42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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710 Teilnehmer beim 1. Stienitzseecross - Erfolg bei Premiere

Petrus sorgte für Sonnenschein - Großartige Resonanz bei der Premiere rund um den Stienitzsee/Mozart und Haydn am Wegesrand

04.09.2004

Rüdersdorf bei Berlin, Ortsteil Hennickendorf, 4. August 2004:

Initiatoren und Organisatoren des 1. Stienitzseecross müssen einen Vertrag mit dem Wettergott Petrus geschlossen haben. Anders ist kaum zu erklären, dass ausgerechnet am Samstag, 4. September, einer der schönsten Tage des verblichenen (und verregneten) Sommers nachgereicht wurde:
Blauer Himmel, kein Lufthauch, Sonne satt und die Seeoberfläche glatt wie ein Spiegel. Glücklicherweise verlief der Hauptteil der Strecke im Schatten des Waldes, ansonsten wäre es etwa zu warm zum Laufen gewesen.
Äußere Umstände, die das berühmte i-Tüpfelchen auf den Bemühungen der Veranstalter, Förderverein „Tradition und Zukunft des Stienitzsee e.V.“ und Kreissportbund Märkisch Oderland, waren, die Premiere dieser Veranstaltung im Rahmen der 7. Stienitzsee-Festtage des Rüdersdorfer Gemeindeteils Hennickendorf möglichst positiv zu gestalten.

Und dies gelang durch eine alle Erwartungen übertreffende Resonanz mit einer Gesamtzahl von 710 Teilnehmern eindrucksvoll.
Doch es war beileibe nicht das traumhafte Wetter allein, dass die Konzeptväter Henrik Sundström und Sören Heinz sowie der sportliche Gesamtleiter Klaus-Peter Nowack am Ende mit Lob förmlich überschüttet wurden. „Noch nie habe ich eine so liebevolle Betreuung unterwegs auf der Strecke erfahren“, sagte eine Läuferin aus Berlin nach der Zielankunft.
Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte Georg Heinrich Thyssen-Bornemisza, der sich auch selbst unter die Läufer mischte und unerkannt mitmachte.

Die Organisation sei wirklich gut gewesen „und dazu die herrliche Natur – dieser Start war ein Erlebnis“. Für Sabine Milde auf ihrer 9-km-Route auch aus dem Grunde, weil sie sich zwischenzeitlich die Muße gönnte, die am Rande der Strecke aufgestellten Hinweistafeln zur Historie dieser Gegend zu lesen.
Für ihren mitlaufenden Mann Horst Milde, Gründer und Entwicklungshelfer des real,- BERLIN-MARATHON zu einem weltweiten Lauf-Topereignis, wiederum war es eine kleine Entdeckungsreise: „Wir wußten vorher gar nicht, dass hier am Ostrand Berlins so ein herrlicher See mit Wasserstraßenanbindung bis zu Nord- und Ostsee existiert.“

Ellen Wessinghage aus Mainz ...
Noch von weiter her, aus der Nähe von Mainz, war Ellen Wessinghage - die nicht ganz unbekannte ehemalige Klasse-Mittelstrecklerin - angereist, die Siegerin des Frauenlaufs über 12 km: „Eine echte Crossstrecke“ und anspruchsvoll sei der Kurs, den man bei stärkeren Teilnehmerfeldern „stellenweise entschärfen“ und „stellenweise besser markieren sollte“.

Knackiger Streckenparcours mit Anforderungen
So kurz vor dem nahenden 31. real,- BERLIN-MARATHON am 26. September wäre es für viele verwöhnte flache Asphalt-Strecken-Bolzer ein Wiedersehen gewesen mit der ruppigen Mutter Natur. Der Parcours zeigte den Läufern die Basis des Grundlagentrainings mit der natürlichen Bodenbeschaffenheit - hier kann man sich die fehlenden "Körner" holen, die einem das Überleben auf den letzten Kilometern des Marathon sichert.

