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Olympia: Kelly Holmes lässt die Briten mit 800-m-Sieg jubeln, Meseret Defar gewinnt die 5.000 Meter, Irina Mikitenko läuft auf Rang sieben

24.08.2004

24 Stunden nach dem Marathon-Aus von Paula Radcliffe erfuhren die britischen Leichtathletik-Fans eine unerwartete Genugtuung: Kelly Holmes gewann sensationell die Goldmedaille über 800 Meter. Mit 34 Jahren gelang ihr der größte Triumph ihrer Karriere. In 1:56,38 Minuten gewann Kelly Holmes mit fünf Hundertstelsekunden vor der Marokkanerin Hasna Benhassi die Goldmedaille. Bronze ging an Jolanda Ceplak (Slowenien) in 1:56,43 Minuten. Maria Mutola (Mozambique) verpasste als Vierte in 1:56,51 eine Medaille. Die Titelverteidigerin hätte als erste 800-m-Läuferin in der Geschichte der Olympischen Spiele eine zweite Goldmedaille über 800 Meter gewinnen können.

An fünfter Stelle hatte sich nach dem Start Maria Mutola einsortiert. Direkt hinter ihr lief Jolanda Ceplak, gefolgt von Kelly Holmes. Eingangs der letzten Runde schob sich Maria Mutola dann langsam nach vorne und 200 Meter vor dem Ziel war sie an dritter Position, immer noch mit Kelly Holmes im Schlepptau. Als es auf die Zielgerade ging, hatte die Titelverteidigerin die Führung übernommen, doch Kelly Holmes kam langsam immer näher und zog im Spurt an der großen Favoritin, die zeitweise auch ihre Trainingspartnerin ist, vorbei. Benhassi und Ceplak kamen noch stark von hinten, doch sie kamen etwas zu spät für die Goldmedaille.

„Es war ein hartes Rennen für mich, denn ich hatte mir im Juli eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Da Kelly und ich zusammen trainieren, kennt sie meine Schwächen. Aber sie hat diese Goldmedaille wirklich verdient“, sagte eine faire Verliererin Maria Mutola. „Ich bin wie um mein Leben gerannt auf der Zielgeraden“, erklärte die Kelly Holmes, die beste britische Mittelstreckenläuferin aller Zeiten. „Ich hatte viele Tiefpunkte im Laufe meiner Karriere, aber dieses Rennen hier gleicht alles aus, was vorher schief lief.“ Bei Olympia hatte Kelly Holmes zuvor immer Pech: Im Vorfeld von Atlanta litt sie an einem Ermüdungsbruch und wurde Vierte, vor Sydney hatte sie eine Muskelverletzung zurückgeworfen. Dort gewann sie immerhin Bronze. „Es war daher in diesem Jahr mein erstes Ziel, gesund zu bleiben“, erklärte Kelly Holmes, die mit Margo Jennings den gleichen Trainer hat wie Maria Mutola.

Auch das zweite Lauf-Finale des Abends brachte eine kleine Überraschung: Denn eine der großen Favoritinnen über 5000 m, Elvan Abeylegesse (Türkei), die im Juni in Bergen noch den Weltrekord auf 14:24,68 Minuten geschraubt hatte, spielte als Zwölfte in 15:12,64 Minuten keine Rolle. Und die Cross-Weltmeisterin Edith Masai (Kenia) gab sogar auf. Olympiasiegerin wurde die erst 20-jährige Äthiopierin Meseret Defar in 14:45,65 Minuten. Silber gewann Isabella Ochichi (Kenia) in 14:48,19, und Bronze ging an Tirunesh Dibaba (Äthiopien/14:51,83).

Nach einer ersten Runde im Jogging-Tempo hatten zunächst die Chinesinnen Yingjie Sun und Huina Xing für höheres Tempo gesorgt. In der zweiten Hälfte des Rennens setzten sich dann Abeylegesse, Defar und später auch Ochichi an die Spitze. Wobei die Türkin bald schon den Kontakt verlor, während Ochichi auf den letzten 200 Metern gegen Defar keine Chance hatte. Defar hatte im März bereits den Hallen-WM-Titel über 3000 Meter gewonnen.

Ein glänzendes Rennen lief Irina Mikitenko (Frankfurt), die auf dem letzten Kilometer noch von Platz 13 auf Rang sieben nach vorne kam. „Ich habe mich am Ende prima gefühlt und bin sehr zufrieden, denn die Vorbereitung war nicht optimal. Ich konnte aufgrund von Eisenmangel ab Ende Mai sechs Wochen lang nicht trainieren“, erzählte Irina Mikitenko, die sich ein schönes Geburtstagsgeschenk machte. Sie wurde am Tag des Finals 32 Jahre alt.


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