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Helmut Schiessl in souveräner Manier zum Titel am Hochgrat

Deutsche Berglauf-Meisterschaften in Oberstaufen – Kritik an DM-Terminierung eine Woche vor der World-Trophy

30.08.2004

Helmut Schiessl in souveräner Manier zum Titel am Hochgrat Auch Stefanie Buss erfolgreiche Titelverteidigerin – Deutsche Berglauf-Meisterschaften in Oberstaufen – Kritik an DM-Terminierung eine Woche vor der World-Trophy

Die Vorjahresmeister sind auch die aktuellen Titelträger, so lassen sich in Kurzform die deutschen Berglaufmeisterschaften in Oberstaufen umschreiben. Mit eindrucksvollen Leistungen behaupteten nämlich auf der ungewohnt kurzen Distanz von 6,040 m Helmut Schiessl und Stefanie Buss am 1708 m hohen Hochgrat ihre Vormachtstellung im Deutschen Leichtathletik-Verband.
Während der Buchenberger keine Probleme hatte, den nur noch sporadisch startenden Thomas Greger, immerhin Meister der Jahre 2000 bis 2002, klar auf Distanz zu halten, hatte die für den ASC Rosellen/ Neuss startende Stefanie Buss doch zu kämpfen, um die nach einer Babypause in nahezu „alter Stärke“ wiederkehrende Romy Lindner und die dichtauf folgende Alexandra Bott in die Schranken zu verweisen.

Das Erfolgsrezept von Helmut Schiessl: „Im Steilen richtig Gas geben!“

„Ich konnte im Steilen richtig Gas geben, das ist eben auch meine Stärke“, freute sich Helmut Schiessl über seinen erneute Sieg, der mit über einer Minute Vorsprung auch reichlich komfortabel ausfiel. Dies ist etwas verwunderlich, weil der Buchenberger vor zwei Wochen erst bei der Berglauf-Long Distance-WM, integriert in den über 33 km führenden Klassiker Sierre-Zinal im Schweizer Wallis, hinter dem Mexikaner Ricardo Mejia überraschend Silber gewonnen hatte. „Ich hatte vielleicht zwei Tage schwere Füße, dann aber lief es schon wieder normal“.
Während Schiessl sein Rennen nach Belieben gestalten konnte, musste sich der inzwischen als Grund- und Hauptschullehrer in Ludwigshafen tätige Thomas Greger dem Newcomer Andre Green erwehren, der als Flachländer aus Hamburg immer mehr Gefallen am Berglauf findet und sich als knapp geschlagener Dritter auf direktem Wege für die Berglauf-Nationalmannschaft qualifizieren konnte. „Für mich war es schon ein optimales Ergebnis“, bekannte Thomas Greger, der als junger Familienvater nur noch sporadisch zum Laufen kommt und erstmals bei einer Meisterschaft ohne Berglauftraining ins Rennen gegangen war. „Mich freut es, dass ich Andre Green noch in Schach halten konnte, und dies, obwohl meine Lungen heftig gepfiffen hatten!“

„Ich glaube, Berglaufen könnte für mich eine neue Herausforderung sein
Während Greger sich mit dem Schulbeginn in Rheinland-Pfalz beschäftigt, darf der deutsche Crossmeister und frühere Hindernisspezialist Green die Koffer für die Berglauf-World-Trophy in Italien packen. „Wenn die Strecke etwas länger gewesen wäre, hätte ich sogar noch Thomas eingeholt. Es lief wirklich gut. Mir kam vor allem der gleichmäßige Anstieg entgegen!“ Und blickt bereits weiter in die nächste Saison: „Ich glaube, Berglaufen könnte für mich eine neue Herausforderung sein. Wenn ich im Winter kräftemäßig noch etwas zulegen kann, dann sehe ich im Berglaufen noch Perspektiven“.
Interessante Anmerkungen für einen Langstreckler, der zu Saisonbeginn im Begriff war, vom Leistungssport zum Funläufer zu mutieren, nicht zuletzt, weil er nach seinem Studium mit der Planung und Durchführung von Promotionaktivitäten von Reebok ein interessantes Betätigungsfeld gefunden hat, das natürlich mehr als nur ein Nebenjob ist.

