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Bücher zum Laufen – laufend neu … Eine Serie im Überblick (Teil I)

Zum Auftakt: “Die Laufbewegung in Deutschland“. Ein Sammelband

07.08.2004

Bücher zum Laufen gibt es mittlerweile in Hülle und Fülle. Laufend kommen neue hinzu. Wer kann da noch mit dem Lesen nachkommen? Unter dem Motto “Wer vieles bietet, bietet manchem etwas“ stellen wir in lockerer Folge jeweils “einer Handvoll“ Neuerscheinungen im Überblick vor. Wir setzen damit eine Serie fort, die wir im Frühjahr dieses Jahres begonnen haben. Wer sich die dort gut zwei Dutzend vorgesellten Bücher noch einmal ansehen möchte, kann dies in unserem Archiv unter der Rubrik “presse special“ jederzeit tun.

Ein Anspruch auf Vollständigkeit aller Neuerscheinungen zum Laufsport im deutschsprachigen Raum kann und soll mit unserer Serie jedoch nicht erhoben werden. Dennoch: Wir haben schon sorgfältig recherchiert, um vor allem solche “versteckten Schätzchen“ hier zu präsentieren, die man nicht in der ersten Regalreihe von gut sortierten Buchhandlungen findet. Die Auswahl von Büchern erfolgt aber auch vor dem Hintergrund, die mittlerweile immer breiter werdende Palette der Themen und Inhalte aufzuzeigen, die sich in den diversen Laufbüchern widerspiegeln:

Heute: Auftakt der Serie ...
Daher beginnen wir heute zum Auftakt der Serie auch nur mit einem einzigen Titel, der sich insofern von allen anderen folgenden Büchern unterscheidet, als es sich hier um einen Sammelband mit Beiträgen einer Vielzahl von Autorinnen und Autoren handelt und in dem somit eine große Fülle ganz unterschiedlicher Themen zum Laufen abgedeckt wird … und dabei geht es schließlich – wie der Buchtitel schon andeutet – um die
“Laufbewegung in Deutschland“
insgesamt und interdisziplinär … und überhaupt:

Dieter H. Jütting (Hrsg.): Die Laufbewegung in Deutschland - interdisziplinär betrachtet. Waxmann: Münster 2004. 291 S. 25,50 €. ISBN 3-8309-1332-X.

Dieses Buch geht zurück auf eine populärwissenschaftliche Vortragsreihe an der Universität Münster und versammelt insgesamt 17 Beiträge, die sich aus verschiedenen Forschungsdisziplinen (z.B. Geschichte, Medizin, Ökonomie) dem Phänomen des Laufens widmen. Sie versuchen allesamt, aber in je spezifischer Weise die These zu unterstreichen, dass die Laufbewegung hierzulande – so ist schon in der Einleitung des Herausgebers zu lesen - längst zu einem selbstverständlichen und unübersehbaren Bestandteil der sportiven Alltagskultur geworden ist. Alle Verfasserinnen und Verfasser der dort versammelten Beiträge bezeichnen sich selbst als aktiv Laufende. Sie waren seinerzeit angehalten, in ihren Vorträgen “im besten Sinne volkstümlich“ (S. 8), also möglichst für jedermann und jedefrau verständlich zu reden. Deswegen waren auch die Vortragstitel alltagssprachlich und in Frageform vorgegeben – Beispiele gefällig?

  • Gibt es einen optimalen Laufstil? (Walter Oberste)
  • Warum sind Frauen in der Laufbewegung unterrepräsentiert? (Gertrud Pfister)
  • Laufen – ein Allheilmittel für die Gesundheit? (Klaus Völker)
  • Wie kann ich Lauftherapeut werden? (Alexander Weber)
  • Was bedeutete Laufen im alten Griechenland? (Erhard Wiersing)

Buchherausgeber Prof. Dr. Dieter H. Jütting versucht in seinem Beitrag: “Was ist der Unterschied zwischen Joggern und Volksläufern?“ die beiden Läufertypen Jogger und Runner näher zu charakterisieren. Diese Art von sozialstatistischer Verortung basiert auf Befragungen am Rande von Volksläufen, Lauftreffs und anderen kollektiven Laufevents. Demnach lassen sich – stark verkürzt und idealtypisch kontrastiert – beide Läuferfiguren so unterschieden: Der Jogger läuft vornehmlich im moderaten Tempo für seine Gesundheit und betrachtet das Laufen hauptsächlich als Erholung und Entspannung, also als ein Mittel für nicht-sportliche Zwecke. Er will etwas Gutes für sich tun: “Laufen als ein Lebensmittel“. Demgegenüber läuft der Runner primär für sportliche Ziele mit individuellem Leistungsanspruch bei Wettkämpfen. Er genießt den symbolischen Gewinn bzw. die soziale Anerkennung seiner läuferischen Leistungen. Die positiven Wirkungshoffnungen des Joggers sind darin eingeschlossen. Vom Runner wird das “Laufen als ein Vergnügungsmittel“ betrachtet.

Am Rande: Der inzwischen emeritierte Kölner Immunbiologe Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck ist vielen auch in seinem “Zweitberuf“ als ein ausgezeichneter und enorm fleißiger (Lauf-) Aphorismenschreiber bekannt. Selbst sein Beitrag “Kann man durch Ausdauerlaufen sein Immunsystem stärken?“ ist durchtränkt davon – Kostprobe gefällig? Zu den (guten) Trinkgewohnheiten beim Laufen empfiehlt er uns beiläufig, aber durchaus einprägsam und ernst gemeint:
“Du sollst ein heißes Nierenbecken nicht mit kalten Bieren schrecken!“.
Ein Fazit zum Schluss: Dieses Buch richtet sich nicht nur an alle, die sich lehrend und forschend mit der Laufbewegung in Deutschland beschäftigen, sondern in erster Linie wohl an diejenigen, die zur Laufbewegung in Deutschland gehören.
Wer wollte sich dabei nicht gleich angesprochen fühlen?

www.waxmann.com
info@waxmann.com

Die Serie “Bücher zum Laufen - laufend neu“ wurde konzipiert und zusammengestellt von Dr. Detlef Kuhlmann, dem langjährigen Ressortleiter Kultur beim real,- BERLIN-MARATHON, im Hauptberuf Sportwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und natürlich selbst aktiver Läufer beim Sport-Club Charlottenburg (SCC Berlin) sowie ehrenamtlich engagiert bei SCC-RUNNING.

Die insgesamt sechsteilige Reihe “Bücher zum Laufen – laufend neu“ wird in den nächsten Wochen fortgesetzt, und zwar jeden Samstag ...
Sie sind herzlich eingeladen, bei der nächsten “Handvoll“ Neuerscheinungen zum Laufen vorbeizuschauen!


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