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Olympia-Laufserie (VI): 5000 Meter der Männer mit Abraham Chebii

Der beste Mann über diese Distanz geht vielleicht gar nicht erst an den Start

14.07.2004

DIE SITUATION:

Der beste Mann über diese Distanz geht vielleicht gar nicht erst an den Start. Am Pfingstmontag brach der Äthiopier Kenenisa Bekele in Hengelo den 5000-m-Weltrekord mit 12:37,35 Minuten. Doch für ihn steht schon lange fest, dass er sich in Athen bei Olympia auf die 10.000-m-Distanz konzentrieren wird. Ein Doppelstart scheint zumindest fraglich.

Zwei andere, die im vergangenen Jahr ihre außergewöhnliche Stärke über diese Distanz bewiesen haben, werden auch eher nicht am Start sein. Saif Saaeed Shaheen (Katar), der erst vor rund einem Jahr von Kenia nach Katar wechselte, könnte möglicherweise gesperrt sein für die Olympischen Spiele. Das hängt davon ab, ob Kenias Verband eine derartige Option zieht und eine Sperre beantragt. Doch selbst wenn Shaheen starten könnte, würde er sich wohl auch die 3000 m Hindernis konzentrieren. Der zweite ist Hicham El Guerrouj (Marokko). Der Mittelstrecken-Weltrekordler will endlich sein erstes Gold gewinnen – doch dabei geht es im um die 1500 Meter, nicht um die 5000.

Im WM-Finale war Hicham El Guerrouj vor einem Jahr Zweiter, knapp geschlagen von dem Kenianer Eliud Kipchoge. Die 5000 Meter könnten Kenias Strecke werden bei Olympia. Denn hier kann auch Abraham Chebii eine starke Rolle spielen.

ABRAHAM CHEBII – KENIAS JOKER

Abraham Chebii sorgte 2003 für Aufsehen, als er in einem Rennen in Rom gleich die zwei besten Äthiopier schlug: Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele. Doch bei der WM war er nicht mehr in der Topform und wurde ,nur Fünfter. Der 24-jährige Kenianer wird von der Londoner Managementgruppe Kim McDonald betreut und lebt im Sommer zeitweise in England. Sein Trainingsrevier sind dann die großen Parkanlagen im südwestlichen London. Nachdem er bei einem Meeting in Paris 2003 auch Haile Gebrselassie im Spurt geschlagen hatte, sagte der Ähtiopier: “Ich kannte ihn nicht und hätte nicht gedacht, dass er am Ende so schnell sein würde.“

Die letzten 400 m in 50,68
Chebii hatte bereits bei den Cross-Weltmeisterschaften 2000 über die Kurzstrecke Rang fünf belegt. Seine enorme Spurtstärke stellte er auch beim Grand-Prix-Finale 2002 unter Beweis. Damals gewann er die 3000 m und legte dabei die letzten 400 Meter in 50,68 Sekunden zurück.
Zum Vergleich, was das bedeutet: Zwei solcher Runden führen nur haarscharf am 800-m-Weltrekord vorbei. “Ich bin froh, die Gelegenheit genutzt zu haben, Haile geschlagen zu haben. Denn so ein Sieg findet Beachtung in Kenia“, sagte Abraham Chebii vor einem Jahr.


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