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Großglockner-Berglauf in neue Rekordhöhen - Jonathan Wyatt und Anna Pichrtova mit neuen Streckenbestmarken

962 Teilnehmer bei EM-Generalprobe vor herrlicher Panorama-Kulisse

21.07.2004

Nicht nur, dass der Großglockner-Berglauf mit 962 Teilnehmern der größte und bestbesetzteste Berglauf trotz nur fünf Auflagen nunmehr in der Alpenrepublik ist, der Großglockner-Berglauf ist nunmehr auch im Jahr vor den Europameisterschaften unbestritten das Aushängeschild der um internationale Anerkennung werbenden Leichtathletik-Disziplin.

Auf der selektiven Strecke von Heiligenblut auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe über 13,6 km und einer Höhendifferenz von 1250 m tummelten sich internationale Stars wie die für die Olympischen Spiele in Athen von den Nationalen Olympischen Komitees Neuseelands bzw. Tschechiens nominierten Jonathan Wyatt und Anna Pichrtova ebenso wie die vielen unbekannten Freizeitläufer aus zwanzig Nationen und auch Prominente wie Kärntens Regierungschef, Landeshauptmann Dr. Jörg Heider, der auf Platz 510 und einer Gesamtzeit von 2:12:47 Stunden ein achtbares Resultat körperlicher Fitness ablieferte.

Erste Adresse
Was vor nunmehr fünf Jahren mit einem kleinen, aber feinen Berglauf im Rahmen der Festlichkeiten anlässlich des 200. Jahrestages der Erstbesteigung des Großglockners bekann, das hat sich in frappierender Geschwindigkeit zur ersten Adresse der Berglaufszene weltweit entwickelt. Die Ergebnislisten der zweifellos jüngsten Grand-Prix-Veranstaltung im Naturpark Hohe Tauern lesen sich längst wie das „Who is who“ der Berglaufszene. Die Organisation unter der Federführung der Großglockner Destinations Management GmbH lieferte nun ein Jahr vor der Europameisterschaft ein Meisterstück ab, das eigentlich kaum noch zu toppen sein dürfte.

Es sei denn, und wer wird daran jedenfalls zweifeln, dass bei der sechsten Auflage im kommenden Sommer die 1000-Teilnehmer-Marke am Vortag der EM überschritten werden wird, ehe am folgenden Tag die besten Bergläufer Europas das „Zuckerl“ einer 1a-Veranstaltung vor wohl wiederum einer großen Zuschauerkulisse sein werden.

Im kommenden Jahr dürfte der Großglockner-Berglauf-König allerdings nur Randfigur sein, da der weltbeste Bergläufer als Neuseeländer nur im „Vorprogramm“ ein weiteres Mal eine Kostprobe seines Könnens abliefern darf, während am Folgetag die Gaiardos, de Gasperis, Heinzles und Krupickas ihr Meisterstück machen dürfen. Beim kleinen Jubiläum jedenfalls durfte heuer Jonathan Wyatt sich der Gunst des Publikums sicher sein, denn der seit einigen Jahren auf reinen Bergauf-Strecken ungeschlagene 32jährige Architekt und Vollprofiläufer düpierte mit frappierender Leichtigkeit die gewiss nicht schwache Konkurrenz mit Martin Cox , Robert Krupicka und Florian Heinzle um mindestens drei Minuten, seinen eigenen Streckenrekord um weitere neunzig Sekunden auf 1:11:32 Stunden verbessernd.

Bei den Frauen zeigte sich die Bergauf-bergab-Europameisterin Anna Pichrtova in nicht minder glänzender Lauflaune und verbesserte den Streckenrekord der Polin Izabela Zatorska um zweieinhalb Minuten auf 1:24:29 Stunden. Die entthronte Streckenbeste landete mit einem schier unglaublichen Sechs-Minuten-Rückstand (!) auf Rang zwei vor Daniela Gassmann, die nach zwei Wettbewerben den Grand-Prix-Wettbewerb mit 160 Punkten vor Izabella Zatorska (140) und Anna Pichrtova (100) anführt.

Deutsche Männer Mangelware

Während bei den Männern deutsche Starter Mangelware bedeuteten, zeigten zumindest die deutschen Frauen Flagge. Allen voran Stefanie Buss, die als Fünfte mit 1:34:46 ihre Zugehörigkeit zur europäischen Elite untermauern konnte. Gleiches gilt freilich aber auch für Kerstin Harbich, die lediglich noch die frühere World-Trophy-Zweite der Juniorenklasse Ines Hizar vorließ und als Siebte ihren bislang größten internationalen Erfolg verbuchen konnte. Wolfgang Münzel, der deutsche Berglaufchef, freute sich gewiss über den Erfolg seiner Nationalmannschaftsläuferinnen, bemängelte aber gleichzeitig die Absenz der besten deutschen Männer: „Wir müssen einfach wegkommen von einem eher lokalen Anspruchsdenken. Unsere Besten dürfen sich nicht zufrieden geben, wenn sie bei einem eher regionalen Berglauf Erfolg haben. Wir können nur besser werden, wenn wir uns in Grand-Prix-Rennen messen und nicht so oft es nur geht der Konkurrenz ausweichen!“

Wilfried Raatz

Ergebnisse: Großglockner-Berglauf/ Berglauf-Grand-Prix, Heiligenblut/ Aut (18.7./ 13,6 km, HD 1250 m);
Männer:
1. Jonathan Wyatt (Nzl) 1:11:32, 2. Martin Cox (Gbr) 1:14:34, 3. Robert Krupicka (Svk) 1:15:19, 4. Florian Heinzle (Aut) 1:16:09, 5. Peter Lamovec (Slo) 1:17:56, 6. Alexander Rieder (Aut) 1:18:25, 7. Thomas Heigl (Aut) 1:18.35, 8. Richard Pleticha (Cze) 1:18:48, 9. Rudi Reitberger (Aut) 1:18:55, 10. Robert Stark (Aut) 1:19:05... 12. Rogers Kipkorir (Ken) 1:19:55, 15. Martin Obexer (Ita) 1:23:02.

Frauen:
1. Anna Pichrtova (Cze) 1:24:29, 2. Izabella Zatorska (Pol) 1:30.23, 3. Daniela Gassmann (Sui) 1:32:55, 4. Mona Brend (Nzl) 1:33:34, 5. Stefanie Buss (Ger/ ASC Rosellen Neuss) 1:34:46, 6. Ines Hizar (Slo) 1:35:28, 7. Kerstin Harbich (Ger/ TSV Oberstaufen) 1:36:25, 8. Patrizia Rausch (Aut) 1:36:39, 9. Astrid Kopp (Aut) 1:37:20, 10. Sandra Baumann (Aut) 1:38:09.

Zwischenstand Berglauf-Grand-Prix (nach zwei von sechs Wettbewerben):
Männer: 1. Jonathan Wyatt 200 Punkte, 2. Robert Krupicka 110, 3. Florian Heinzle 86, 4. Martin Cox, Marco Gaiardo (Ita) 80, 6. Marco de Gasperi (Ita) 60

Frauen:
1. Daniela Gassmann 160, 2. Izabella Zatorska 140, 3. Anna Pichrtova 100, 4. Rose Jepchumba (Ken) 80, 5. Marin Kapuscinski (Aut) 53, 6. Mona Brend, Isabella Confortola (Ita) 50, 8. Stefanie Buss 45… 11. Kerstin Harbich 36.


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