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Dreibeinlaufen – wie vor 100 Jahren – aber viel langsamer!

Berliner und Brandenburgische Meisterschaften im Ebertstadion

08.06.2004

Am 5./6. Juni fanden im Friedrich-Ebert-Stadion in der Bosetraße in Tempelhof die Berliner und Brandenburgischen Meisterschaften statt.

Aus Anlaß des 100-jährigen Jubiläums des BLV wurden drei Wettbewerbe in den sportlichen Ablauf eingefügt, die nicht zum Standardprogramm der Landesmeisterschaften gehörten. Davon waren 2 Wettbewerbe schon vor hundert Jahren aktuell, nämlich das Dreibeinlaufen und Tauziehen, während das 300 m A-Klasseschieben wohl eine Erfindung neueren Datums ist und vom örtlichen Ausrichter der Meisterschaften, dem TSV Tempelhof-Mariendorf zuzurechnen ist.

Hier sollte weniger auf die Ergebnisse der Meisterschaften eingegangen werden, als auf das Dreibeinlaufen, das auch hier vorab im Internet propagiert und zum Mitmachen aufgerufen wurde.

Um 18.05 Uhr standen dann tatsächlich 7 Paare am Start, die dem Aufruf gefolgt waren – und auch dafür trainiert hatten. Sieger wurden Jacob Claßen und Sebastian Timme (LG Nord I) in 16.82 vor Thomas Mühlbach und Markus Jung (OSC) und Sarah Fischer mit Lisa Lensinger (TSV Tempelhof-Mariendorf).
Eine Zeit gab es nur für das Siegerpaar – genau wie vor Jahren!

Allerdings sind die 16.82 sehr weit entfernt von dem Weltrekord von 1896 von Ernst Schultze und Emil Wernicke (BFC Germania) von 12 ¼ . Diese Zeit sollte eigentlich unterboten werden.

Viele ehemalige und prominente Berliner Leichtathleten wohnten den Meisterschaften bei, Siegerehrungen nahmen u.a. vor Jürgen Straub, Silber bei den OS in Moskau über 1500m oder Uwe Hohn, der Weltrekordler im Speerwerfen, LSB Präsident Peter Hanisch oder Armin Baumert, Geschäftsführer für Leistungssport im DSB - auch Ingo Sensburg ließ sich sehen und der ehemalige Mittelstreckenstar Olaf Lawrenz war auf der Ehrentribüne zu entdecken.

Die Meisterschaften wurden sehr liebevoll vom Organisationsteam des TSV Tempelhof-Mariendorf unter Leitung von Patrick Reich organisiert. Man merkte, daß der Verein, durch das erfolgreiche Pfingstsportfest für Schüler und Jugendliche bestens “trainiert“, einer der wenigen Vereine in der Leichtathletik in Berlin ist, der mit großem Engagement und Einsatz für die wenigen Freunde der Leichathletik sich “abrackert“. Das merkte man nicht nur beim korrekten sportlichen Ablauf an den 2 Tagen, sondern auch bei der Meisterschaftsfete, die für Aktive und Mitarbeiter danach auf die Beine gestellt wurde. Das soll und muß auch mal öffentlich gesagt und belobigt werden.

Horst Milde

Foto von Gerd Steins (Sportmuseum Berlin)


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