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Olympia: Xing überrascht über 10.000 m, Radcliffe steigt wieder aus

28.08.2004

Während die Chinesin Huina Xing vier Jahre vor den Olympischen Spielen in Peking sensationell olympisches 10.000-m-Gold in Athen gewann und dabei im Spurt den favorisierten Äthiopierinnen keine Chance ließ, setzte sich das Drama um Paula Radcliffe fort. Fünf Tage nach ihrem Marathon-Aus bei Kilometer 36 hatte sich die Engländerin an die Startlinie des 10.000-m-Finales gestellt. Doch auch dieses Rennen beendete die Marathon-Weltrekordlerin und 10.000-m-Europerekordlerin nicht. Paula Radcliffe erlebte damit in Athen die schwerste Niederlage ihrer Karriere. Es wird nicht einfach sein, sich davon zu erholen. Wohl keinen anderen Athleten der Leichtathletikwettbewerbe in Athen traf es so hart. Xing siegte nach 30:24,36 Minuten vor den drei Äthiopierinnen Ejegayehu Dibaba (30:24,98), Derartu Tulu (30:26,42) und Werknesh Kidane (30:28,30). Die aus Kenia stammende Lornah Kiplagat (Holland) wurde Fünfte in 30:31,92. Die Äthiopier hatten kurzfristig auf Weltmeisterin Berhane Adere wegen Formschwäche verzichtet.

Als das Feld die 5000-m-Marke nach 15:34,56 Minuten passierte, lag Paula Radcliffe zwar noch in der 10-köpfigen Spitzengruppe, doch die Probleme waren ihr deutlich anzumerken. Zwischen Kilometer sechs und sieben ging sie schließlich aus dem Rennen. Fünf Tage nach einem Rennen über 36 km in derartigen Bedingungen war der Abstand einfach viel zu kurz. Vor vier Jahren hatte Tegla Loroupe bei Olympia in Sydney genau das auch versucht. Nachdem sie als Favoritin aufgrund von Magenproblemen beim olympischen Marathon nicht über Rang 13 hinausgekommen war, startete sie sechs Tage später über 10.000 Meter und wurde Fünfte.

Für Tegla Loroupe bedeutete dies damals eine große Enttäuschung – doch es war kein solches Desaster wie es Paula Radcliffe nun in Athen erlebte. Es scheint mehr als fraglich, ob die 30-Jährige in ihrer Karriere noch eine olympische Medaille gewinnen wird. „Das Marathon-Aus war psychisch so hart für mich, dass ich, um das zu überwinden, einfach wieder laufen musste. Heute war es im Gegensatz zum Marathon nicht die Erschöpfung sondern es waren Schmerzen im Bein, die mich stoppten. Es war ein Versuch, aber es ging nicht“, erklärte Paula Radcliffe.

Während Paula Radcliffe den nächsten olympischen Niederschlag verarbeiten musste, sollten die an der Spitze rennenden Äthiopierinnen auch noch eine Überraschung erleben. Da Trio mit Dibaba, Tulu und Kidane bestimmte die Pace und hatte mit Tempowechseln die Konkurrenz ermüdet. Doch eine wurden sie nicht los: Huina Xing, die Junioren-Weltrekordlerin über diese Strecke, hielt mit und legte schließlich im Endspurt derart zu, dass Ejegayehu Dibaba keine Chance hatte. „Hier zu gewinnen, hätte ich mir nie vorstellen können“, sagte Huina Xing.

Die einzige Deutsche im Feld, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), kam nicht über Rang 15 in 32:00,85 Minuten hinaus.


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