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Olympia: El Guerrouj und Holmes Doppelsieger

29.08.2004

Drei großartige Lauf-Entscheidungen gab es am letzten Leichtathletik-Tag der Olympischen Spiele von Athen im Olympiastadion. Am Sonntag steht zum Abschluss des Programms nur noch der Marathonlauf der Männer auf dem Programm.

Vor diesen Olympischen Spielen war Hicham El Guerrouj einer der großen olympischen Pechvögel. Doch am vorletzten Tag der Spiele schaffte der Marokkaner etwas, was bisher nur Paavo Nurmi gelungen war. Der legendäre Finne wurde 1924 Doppel-Olympiasieger über 1.500 und 5.000 Meter. Das schaffte nun auch Hicham El Guerrouj in Athen. Und dabei rang der 1.500-m-Sieger im Endspurt des 5.000-m-Finales keinen geringeren nieder als den 10.000-m-Olympiasieger und 5.000-m-Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien). Nach einem ersten Rennabschnitt im Bummeltempo, kam es erst auf der letzten Runde zum echten Showdown. Sechs Läufer gingen gemeinsam in die letzte Runde. 200 Meter vor dem Ziel überholte Kenenisa Bekele den führenden Kenianer Eliud Kipchoge, doch hinter ihm kam noch Hicham El Guerrouj. „Ich war optimistisch schon vor dem Start optimisitsch“, erklärte El Guerrouj und fügte hinzu: „Ich widme diesen historischen Doppelsieg meinem Land.“

Eine zweite Athletin, die ebenfalls in den letzten Jahren immer wieder Pech hatte, erlebte in Athen ebenfalls traumhafte Tage: Kelly Holmes rannte nach dem 800-m-Gold nun auch über 1500 Meter zum Sieg. Die Britin ist die dritte Läuferin der olympischen Geschichte, der dieser Doppeltriumph gelang. Tatjana Kazankina (UdSSR) hatte dies 1976 in Montreal geschafft, Swetlana Masterkowa (Russland) 1996 in Atlanta. Kelly Holmes war ein taktisch perfektes Rennen gelaufen und in der letzten Runde von Platz acht zum Gold gestürmt. „In Worten kann ich nicht ausdrücken, wie ich mich fühle. Der 800-m-Sieg war wie ein Schock und das heute ist einfach der komplette Wahnsinn“, erklärte Kelly Holmes. „Sie kann beide Strecken gewinnen, wenn sie es schafft, die Konzentration zu behalten“, hatte Großbritanniens Mittelstrecken-Legende Sebastian Coe vor dem Finale prophezeit.

Vier Jahre lang hatte sich Juri Borsakowski auf diesen Moment vorbereitet: Nun war der russische 800-m-Läufer tatsächlich punktgenau topfit. In 1:44,45 Minuten wurde der 23-Jährige Olympiasieger über 800 Meter. Damit hatte der einzige nicht aus Afrika stammende Athlet im Finale den anderen die Show gestohlen. Als es auf die Zielgerade ging, lag der aus Kenia stammende Däne Wilson Kipketer noch vorne, nachdem er Wilfred Bungei (Kenia) in der Kurve überholt hatte. Doch es sollte wieder nicht reichen für den 800-m-Weltrekordler, der nun sicher ohne olympisches Gold bleiben wird. 1996 war er die Nummern eins, war jedoch aufgrund seines Nationalitätenwechsels gesperrt. Im Jahr 2000 kam ihm der sensationell Gold gewinnende Nils Schumann dazwischen, und nun musste sich Wilson Kipketer hinter Mbulaeni Mulaudzi mit Bronze begnügen. Der Südafrikaner lief 1:44,61 Minuten während Kipketer nach 1:44,65 im Ziel war.


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