DLV-Berglauf-Chef Münzel: „Erwarte gutes Abschneiden bei der World-Trophy!“

Defizite sieht derzeit auch Romy Lindner, die in der nationalen Szene vor ihrer Babypause schon den Ton angegeben hatte und sich nun wieder anschickt, zur Spitze aufzuschließen. „Ich trainiere seit März. Dafür läuft es schon recht ordentlich. Unser Sohn Paul fordert schon die ganze Aufmerksamkeit. Ich muss mir die Zeit einfach stehlen, deshalb muss ich auf das zeitintensive Mountainbike-Fahren verzichten“, erklärte Romy Lindner. Sie musste sich bis zum Ziel der stark auftrumpfenden Alexandra Bott erwehren, die sich ebenso für die WM qualifizieren konnte wie auch die einheimische Kerstin Harbich, die auf ihrer Hausstrecke nicht über Rang vier hinaus kam.

Gegen die Routiniers wie Schiessl, Greger und Co. hatten es die jungen Läufer um Timo Zeiler, der allerdings wegen einer langwierigen Verletzung noch Trainingsrückstand hat, schwer, sich zu behaupten. Als Sechster rückt der Trochtelfinger ins WM-Team. „Für uns ist es wichtig, gerade junge Läufer in die Nationalmannschaft zu integrieren. Deshalb wird Timo Zeiler auch den Vorzug vor Dirk Debertin oder Eckhard Wagner bekommen, obwohl diese im direkten Vergleich vor ihm einkamen“, rechtfertigt DLV-Berglauf-Chef Wolfgang Münzel seine Nominierung. Mit einem starken Team hofft Münzel auf ein ähnlich gutes Abschneiden wie bei dem allerdings bergauf-bergab-führenden Welt-Championat in Alaska. „Sowohl die Männer als auch die Frauen sollten unter die besten sechs Teams kommen können. Bei den Junioren ist eine Prognose sehr schwer, während ich bei den Juniorinnen schon mit einer Medaille rechne!“

Termingestaltung in der Kritik

Kein glückliches Händchen hatten die Verantwortlichen mit der Terminierung der deutschen Berglauf-Meisterschaften am Hochgrat in Oberstaufen-Steibis. Für viele der weit angereisten Läufer war der TV-Anschaungsunterricht der olympischen Marathonentscheidung der Männer am späten Nachmittag schon alleine wegen der verstopften Autobahnen nicht möglich. Das ließe sich vielleicht noch verschmerzen, dafür wogen andere Aspekte weitaus schwerer.
Die Verbands-Verantwortlichen müssen sich nämlich fragen lassen, wie sich die zwingend erforderliche Regeneration darstellen lässt, wenn eine Woche nach der letzten Qualifikation die World Trophy im italienischen Sauze d’Oulx bereits ansteht, bei der alle in Oberstaufen am Start stehenden Athleten in Bestform sein sollten. Die für Meisterschaften ungewöhnlich kurze Distanz von gerade einmal sechs Kilometern lässt sich allenfalls mit dem steilen Parcours von 850 m Höhendifferenz rechtfertigen. Nach einem herrlichen Sonnentag sorgten am Wettkampfmittag widrige Witterungsverhältnisse an der Bergstation der Hochgratbahn für ein Schnellverfahren bei der Siegerehrung, so dass die umfangreichen Anstrengungen des TSV Oberstaufen um eine würdige Meisterfeier im böigen Wind und Regenschauern regelrecht untergingen.