Henrik Sundström und sein Team werden die Hinweise der 38-fachen Deutschen Meisterin, Hallen-Europameisterin von 1983 (1500 m) und zweimaligen Olympiastarterin (1972/1976) sicherlich aufnehmen. Denn nach seinen Worten (und dem positiven Echo allerseits) wird es „auf jeden Fall 2005 eine zweite Auflage der Veranstaltung geben“. Der Redakteurin der „Laufzeit“ erklärte der 42-jährige Geschäftsführer der Baustoff-Industriewerke Hennickendorf GmbH und frühere schwedische Tennisspieler (Top Ten der Welt): „Wenn Sie bedenken, was wir hier in nur zweieinhalbmonatiger Vorbereitung in Kooperation mit den lokalen Vereinen und kommunalen Partnern auf die Beine gestellt haben, dann kann ich nur sagen ‚great‘.
Vor zwei Wochen kalkulierten wir noch mit einer Starterzahl von 200 bis 300. Jetzt hatten wir mehr als das Doppelte.“ Großartig und fast einmalig (und begeistert angenommen) war auch die Umrahmung des Laufen, Wanderns oder Nordic Walking: So waren Künstler des Wiesenzirkus „Bunterhund“ an den Zwischenzielen 3 und 9 km aktiv: mit einer Trommlergruppe, einem Mann am Klavier, Stelzengängern.

Und kurz vor dem 12-km-Ziel, an einer wilden Badestelle bei den „Gummiwiesen“, animierte das Streichquartett „Mai Ensemble“ aus Berlin mit Musik von Mozart und Haydn zum Verweilen.

Das beste für die 3 km und 9 km Läufer - der Dampfer ...
Und einen voll besetzten Ausflugsdampfer mit fröhlich winkenden Leuten – der älteste aktive Starter war 74 Jahre alt, die jüngsten mit den Großeltern drei oder vier – bei dem kostenlosen Schiffstransfer zurück zu Start und Ziel am Sportplatz Ringstraße hat der See schon lange nicht mehr gesehen ...

Angetan von diesem Ambiente war sogar Daniel Sandoz, Zweiter des 12-km-Rennens. In der Schweiz organisiert der 43-Jährige, Olympiateilnehmer und WM-Starter im Skilanglauf, Kurse für Skiläufer und Aktivreisen: „Ich halte viel davon, die Leute nicht nur für ein Fitnesstraining zu gewinnen, sondern bin auch selber aktiv.

Diesmal also beim Crosslauf rund um einen idyllisch gelegenen See, dessen Name mir vorher völlig unbekannt war.“ Erstmals auf Erkundung der Region war ein ganz junger Mann: Norman Schramm, 4 Jahre, aus Strausberg ging mit der Startnummer 823 auf die 3-km-Fun Runner-Distanz.

Natürlich ganz nahe bei Opa Norbert Lehr (56). Und das war gut so, denn nach Passieren des Ziels (Jung-Norman: „Wir sind manchmal gerannt und manchmal gemütlich gelaufen“) musste der Enkel ganz rasch in die Büsche...die einleuchtende Erklärung: „Ich habe unterwegs zuviel getrunken.“

Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski nur verbal ...
Kein Wunder, an einem Tag wie Samt und Seide und Temperaturen um die 27 Grad im Schatten.
Und wenn noch etwas nachzutragen wäre, dann vielleicht, dass Rüdersdorfs Bürgermeister Andre Schaller nach Mitmachen beim Bambini-Lauf den Startschuß zum ersten Wettbewerb abgab, der zweimalige Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski zumindest telefon-verbal „gutes Gelingen“ wünschte, Beate Blechinger, CDU-Fraktionsvorsitzende im Brandenburger Landtag, ihr Startversprechen beim Nordic Walking einhielt, die Tennsi-Exprofis Claudia Kohde-Kilsch, Eva Pfaff (beide Deutschland) und Virginia Ruzici (Rumänien) Unterricht im Mini-Tennis offerierten und selbst mitliefen, viele Vereine, Verbände, Institutionen ihre Info- und Werbestände feil boten ... all das hat den 1. Stienitzseecross zu einem rundherum gelungenen Ereignis für die Region gemacht.

Ernst Podeswa

Die wichtigsten Ergebnisse:
Frauen - 3 km:
1. Gerlisch 16:16,3, 2. Dorow 16:24,9, 3. Heinz 19:23,4;
9 km: 1. Heidlas 44:33,3, 2. Ledwon (KSC Strausberg) 50:25,1, 3. Holle (Hannover) 53:09,5;
12 km:
1. Wessinghage (Ingelheim) 49:11,1, 2. Snigola (Lichtenrade) 54:11,4, 3. Höhne 56:16,9.

Männer, 3 km:
1. Krüger 13:40,4, 2. Ledwon (beide KSC) 13:45,6, 3. Gaedle (LG Süd) 13:47,5;
9 km:
1. Pruß (Hannover) 32:42,5, 2. Fiegler (KSC) 34:10,1, 3. Deutschmann (beide KSC) 35:25,6;
12 km:
1. Engler 43:46,9, 2. Sandoz (Schweiz) 44:01,5, 3. Barber (SCC Berlin) 44:15,5.

www.stienitzseecross.de


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