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Kenianer Limo und Rutto im Blickpunkt

Heißer Marathon-Herbst beginnt in Berlin am nächsten Sonntag / Kommt Paul Tergats Weltrekord in Gefahr?

19.09.2004

Der real,- BERLIN-MARATHON wird am nächsten Sonntag den Auftakt bilden zu einer spannenden und hochklassigen Marathon-Herbstsaison. Zwei Wochen später folgt am 10. Oktober der LaSalle Bank Chicago-Marathon und am 7. November steht der New York City-Marathon auf dem Programm. Das sind traditionell die drei großen Höhepunkte im Herbst.

Berlin und Chicago
Spitzensportlich standen dabei in den vergangenen Jahren meistens die Rennen in Berlin und Chicago im Blickpunkt. Bei den Männern sind es diese zwei Veranstaltungen, die über längere Zeit zuverlässig hochklassige Ergebnisse produzieren wie kein anderer Marathonlauf weltweit. Es ist kein Zufall, dass in der Liste der schnellsten Männer-Marathonrennen Chicago und Berlin in Führung liegen. Dabei wird das Durchschnitts-Ergebnis der besten zehn Zeiten, die je bei einem Rennen gelaufen wurden, gewertet. Zurzeit führt Chicago mit 2:06:19,5 Stunden mit weniger als einer Sekunde Vorsprung vor Berlin (2:06:20,2). Manches spricht dafür, dass nach dem nächsten Sonntag Berlin wieder in Führung geht. Chicago könnte dann am 10. Oktober kontern.

Felix Limo - schnellster Marathonläufer 2004
Über 35.000 Startnummern wurden für den real,- BERLIN-MARATHON in diesem Jahr vergeben. Das Limit war, wie auch in Chicago und New York, Wochen vor dem Start schon erreicht. Unter jenen, die in der deutschen Hauptstadt laufen ist auch Felix Limo. Der Kenianer ist der schnellste Marathonläufer des Jahres 2004. Bei seinem Sieg in Rotterdam lief er im April 2:06:14 Stunden. Windige Wetterbedingungen behinderten ihn damals in seinem zweiten Marathonrennen der Karriere. In Berlin, wo in den letzten Jahren immer wieder praktisch perfekte Wetterbedingungen geherrscht hatten, will Felix Limo seine Bestzeit weiter steigern. Die Frage ist, bis in welche Bereiche er auf der schnellen Strecke vordringen kann. Es war in Berlin, wo Paul Tergat vor einem Jahr mit 2:04:55 Stunden den Weltrekord aufgestellt hatte.

Drei Läufer mit 2:06:47
In Berlin sind neben Felix Limo drei weitere Läufer am Start, die Bestzeiten von unter 2:07 Stunden haben: Zufällig sind die Kenianer Raymond Kipkoech, Wilson Onsare und Fred Kiprop alle auf die Sekunde genau gleich schnell – 2:06:47. Bei den Frauen spricht vieles dafür, dass sich die seit 2000 andauernde japanische Siegserie fortsetzen wird. Yoko Shibui geht als Topfavoritin an den Start. Sie hat eine Bestzeit von 2:21:22 und möchte in Berlin den Streckenrekord von Naoko Takahashi (2:19:46) angreifen, der nach wie vor auch japanischer Rekord ist. Ihre Landsfrau Hiromi Ominami wird ebenfalls zu beachten sein, während mit Sonja Oberem die stärkste deutsche Marathonläuferin der letzten Jahre dabei ist.

Evans Rutto in Chicago ... und 40.000 Begleiter
Bei 40.000 Läufern hatte der LaSalle Bank Chicago-Marathon das Limit gesetzt. Am Start ist Kenias vielleicht zurzeit stärkster Marathonläufer, der aber ebenso wenig wie Felix Limo für den Olympia-Marathon nominiert worden war: Evans Rutto. Es gibt Fachleute, die Evans Rutto kennen und meinen, er hätte in Athen beste Chancen gehabt, olympisches Gold zu gewinnen. Den späteren Olympiasieger Stefano Baldini (Italien) hatte Evans Rutto beim London-Marathon im April um über zwei Minuten hinter sich gelassen. Trotz eines schmerzhaften Sturzes bei Kilometer 36 lief Rutto 2:06:18 Stunden. Der Kenianer gehört zur Trainingsgruppe von Uta Pippigs Coach Dieter Hogen. Evans Rutto wird in Chicago als Vorjahressieger an den Start gehen. 2003 lief der inzwischen 26-Jährige ein sensationelles Marthondebüt mit 2:05:50 Stunden. Nie zuvor war ein Debütant eine derartige Marathonzeit gelaufen – weder Paul Tergat noch Haile Gebrselassie oder Khalid Khannouchi. Ruttos Durchschnittszeit aus zwei Marathonrennen: 2:06:04 Stunden!

Khannouchi und Koech
In Chicago wird Evans Rutto unter anderen auf seinen Trainingskameraden Paul Koech (Kenia) und auf den früheren Marathon-Weltrekordler Khalid Khannouchi (USA) treffen, der dieses Rennen bereits viermal gewonnen hat. Ist das Wetter gut, kann auch hier der Weltrekord in Gefahr geraten.

New York mit 34.729 Finishern im Jahr 2003
Mit 34.729 Läufern im Ziel war der New York City-Marathon im vergangenen Jahr der größte der Welt. Spitzensportlich standen im vergangenen Jahr die Frauen im Blickpunkt, denn Margaret Okayo (Kenia) verbesserte den Kursrekord auf 2:22:31 Stunden – angesichts der nicht leichten, welligen New Yorker Strecke eine Top-Zeit.
Dieses Mal könnten die Männer stärker im Blickpunkt sein. Denn hier startet unter anderen der Sieger des Boston-Marathons, Timothy Cherigat. Der Kenianer gehört ebenso zur Trainingsgruppe von Dieter Hogen wie Bob Kennedy (USA) und John Yuda (Tansania), die beide ebenfalls in New York laufen werden. Zu ihren Gegnern wird der Olympia-Zweite von Athen, Mebrahtom Keflezighi (USA), gehören.


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