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Olympia-Laufserie (IX): 3000 m Hindernis mit Ezekiel Kemboi

KENIAS HINDERNISLÄUFER – LAUFEN WIE IN DER NATUR

04.08.2004

DIE SITUATION

Der Hindernislauf gehört praktisch den Afrikanern, vor allen natürlich den Kenianern. Bei den letzten fünf Olympischen Spielen gewann jedes Mal ein Läufer aus Kenia. Diese Herrschaft hat sich auch bei den Weltmeisterschaften immer wieder bestätigt – aber unter außerordentlichen Umständen im vorigen Jahr im Stade de France in Paris.

Ezekiel Kemboi unterlag Saif Saeed Shaheen (Katar) nach dem merkwürdigsten Rennen der Weltmeisterschaften. Beide kommen aus Kenia, Shaheen hatte sich schon unter einem anderen Namen als Topläufer etabliert und ist der Bruder von des Weltmeisters von 1999, Christopher Kosgei. In diesem Rätsel liegt eine Geschichte von Stolz und sportlicher Begabung in gleichen Maßen. Shaheen nahm im vergangenen Jahr die Staatsbürgerschaft von Katar an.

Wiederholt sich der Krimi in Athen ?

Wiederholt sich die Geschichte des WM-Laufes, so packend wie ein Krimi, in Athen? Rivalen außerhalb kenianischer Herkunft sind kaum zu finden, nur der Marokkaner Ali Ezzine, Gewinner der Bronzemedaille in Sydney und WM-Zweiter ein Jahr danach, könnte vielleicht mitreden. Allerdings war bis zuletzt noch nicht ganz klar, ob Shaheen aufgrund seines Staatenwechsels die Erlaubnis bekommt, in Athen starten zu dürfen – diese braucht er aus seinem früheren Heimatland, Kenia!

KENIAS HINDERNISLÄUFER – LAUFEN WIE IN DER NATUR

Kenia gewinnt den Hindernislauf, das versteht sich, so denkt man in Kenia. Die Strecke ist die renommierteste aller Laufdisziplinen für die Kenianer, mehr sogar als die 1500 Meter oder der Marathon. Es ist Crosslauf mit Hindernissen und Wassergräben auf der Bahn statt auf dem Lande. Die kenianischen Läufer, von Kip Keino in den 60er Jahren bis Ezekiel Kemboi und dem neuen, erst 19-jährigen Talent Brimin Kipruto, fühlen sich über acht Runden zuhause. Kemboi und Saif Saeed Shaeen, der vor zwei Jahren als Stephen Cherono seinen Rivalen um den Commonwealth Titel schlug, sind Musterbeispiele. Aber die Streitigkeiten auf der Bahn wurden mehr von sportpolitischen Dimensionen überschattet. Cherono fühlte sich vom kenianischen Verband vernachlässigt. Er suchte ein neues Zuhause für sein Lauftalent. Andere kenianische Läufer kennen die Problematik. Katar im Persischen Golf hatte ein ölreiches Budget und wollte sein sportliches Profil aufbauen. Beide Parteien verstanden sich schnell, und aus Stephen Cherono wurde der frisch gebackene Saif Saeed Shaheen, zeitlich für die Weltmeisterschaften sehr günstig.

11 Tage vor Paris hatte Kemboi ein packendes Duell mit Shaheen beim Golden League-Meeting in Zürich verloren. Im WM-Finale war ein spannendes Element hinzugefügt : der Bruder von Shaheen, Abraham Cherono, hatte sich auch qualifiziert und wurde Fünfter. Das Tempo war wahnsinnig: erste Runde in 59 Sekunden, Shaheen lief zusammen mit Mannschaftskamerad Abdullah Saifeldin. Der ehemalige Kenianer führte durch den ersten Kilometer in 2:36.24 Minuten, einer Zeit, die auf 7:49 und eine Verbesserung des Weltrekordes um fünf Sekunden gedeutet hatte.

Bei Kilometer zwei hatte Shaheen verlangsamt; ein paar Schritte hinterher folgte Kemboi. Dann ging es los: jeder wollte dem anderen beweisen, er habe den stärksten Endspurt. Einmal schnell, einmal langsam, so ging das merkwürdigste Spiel, das die Zuschauer bei einer Weltmeisterschaft je gesehen hatten. Erst nach dem letzten Hindernis schaffte es Shaheen, mit 8:04.39 Minuten zu 8:05.11 für Kemboi. Dritter war der Spanier Eliseo Martin. Die letzte Runde war in blitzschnellen 57.5 Sekunden gelaufen.

Rächt sich Ezekiel Kemboi in Athen?

Rächt sich Ezekiel Kemboi in Athen? Beide sind 22, haben gute Form in dieser Saison gezeigt, obwohl Shaheen von der Grundschnelligkeit noch den Vorrang hat. Für Europäer, wie den Niederländer Simon Vroemen, EM-Zweiter vor zwei Jahren, wäre ein Platz unter den ersten fünf schon ein Traumergebnis. Versagen hieße für Kemboi oder Shaheen, die Goldmedaille zu verlieren.


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