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100 Jahre Berliner Leichtathletik-Verband

Schon 1908 fanden in Berlin eine Reihe von hochkarätigen Veranstaltungen statt

23.06.2004

In diesem Jahr feiert der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) sein 100-jähriges Bestehen. Zu einem besonderen Ereignis wurden daher die Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften werden, die am 5. und 6. Juni im Friedrich-Ebert-Stadion stattfanden.
Für den 15. November – vor 100 Jahren der Gründungstag – ist ein Festakt des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) geplant. Anlässlich des Jubiläums ist geplant, dass eine 48-seitige Festbroschüre vorliegen wird. Sie erscheint als Heft 12 der „Sporthistorischen Blätter", die vom Sportmuseum Berlin und dem Forum für Sportgeschichte (M. Behrendt u. G. Steins) herausgegeben werden. Die Broschüre kann dann auch über den BLV bezogen werden (Telefon: 030 – 305 72 50) und kostet voraussichtlich zwischen 3 und 4 Euro.

Am Dienstag, den 15. November 1904 wurde im Restaurant Jost in der Gitschiner Straße 112 am Halleschen Tor der Verband Berliner Athletik-Vereine (VBAV) gegründet. Erster Vorsitzender war damals Otto Gronert vom SC Komet, Zweiter Vorsitzender wurde Paul Martin vom Charlottenburger SC 1902, dem heutigen SCC Berlin. Außerdem gehörten damals dem Vorstand an: Curt Frank (SC Marcomannia Berlin/1. Schriftführer), C. Adam (SC des Westens/2. Schriftführer) und Ernst Baage (SC Komet/Kassierer). Am 12. März 1905 veranstaltete der Verband seinen ersten Wettkampf, einen Crosslauf um den Hundekehlesee im Grunewald.

Bereits 1908 organisierte der VBAV mit seinen Vereinen eine bemerkenswerte Reihe hochkarätiger Veranstaltungen:

1. Anläßlich des 10-jährigen Bestehens der Deutschen Sportbehörde für Athletik fand am 18. Januar in den Berliner Ausstellungshallen am Zoo das erste deutsche Hallensportfest mit 109 Teilnehmern statt.

2. Am 10. Mai war dann der Sportplatz in der Bellermannstraße im Norden Berlins Schauplatz des ersten Städtewettkampfes Berlin-Hamburg-Leipzig, den Berlin mit sicherem Vorsprung gewann.

3. Der erste Staffellauf Postdam-Berlin hatte am 14. Juni Premiere.

4. Kurz nach den Olympischen Spielen in London richteten der BSC, der SCC, der SC Komet und der SC Teutonia gemeinsam „Internationale Olympische Wettkämpfe“ aus. Diese fanden am Sonntag, den 26. Juli auf dem Athletiksportplatz am Bahnhof Gesundbrunnen (Schebera-Sportplatz) statt. Um 16 Uhr war der Finallauf über 100 m um den Ehrenpreis des BSC angesetzt und wenig später wurde der 1500-Lauf um den Kronprinzenpreis gestartet.

Beide Läufe waren die absoluten Höhepunkte der sogenannten „Internationalen Olympische Wettkämpfe“. Über die 100m siegte Willy Kohlmey vom BSC (Startnummer 56) in 11,0 Sekunden vor dem Studentenweltmeister May aus den USA (Nr. 19) und errang damit den ersten deutschen Erfolg über die bisher dominierenden US-Amerikaner.

Der 1500m-Lauf wurde von Carl Diem, der im Januar 1905 zum 1. Vorsitzenden des VBAV gewählt worden war, persönlich gestartet.
Es liefen unter anderen: Joh. Runge aus Braunschweig (Startnummer 5), G. Pettersson aus Schweden (Nr. 15), Hanns Braun aus München (Nr. 14), J.D. Lightbody aus den USA (Nr. 18), W. Stolzenburg aus Berlin (Nr. 138). Den Kronprinzenpokal gewann Lightbody in 4:25 Minuten vor Pettersson und Stolzenburg.

Text: Gerd Steins


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