Wilfried Raatz

Hochgrat-Berglauf/ Deutsche Berglaufmeisterschaften Oberstaufen/Steibis (6,040 m/ HD 850 m):

Männer:
1. Helmut Schiessl (TSV Buchenberg) 31:56, 2. Thomas Greger (TV Hatzenbühl) 33:04, 3. Andre Green (LG Wedel-Pinneberg) 33:11, 4. Dirk Debertin (SG Walldorf Astoria) 33:38, 5. Eckhard Wagner (SpVgg. Mössingen) 33:46, 6. Timo Zeiler (TSV Trochtelfingen) 34:03, 7. Matthias Hecktor (1. FRC Kaiserslautern) 34:07, 8. Andreas Biberger (LC Mittenwald) 34:18, 9. Ulrich (USC Freiburg) 34:19, 10. Jenne (USC Freiburg) 34:33, 11. Syme (LC Mittenwald) 34:36, 12. Fuhrbach (TV Hatzenbühl) 34:40, 13. Frei (USC Freiburg) 34:45, 14. Diehr (VfL Wolfsburg) 34:48, 15. Benz (LG Brandenkopf) 34:54, 16. Lindner (LAC Erdgas Chemnitz) 35:08, 17. Englert (TV Hatzenbühl) 35:12, 18. Enders (SV Frankenheim) 35:35, 19. Beha (FC Unterkirnach) 35:45, 20. Echtler (SVO Germaringen) 35:54.

Junioren: 1. Benjamin Lindner (LAC Erdgas Chemnitz) 35:08, 2. Marcus Enders (SV Frankenheim) 35:35, 3. Thomas Dold (SV Steinach) 36:20, 4. Fritz (LC Chiemgau-Steigenberger) 36:40, 5. Seiler (LC ThüringenGas Erfurt) 37:08, 6. Matth. Jahn (LG Baunatal/ Fuldabrück) 37:24.

Mannschaften: 1. TV Hatzenbühl (Greger, Fuhrbach, Englert) 1:42:56, 2. USC Freiburg (Ulrich, Jenne, Frei) 1:43:37, 3. TSV Buchenberg (Schiessl, Brack, Winkler) 1:46:42, 4. SVO Germaringen 1:51:15, 5. LG Brandenkopf 1:52:04, 6. LG Sieg/ Kreis Altenkirchen 1:52:53, 7. VfL Wolfsburg 1:55:30, 8. TSV Mindelheim 1:56:05, 9. FC Unterkirnach 1:57:26, 10. 1. FC Kaiserslautern 1:57:30.

Frauen:
1. Stefanie Buss (ASC Rosellen/ Neuss) 40:08, 2. Romy Lindner (LG Vogtland) 40:23, 3. Alexandra Bott (SSC Hanau-Rodenbach) 40:32, 4. Kerstin Harbich (TSV Oberstaufen) 41:02, 5. Barbara Imgraben (TV Britzingen) 41:28, 6. Melanie Hohenester 42:23, 7. Andrea Scharrer (beide LG Domspitzmilch Regensburg) 43:26, 8. Sylke Schmitz (TSV Kiebingen) 43:38, 9. Stengel (LG Domspitzmilch Regensburg) 43:45, 10. Klein-Arndt (ASC Rosellen/ Neuss) 44:14, 11. Mangold-Wolf (LC Chiemgau-Steigenberger) 44:22, 12. Reuter 44:47, 13. Reisinger 44:57, 14. Ke. Straub (alle SSC Hanau-Rodenbach) 45:11, 15. Karg (LG Domspitzmilch Regensburg) 45:37.

Juniorinnen: 1. Lisa Reisinger 44:57, 2. Kerstin Straub (beide SSC Hanau-Rodenbach) 45:11, 3. Eva-Maria Ferstl (LG Domspitzmilch Regensburg) 49:35, 4. Ka. Straub 50:03, 5. Annalena Steckelberg (beide SSC Hanau-Rodenbach) 50:50.

Mannschaften: 1. LG Domspitzmilch Regensburg (Hohenester, Scharrer, Stengel) 2:09:34, 2. SSC Hanau-Rodenbach (Bott, Reuter, Reisinger) 2:10:16, 3. ASC Rosellen/ Neuss (Buss, Klein-Arndt, Jenke) 2:12:19, 4. SSC Hanau-Rodenbach II 2:25:00, 5. ASC Rosellen/Neuss II 2:30:10, 6. LG Domspitzmilch Regensburg II 2:33:07.


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