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Pech beim Spielbanken-Marathon von Hannover

Rekord-Teilnehmerfeld holt sich nasse Füße

06.05.2004

Das war ausgesprochenes Pech! Da hatte sich der Aufwärtstrend des Spielbanken-Marathons in der niedersächsischen Landeshauptstadt in Hannover in der Läuferszene eindrucksvoll rumgesprochen; war das Laufevent im Herzen der City endlich in die Elite der deutschen Stadtmarathons vorgedrungen – und doch gab es am Wochenende lange Gesichter bei den Verantwortlichen: Dauerregen vom Start bis ins Ziel begleitete die gleichzeitig ausgetragenen Deutschen Meisterschaften, bereitete vor allem den Spitzenathleten auf der Jagd nach Top-Zeiten auf den teilweise etwas glitschigen Straßen, und vor allem auch den zahlreichen Inlinern, Probleme.

11.192 Starter, und damit fast 2.000 mehr als im Vorjahr, trugen dem in den letzten Jahren stark aufpoliertem Image des Spielbanken-Marathons, dessen Programm sich erstmals über zwei Tage erstreckte, Rechnung; aber nur die jüngsten kamen trockenen Fußes über den Kurs. Der Kinderlauf zum Auftakt am Samstagabend bei strahlendem Sonnenschein war ein begeisternder Vorgeschmack auf die Party am hannoverschen Rathaus; aber schon die letzte Runde bei der Premiere des anschließenden Mini-Marathons litt unter den ersten Regenschauern.

Grau in grau dann der komplette Sonntag, was sich logischerweise in nicht unerheblichem Maße auf die Zuschauerzahlen, nicht aber auf die Stimmung unter den Aktiven und den verbliebenen Fans am Straßenrand auswirkte. „Die, die da waren hatten alle einen Riesenspass“, freute sich Klaus Timaues aus dem Büro des hannoverschen Oberbürgermeisters über die trotz der widrigen Begleitumstände prächtige Laune an der Strecke und vor allem im Start- Zielbereich.

Und sportlich brauchte sich der Hannover-Marathon ohnehin nicht zu verstecken: Der Bronze-Medaillengewinner von Barcelona 1992, Stephan Freigang (36), feierte ein beachtliches Comeback und sicherte sich mit Platz vier hinter dem Kenia-Trio Moses Masai (2:12,28), Amos Matui (2:13,21) und Julius Sugut (2:13,50) den Deutschen Meistertitel, verpasste aber in 2:14,02 deutlich die ohnehin als illusorisch eingestufte Olympiaqualifikation für Athen klar. "Da sollte sich der DLV noch einmal ernsthaft Gedanken machen; Stephan gehört klar und eindeutig zu Olympia", wetterte nicht nur Ex-Bundestrainer Winfried Aufenanger: "Dass der Deutsche Meister nicht nach Athen darf ist schlicht und ergreifend eine Sauerei!"

Noch größeren Jubel löste aber die Lokalmatadorin aus. Hinter der Vorjahressiegerin Tadelech Birra (Äthiopien; 2:37,32) lief die Siegerin von 2002, Ines Cronjäger, in ihrer Heimatstadt auf Platz zwei und durfte mit einer Zeit von 2:41,10 ihren zweiten Deutschen Meistertitel feiern. "Dieser Erfolg ist noch schöner, als der erste Titel", strahlte die 27jährige Referendarin überglücklich: "Was will man mehr, als vor eigenem Publikum den Titel zu gewinnen. Mit dem Erfolg kann ich dem Publikum, das mich unterwegs so engagiert unterstützt hat, etwas zurückgeben."

Michael Kramer


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