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Marathon mit Bus und Bahn

Wenn Berlin läuft, geht es auch bei der BVG um Minuten

13.09.2004

Ihr Trainingsort heißt Besprechungsraum, ihre Laufstrecke ist der Stadtplan. Und den kennen Sie aus dem Effeff. Wenn Skater und Läufer an den Start gehen, sind auch Wolfgang Rink und Michael Prätel von der BVG mit von der Partie, allerdings ohne Laufschuhe.

Die beiden aus der Zentralen Leitstelle haben schon so manchen Marathon hinter sich bevor der Startschuss fällt - Sitzungs-Marathons. Absprachen mit Veranstalter, Polizei und Straßenverkehrsbehörde. Und mit ihren Kollegen von U-Bahn, Omnibus und Straßenbahn waren sie in den letzen Wochen auch "laufend" im Gespräch. Wenn die 52.000 Athleten auf Berlins Straßen laufen oder rollen beginnt ein Wettlauf um Zeit und Umleitungen. So wenig Behinderung wie möglich, das ist dabei die Mission der BVGer.

Die BVGer gehen lange vor dem Start der Läufer "auf Sendung". In kürzester Zeit bringen sie den Kollegen in den Leitstellen nahe, was entlang der Marathonstrecke passiert. Denn so viele wie möglich sollen mit den Öffentlichen zum Marathon kommen, Zaungäste und auch Läufer. Und während des Marathons sollen "Normalfahrer" von den Sperrungen so wenig wie möglich spüren. Koordination ist gefragt.

Da können die Männer (und Frauen) aus dem "Training 2003" schöpfen. Dieses Mal jedoch, soll erst wenn es tatsächlich notwendig ist gesperrt werden. Verkehrsmeister stehen in den Startlöchern: Absprachen mit Veranstalter und Polizei im Minutentakt, Funkkontakt zu den Kollegen in den Leitstellen.

Die Straßenbahner können nicht warten, bis die Skaterspitze in Sicht ist. Für sie beginnen die Steckensperrungen "planmäßig" früher. Damit die Inliner bei der rasanten Fahrt über und entlang der Tram-Trasse nicht in den Rillen der Gleise hängen bleiben, werden diese mit drei bis vier Zentimeter dicken Seilen "dicht" gemacht. Was aber hat die U-Bahn mit dem Marathon zu tun, es wird doch oberirdisch gelaufen? Einige U-Bahnlinien werden verstärkt, denn durch die Umleitungen bei Bus und Tram steigen viele Fahrgäste auf die U-Bahn um.

Lassen sich die ersten Läufer im Ziel feiern, beginnt für die BVGer ohne Laufdress die zweite Wettkampf-Runde, im Rückwärtsgang. Umleitungen aufheben, Seile aus den Gleisen entfernen und so schnell wie möglich an die Leitstellen melden: "Strecke wieder frei!". Ein Marathon auf andere Art.

Bernd Wegner

www.bvg.de


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