42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Claudia Gesell der Farbtupfer im Mittelmaß

Mini-Internationales in Koblenz zeigt frustrierte Gastläufer und wenig Klasse - Nur Gombert und der 17-jährige Martel überzeugten im 5000 m-Rennen

31.05.2004

Zugegeben, es waren nicht unbedingt die besten Bedingungen und der sich im Vorjahr abzeichnende Abwärtstrend des Mini-Internationalen im schmucken Koblenzer Stadion Oberwerth konnte mit einem deutlichen Anmeldeplus von 150 Läufern abgewendet werden. Neun Läufe über 800 m, sechs über 1500 m sowie fünf Läufe über 5000 m bei den Männern respektive Nachwuchs sowie sechs Läufe über 800 m bei den Frauen bestätigten dem Mini-Internationalen einmal mehr den Ruf des Außergewöhnlichen. Mit der Leistungsbrille gesehen hat die um ihre Daseinsberechtigung kämpfende Veranstaltung allerdings einen Großteil ihres Reizes verloren, weil nicht zuletzt der Deutsche Leichtathletik-Verband eine Streusand-Politik vertritt und die als Qualifikationen für die internationalen Einsätze erforderlichen Lauf-Wettbewerbe komplett in die zugegeben attraktiveren Stadionsportfeste quer durch die Republik verteilt und somit der Amputation des Mini-Internationalen soliden Vorschub leistet. „Eigentlich wollten wir hier in Koblenz in einem leistungsstarken Feld eine gute Dreitausend laufen“, zeigten sich die letztlich mit blassen 9:40 Minuten-Zeiten dominierenden Schweizerinnen Monique Zimmer und Vera Notz-Umberg erstaunt, „aber dass wir vom ersten Meter an alleine das Rennen von der Spitze weg laufen müssen, das hätten wir nicht erwartet!“

Aus dem im Prinzip enttäuschenden Mittelmaß, das zumeist noch unterhalb der Teilnahmenorm für Deutsche Meisterschaften liegt, ragen eigentlich nur eine Claudia Gesell und mit Abstand Torsten Gombert und der junge Zelalem Martel heraus. Im Schlepp von Janina Goldfuß bewies Claudia Gesell nach einer Durchgangszeit von 58,70 Sekunden schon ordentliches Stehvermögen für die zweite Stadionrunde. Die eher von außen herangetragene Jagd auf die Olympianorm wird die 26jährige Leverkusenerin allerdings andernorts schaffen (müssen), denn weder die in der Halle überzeugende Monika Gratzki noch die in Köln lebende Akosua Serwaa hatten die Spur einer Chance gegen den mutigen Alleingang der Claudia Gesell in 2:02,47. „Eigentlich kann ich damit nicht ganz zufrieden sein. Eine 2:01 wäre mir natürlich heute schon lieber gewesen. Aber dafür, dass es seit September das erste Rennen war, ist es doch ganz ordentlich.“

Mangels prominenter Läufer pendelte sich das schnellste der fünf 5000 m-Rennen im Bereich um 13:40 ein. An der Spitze mit dem Vorjahressieger Moses Kigen, dem Tunesier Rashid el Amri und dem für Dänemark laufenden Kenianer Robert Andersen auch ein blendend aufgelegter Thorsten Gombert. Nach dem vorzeitigen Ausstieg von Sebastian Hallmann war er zweifellos der Aktivposten des Rennens, auch wenn er dem fulminanten Spurt von Moses Kigen unterlag und mit 13:43,74 seine Bestzeit zum Bahnauftakt nur knapp verfehlte. Unauffällig – aber wirkungsvoll im Feld der Verfolger ein 17jähriger: Mit 14:12,33 schaffte Zelalem Martel auf Anhieb die JWM-Norm und ließ sein Betreuerstab um Bundestrainer Wolfgang Heinig jubeln: „Eine super Leistung!“

Wilfried Raatz

Ergebnisse: Mini-Internationales im Stadion Oberwerth in Koblenz (26.5.): Männer: 800 m: 1. Zeitlauf: 1. Steffen Co (LGO Dortmund) 1:53,20, 2. Michael Stemmler 1:53,91, 3. Roman Rossmann (beide TSV Bayer Leverkusen) 1:54,14, 4. Mark Rapp (VfL/ SSG Bensheim) 1:54,62. 1500 m: 1. Zeitlauf: 1. Martin Allgeyer (VfL Sindelfingen) 3:48,10, 2. Hillary Kemboy (Ken) 3:49,98, 3. Thorben Grothaus (TV Wattenscheid) 3:51,09, 4. Marc-André Kowalinski (Gerolsteiner LGV) 3:51,81, 5. Michael May (TSV Bayer Leverkusen) 3:52,60, 6. Claudius Hoff (TV Wattenscheid) 3:53,28. 5000 m: 1. Zeitlauf: 1. Moses Kigen (Ken) 13:42,76, 2. Rashid El Amri (Tun) 13:43,00, 3. Thorsten Gombert (LAV Tübingen) 13:43,74, 4. Robert Andersen (Den) 13:53,12, 5. Ingo Müller (LG Göttingen) 14:07,90, 6. Ansgar Varnhagen (LGO Dortmund) 14:09,31.... 9. Zelalem Martel (VfB Stuttgart, Jg. 86) 14:12,33.

Frauen: 800 m: 1. Zeitlauf: 1. Claudia Gesell (TSV Bayer Leverkusen) 2:02,47, 2. Akosua Serwaa (TuS Köln rrh) 2:05,05, 3. Monika Gratzki (TV Wattenscheid) 2:05,11, 4. Antje Möldner (SC Potsdam) 2:06,45, 5. Stephanie Thieke (LG Emstal Dörpen, Jg. 86) 2:06,76, 6. Leah Malot (Ken) 2:08:39, 7. Kerstin Werner (LAV Tübingen) 2:09:25. 3000 m: 1. Monique Zimmer (Sui) 9:40,61, 2. Vera Notz-Umberg (Sui) 9:41,48, 3. Christina Mohr (Gerolsteiner LGV, Jg. 85) 9:47,69, 4. Jeannine Hagedorn (TSV Bayer Leverkusen) 9:54,70, 5. Simret Restle (Eintracht Wiesbaden) 9:56,56, 6. Simone Käferböck (Aut, Jg. 86) 10:00,10, 7. Lisa Klawonn (LC Thüringen Gas Erfurt, Jg. 87) 10:00,12, 8. Christina Kröckert (OSC Waldniel, Jg 89) 10:01,89.


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