42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

Weitere Veranstaltungen

News

„Und wann kommt Papi?“

Warum zwei Nicht-Läuferinnen aus Bayern immer wieder zum real,- BERLIN-MARATHON reisen

05.07.2004

Zugegeben: Ein wenig suspekt ist es uns auch nach fünf Jahren noch, warum erwachsene Menschen 42 Kilometer am Stück rennen. Freiwillig. Zumeist auf geteerten Straßen und in Großstadtluft. Um letztlich puterrot, schwitzend und häufig am Ende ihrer Kräfte vor aller Augen über die Ziellinie zu taumeln ...

Aber, da sind ja auch noch die anderen, die Profis und Promis: Die zierliche Japanerin zum Beispiel, die vor drei Jahren durch Weltbestzeit begeisterte; das kenianische „Männer-Trio“ ein Jahr später, oder, fast ebenso interessant, der seinerzeit laufende Außenminister mitsamt seinen Bodyguards. Und, natürlich, Typen wie Rainer, der „hochgewachsene, schlanke Mann mit schwarzem Vollbart“.

So hatte seine Freundin ihn beschrieben, eine junge Frau, die wir am Absperrzaun der Zielgeraden kennen gelernt hatten. Und die immer nervöser von einem Bein aufs andere hüpfte, stets mit Blick auf die Uhr. Wir versprachen Unterstützung bei der Ausschau nach Rainer – erspähten ihn im Feld und brüllten uns mit ihr heiser, bis der MARATHON-Mann glücklich-erschöpft herüberlachte. Es dürften auch diese Begegnungen am Rande sein, die dem BERLIN-MARATHON inzwischen zum festen Platz in unserem Terminkalender sichern.

Begonnen hatte es 1999 allerdings rein zufällig: Ein Kurz-Trip nach Berlin fiel, völlig ungeplant, auf das Marathon-Wochenende. Die Strecke führte quasi am Gästebett vorbei, außerdem waren wir noch nie bei so einem Event „dabei“. Wir konnten also gar nicht anders: Kurzentschlossen machten wir den MARATHON zum „außerplanmäßigen touristischen Programmpunkt“.
Nicht ahnend, welches Volksfest uns erwarten würde.

Stets mittendrin statt „nur dabei“

Sonntag Morgen dann, zu früher Stunde am Straßenrand; verschlafen – Berliner Nächte sind lang für Touristen -, aber ziemlich schnell ziemlich wach: Lautstark bearbeite-ten hier, am Fuß des Prenzlauer Berges, ganze Familien ihre mitgebrachten Topfdeckel, Fan-Trupps entrollten Transparente („Markus - altes Haus – Du machst das!“) und ölten die Trillerpfeifen – und das alles, ohne dass sich irgend etwas getan hätte! Denn auf der Kreuzung vor uns herrschte gähnende Leere - abgesehen vielleicht von entspannten Polizisten, die weniger entspannten Autofahrern Sinn und Zweck einer Umleitung erklärten.

Bis auf einmal die Läuferfront heranwogte, schwarz, weiß, bunt, durch die Torstraße. Und den Menschen am Straßenrand das Adrenalin in die Adern trieb – hörbar im wahrsten Sinn des Wortes. Wer hierher kommt, das lernten wir gleich an diesem ersten Marathon-Morgen, ist stets mittendrin statt nur dabei.

„Wann kommt der Papi? Ist der schon los? Wie lange dauert’s noch?“ Uhrenvergleich. „Der Papi kommt um fünf nach halb!“ Und der Papi kam um fünf nach halb. Winkte, umarmte kurz seinen Jüngsten und verschwand. Sicher war es auch dieses „Nah-Dran-Sein“ am Geschehen, das den Grund-stein legte für unsere „BERLIN-MARATHONia“. Dieser Spaß an der Freude, die ein Zaungast haben kann, wenn er Augen, Ohren und Herz aufsperrt - auch wenn er selbst niemals auf die Strecke gehen würde und weder Namen noch Zeiten der Top-Leute kennt.

Dieses Mit-Freuen, wenn eine Läuferin plötzlich ausschert, in Richtung Zuschauer trabt, lachend und schwitzend Ehemann und Kinder küsst und fröhlich winkend wie-der in die Menge eintaucht. Das (ganz wichtig!) Mit-Swingen, mit den vielen Bands und Spontan-Musikern am Rande der Strecke, die mal Jazziges lustvoll in den blauen Berliner September-Himmel posaunen, mal saftige Samba-Rhythmen klopfen.

Und, natürlich, das aktive Mit-Fiebern, wenn auf den drei-, vierhundert Metern vor dem Ziel viele Läuferinnen und Läufer die letzten Kräfte mobilisieren: Pfeifen, klatschen, anfeuern („Hey! Komm, Du packst es! Hast es gleich geschafft! Paar Meter noch! Hopp, hopp, hopp ....“). Und wenn dann ein gequältes Lächeln rüberkommt und die Frau, der Mann, sich wieder in Bewegung setzen – dann hat es sich für die Zaungäste einmal mehr gelohnt, zu kommen.

Das harte Los erprobter Fans

Allerdings wird der MARATHON für uns mittlerweile immer anstrengender: Die ersten drei, vier Jahre durften wir richtig genießen, waren immer in Bewegung, die Strecke entlang. Die Neugier trieb uns an die Verpflegungsstationen - Plastikbecher besichtigen, die wie frisch gefallener Schnee die Straße weiß färben. Mal ging‘s ans Ende des Feldes, um die wirklich Allerletzten an-zufeuern, mal, nachdem endlich alle abgezogen waren, in den verlassenen Startbereich, wo für kurze Zeit massenweise „ab-geworfene“ Sweat-Shirts ein buntes Asphaltgemälde zaubern.

Für diese Vergnügungstouren wird uns künftig allerdings kaum mehr Zeit bleiben. Denn mit der unverändert großen Beliebtheit des real,- BERLIN-MARATHON starten auch immer mehr Läufer aus unserem Freundeskreis. Und die erwarten, mit Recht, dass wir sie lautstark unterstützen.

Na - wir werden unser Bestes tun! Letztes Jahr durften wir uns schon mal einarbeiten – standen mit überdimensionaler italienischer Flagge am Straßenrand, um den Italo-Bayern Marcello anzufeuern, den Fotoapparat ständig auf Augen- und das Handy auf Ohrenhöhe (Hotline für Notfälle!) Und in diesem Jahr?
Da werden es vermutlich noch mehr Bayern sein, die wir „zu betreuen“ haben.
Machen wir glatt!

Gabi Kannamüller


Weitere News

16.10.2014 BMW BERLIN-MARATHON 2015: Die Registrierung zum Anmeldeverfahren dauert vom 18. Oktober bis 2. November 2014
10.10.2014 Abbott wird Titelsponsor der World Marathon Majors
10.10.2014 Am Sonntag ist Anmeldeschluss für die Cross Days am 25./26. Oktober
01.10.2014 BMW BERLIN-MARATHON 2015: Die Registrierung beginnt am 18. Oktober

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 42. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Holiday Inn Germanwings Here Maps

Anzeige

Anzeige