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Die Deutsche Leichtathletik im Abseits?

Reformvorschläge von Bundestrainer a.D. Paul Schmidt

21.04.2004

Paul Schmidt hat nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft in Paris 2003 öffentlich Stellung bezogen und Reformvorschläge für den DLV postuliert. Diese von ihm formulierten Thesen sind nach wie vor aktuell - oder aktueller denn je, denn die Ergebnisse der Hallen-WM im März 2004 in Budapest sind für die deutsche Leichtathletik noch schlechter gewesen, als vorher prognostiziert und auch über die Blamage der deutschen Beteiligung bei der IAAF-Cross WM 2004 in Brüssel wurde an dieser Stelle auch schon Stellung bezogen: http://www.berlin-marathon.com/news/show/001874

Zur Erklärung zu der Person von Paul Schmidt hier einige Anmerkungen:

Er war Cheftrainer (Bundestrainer) des DLV von 1965 - 1996. In seine Trainerlaufbahn fällt die große Zeit der Erfolge der deutschen Mittel- und Langstreckler mit Harald Norpoth,Bodo Tümmler, Franz-Josef Kemper und vieler anderer, die den guten Ruf der deutschen Leichtathletik jahrzehntelang ausmachten. Er war der dienstältester Trainer des DLV-Stabes und mit den höchsten Ehren des Verbandes ausgezeichnet: Mit dem Hanns-Braun-Preis 1995, dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis und dem Carl-Diem-Schild.

Er wurde 45-mal in die Nationalmannschaft berufen und kam von 1955 - 1964 56-mal zum Einsatz. Er gewann 17 Deutsche Meisterschaften, sechsmal davon die 800 m im Freien, er verbesserte den 800 Rekord von Rudolf Harbig am 20.09.1959 auf 1:46,2 (weitere BL: 400 m: 47,8 - 1.000 m: 2:20,4 und 1.500 m: 3:42,5) Er nahm an 2 Olympischen Spielen teil (Vierter in Rom 1960 über 800 m) und gewann zwei Bronzemedaillen bei Europameisterschaften im Jahre 1958 und 1962. Er war jahrelang Sprecher der Trainer in der AG Sport und er war außerdem Vertreter der Bundestrainer beim DSB. Paul Schmidt weiß also wovon er redet,wenn er sein 10-Punkte-Programm für Änderungen beim DLV eonfordert. Bis Athen 2004 ist es nicht mehr lange hin, da wird manches für Änderungen schon zu spät sein - aber nach Athen kommen weitere große Ereignisse auf die Leichtathletik zu. Hoffen wir, daß seine Vorschläge doch irgendwo auf fruchtbaren Boden fallen.

Horst Milde

Die WM in Paris

Trotz aller Enttäuschungen über die miserable Leistungsbilanz des DLV bei der WM in Paris erkenne ich eine Jahr vor den Olympischen Spielen in Athen 2004 positive Effekte, unbequem aber zukunftsweisend und auch noch nicht zu spät. Die deutsche Leichtathletik hat in der französischen Metropole ihr absolutes Tief schonungslos offen legen müssen. Daraus leite ich die positiven Effekte ah. Bedauerlich nur, dass diese Effekte bei einer WM vor aller Öffentlichkeit erzwungen wurden. Alle Leichtathletikfreunde, und ihre Zahl ist größer als man glaubt, hätten jedoch lieber ein leistungsstarkes Team in Paris gefeiert. Unter positiven Effekten verstehe ich, die unumstößlichen Forderungen, Strukturen, Fördersysteme, die Führungsriege, die gesamte Trainerschaft, alle hauptamtliche Kräfte zu bewerten und in ein erfolgsorientiertes zukunftsweisendes DLV-Gesamtkonzept einzubinden. Das Gesamtkonzept in 3 Zeitstufen, kurz-, mittel- und langfristig, sollte bis zu den Spielen 2012, die hoffentlich in Leipzig ausgetragen werden, konzipiert werden.

Den vollen Artikel können Sie hier als PDF-Datei einsehen


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