolg herausstellte. Erfolg für das deutsche Team mit insgesamt 24 Medaillen, davon 11 für die Seniorinnen und 13 für die Männer. „Goldig“ ging es für die Seniorinnen 5 x aus, bei den Männern nur 3 x.

Erfolg andererseits auch bei der Beteiligung, denn die stärksten Startergruppe verzeichnete man bei den Senioren der Klasse M45 mit 22 Startern und M50 mit 16 Startern, bei denen auch die Berliner Eckart Broy (LC Ron Hill) 19. Platz 30:39 Min. und Bertold Rämisch (LG Süd Berlin) 9. Platz 27:39 Min. um Medaillenehren kämpfen wollten. Bei den Seniorinnen dagegen war die Klasse W40 am stärksten vertreten, hier konnte die Berlinerin Sylvia Jacobs (LC Ron Hill) die Bronzemedaille für ihren guten Lauf in Empfang nehmen. Aber nicht nur deutsche Teilnehmer waren begeistert, sondern auch die vielen internationalen Starter aus USA, Spanien, Libanon, Schweiz, Österreich, Russland, Tschechien, Canada, Belgien – die Aufzählung könnte noch fortgesetzt werden - und sogar ein Starter aus Indien: Der über 70jährige De, Narayan Chandra der zwischen Bahngehen und Straßengehen den Crosslauf als lockere Abwechslung empfand. Bester Deutscher in der Klasse M70 war Leo Hohmann vom benachbarten Lok Potsdam der in 31:26 Min. auf Platz 6 einkam. Somit ist seine Generalprobe gelungen, denn er wird im April 2004 bei den Straßenweltmeisterschaften in Neuseeland wiederum an den Start gehen.

Der Crosslauf wurde auch für die Zuschauer äußerst interessant, zumal die Strecke gut einzusehen war und der Veranstalter einen Rundkurs von ca. 1.100 m wählte, der 4 x zu durchlaufen war. Meisterschaftsreif war die Strecke auf jeden Fall, denn in jeder Runde mussten mehrere kleine Hügel genommen werden und an kleinen Bodenunebenheiten fehlte es wahrlich nicht.

Somit wird der Aufnahme des Crossprogramms bei den nächsten Senioren-Hallenweltmeisterschaften 2006 in Linz nichts im Wege stehen und dort hoffen ich mit einer noch größeren Teilnahme von deutschen Crossläuferinnen und Crossläufern.

Karl-Heinz Flucke


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