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IAAF Golden-League-Meeting in Zürich: El Guerrouj wieder in Form, aber geschlagen von Lagat

Jahresweltbestzeit von Lagat: 3:27,40

07.08.2004

Der olympische Fluch

Es sieht fast so aus, als sollte sich der olympische Fluch für Hicham El Guerrouj auch bei seiner dritten Olympiateilnahme fortsetzen. Der beste Mittelstreckenläufer des vergangenen Jahrzehnts musste bei der Leichtathletik-Generalprobe für Athen, bei der vierten Station der IAAF Golden League beim legendären Meeting in Zürich, mit Platz zwei vorlieb nehmen.

Jahresweltbestzeit von Lagat: 3:27,40

1996 war der Marokkaner im olympischen 1500-m-Finale gestolpert, 2000 in Sydney fing ihn in einem mitreißenden Spurtduell der Kenianer Noah Ngeny kurz vor der Ziellinie noch ab. Nach gesundheitlichen Problemen meldete sich Hicham El Guerrouj in dieser Saison offenbar gerade noch zur rechten Zeit zurück, um im dritten Anlauf endlich Gold zu gewinnen. Doch in Zürich meldete ein anderer seine Ansprüche an: Bernard Lagat. Der Kenianer gewann ein superschnelles 1500-m-Rennen in der Jahresweltbestzeit von 3:27,40 Minuten. Das ist die schnellste 1500-m-Zeit seit knapp zwei Jahren. Hicham El Guerrouj gab am Ende nicht mehr alles, nachdem er gemerkt hatte, dass er Bernard Lagat nicht würde schlagen können, und lief in 3:27,64 ins Ziel.

Über 800 Meter auch Jahresweltbestzeit

Ein Kenianer lief auch über 800 Meter Jahresweltbestzeit: Wilfred Bungei setzte sich in erstklassigen 1:43,06 Minuten an die Spitze. Er wird nach dieser Leistung zu den großen Favoriten auf die Goldmedaille in Athen zählen. Eine persönliche Saisonbestleistung erreichte als Zweiter auch William Yiampoy (Kenia) mit 1:43,29. Als Vierter blieb Wilson Kipketer (Dänemark) in 1:43,89 Minuten immer noch unter 1:44. Kipketer wird eine olympische Goldmedaille wohl auf jeden Fall versagt bleiben. Der gebürtige Kenianer, der Däne wurde und deswegen 1996 bei Olympia nicht startberechtigt war, wurde 2000 sensationell im Spurt von Nils Schumann geschlagen. Während Schumann verletzungsbedingt seinen Titel nicht verteidigen kann, droht dem lange dominierenden Kipketer das gleiche Schicksal wie El Guerrouj.

Olympia-Aus für Shaheen

Und noch ein olympisches Schicksal gab es in Zürich: Saif Saaeed Shaheen (Katar) gewann überlegen die 3000 Meter Hindernis in hervorragenden 8:00,60 Minuten. Er verpasste zwar das Ziel, den Weltrekord zu brechen, doch schwerer wiegt das Olympia-Aus. Nachdem Shaheen im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt hatte, weil er die Staatsbürgerschaft wechselte und anstatt für Kenia bei der WM Gold für Katar gewann, ist er bei Olympia nicht startberechtigt. Für einen olympischen Start für Katar hätte Kenia seine Zustimmung geben müssen – doch das taten die Kenianer nicht. Zweiter wurde in Zürich Ezekiel Kemboi (Kenia/8:12,75), der nun als Gold-Favorit gilt. Das 5000-m-Rennen gewann der Kenianer John Kibowen in 13:01,69 Minuten.

Mutola wieder vorn

Bei den Frauen erlebte Zürich im Mittel- und Langstreckenbereich vor allem die Rückkehr von Maria Mutola (Mozambique) zur alten Form. Nach einer verletzungsbedingten Schwächeperiode gewann die Olympiasiegerin, die im vergangenen Jahr den IAAF Golden-League-Jackpot von einer Million Dollar ganz alleine gewann, die 800 Meter souverän in erstklassigen 1:57,47 Minuten. Im Endspurt hatte Jear Miles-Clarke (USA/1:58,03) keine Chance. Über 1500 Meter musste sich Mutolas Trainingspartnerin Kelly Holmes im Endspurt der Polin Wioletta Janowska (4:03,09 Minuten) geschlagen geben.

Ebenfalls rechtzeitig vor Olympia scheint Edith Masai in Form zu kommen. Die Kenianerin, die im März Cross-Weltmeisterin über die Kurzstrecke geworden war, gewann das 3000-m-Rennen in 8:36,43 Minuten. Deutlich war ihr Vorsprung vor Tola Kotu Zenebech (Äthiopien/8:40,32) und Sonia O’Sullivan (Irland/8:41,42). In Athen allerdings wird die Konkurrenz über 5000 Meter stärker sein.


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