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ISTAF am Sonntag: Wichtiger Schritt für Berlins WM-Bewerbung

28 Council-Mitglieder entscheiden am 4. oder 5. Dezember im Rahmen ihrer Tagung in Helsinki über den nächsten Austragungsort der WM

07.09.2004

Am nächsten Sonntag steht viel auf dem Spiel für die deutsche Leichtathletik. Doch nach der Enttäuschung im Kampf um die olympischen Medaillen sind dieses Mal nicht die deutschen Athleten gefragt. Das ist wahrscheinlich ein Vorteil. Denn eine zweite Pleite a la Athen hätte eine fatale Wirkung. Es geht darum, mit einem möglichst erfolgreichen Golden-League-Meeting ISTAF ein vielleicht entscheidendes Zeichen zu setzen im Wettbewerb um die Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009.

Favorit für das größte Sportspektakel nach den Olympischen Spielen?
Beim internationalen Leichtathletik-Verband IAAF gibt es Stimmen, die Berlin inzwischen als klaren Favoriten ansehen im Rennen um das für eine einzelne Stadt größte Sportspektakel nach den Olympischen Spielen. Wenn die 28 Council-Mitglieder am 4. oder 5. Dezember im Rahmen ihrer Tagung in Helsinki über den WM-Austragungsort abstimmen, stehen nur noch vier von ursprünglich acht Bewerbern zur Auswahl: Brüssel, Valencia, Split und Berlin. Nachdem alle außereuropäischen Städte ihre Kandidaturen zurückgezogen haben, sind offenbar Berlin und Brüssel die stärksten im Rennen.

Brüssel oder Berlin?
Beide Städte, Berlin und Brüssel, sind auch Austragungsorte der Golden-League-Serie der IAAF. Während Brüssel am vergangenen Freitag das wahrscheinlich einmal mehr hochklassigste Meeting der Saison erlebte – 47.000 Zuschauer sorgten für ein ausverkauftes Stadion und erlebten unter anderem zwei Weltrekorde –, bildet Berlin am Sonntag die letzte Station der sechs Sportfeste.

50.000 Tickets schon verkauft
Das Golden-League-Meeting von Brüssel sportlich zu übertreffen, wird für das ISTAF am Sonntag so gut wie unmöglich sein. Doch das ist auch nicht erforderlich, um die WM nach Berlin zu holen. Wichtig ist, ein gut organisiertes Sportfest zu präsentieren, das entsprechende Zuschauerzahlen anlockt. Das gelang im vergangenen Jahr im Jahn-Sportpark nicht. Doch das neue Olympiastadion in Kombination mit den erst vor kurzem beendeten olympischen Wettkämpfen in Athen zieht voraussichtlich so viele Besucher wie seit 1996 nicht mehr. Damals waren 53.000 Zuschauer beim ISTAF. Inzwischen ist für das Meeting am Sonntag der Unterring bereits ausverkauft. Es heißt, dass rund 50.000 Tickets vergriffen sind.

„Wenn das ISTAF über 50.000 Zuschauer hätte, wäre das ein sehr starkes Zeichen für die WM-Bewerbung“, erklärte Nick Davies, der Pressesprecher der IAAF, und fügte hinzu: „Wenn es bei einem deutschen Meeting möglich ist, derartige Zuschauerzahlen anzulocken, obwohl es in Deutschland zurzeit ja gar keine großen Leichtathletik-Stars gibt, wäre das ein großer Erfolg. Das bedeutet, dass die Leute kommen, um ausländische Stars zu sehen. Und das wiederum würde den Standort Deutschland bei der IAAF sehr interessant machen.“


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