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Medical-Director Dr. Willi Heepe: Sterbewahrscheinlichkeit bei einem Marathonlauf sogar geringer ist als im normalen Leben

22.09.2004

„In einer US-Studie wurde kürzlich bekannt gegeben, dass die Sterbewahrscheinlichkeit bei einem Marathonlauf sogar geringer ist als im normalen Leben. Es ist nicht mehr legitim von einer größeren Gefahr für Marathonläufer zu reden“, erklärte der langjährige Medical-Director des real,- BERLIN-MARATHON am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.

Willi Heepe erklärte zudem: „Der real,- BERLIN-MARATHON ist eine der sichersten Laufveranstaltungen in Deutschland, was nicht zuletzt dem großartigen Team aus SCC-RUNNING, Polizei, DRK und Feuerwehr zu verdanken ist.
Trotzdem liegt es an der Vernunft jedes einzelnen, Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, auf sein Inneres zu hören aber auch Erb- und Familienkrankheiten ernst zu nehmen. Der real,- BERLIN-MARATHON bietet das Optimum an Sicherheit.“

Hoher Standard
„Es gibt weltweit kaum einen Lauf, bei dem die Teilnehmer so gut versorgt sind wie beim real,- BERLIN-MARATHON. Diesen hohen Standard wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen", erklärt Jürgen Lock, der als Direktor von SCC-RUNNING unter anderem die Organisation aller medizinischen Maßnahmen leitet. Komplettiert wird das Medical Board für alle organisatorischen Aufgaben vom ärztlichen Leiter Dr. Willi Heepe, Dr. Helmar Wauer von der Charité sowie Dr. Lars Brechtel von der Berliner Humboldt-Universität, der die wissenschaftliche Begleitung übernommen hat.

Systematisches Qualitätsmanagement
Basis der Arbeit des Medical Boards ist wie in den vergangenen Jahren ein systematisches Qualitätsmanagement. „Zunächst haben wir den letzten Marathon genauestens analysiert, haben Unfallschwerpunkte bei Läufern und Skatern identifiziert und Problemfälle ermittelt“, erläutert Jürgen Lock die Vorgehensweise, mit der die medizinische Versorgung Jahr für Jahr noch weiter optimiert wird.
Wie in den Jahren zuvor setzen die Organisatoren auf ein dichtes Netz von stationären Unfallhilfsstellen sowie eine große Anzahl von mobilen Einsatzkräften. Die operative Einsatzleitung vor Ort übernimmt an beiden Veranstaltungstagen das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr, die bereits seit sieben Monaten in die Planungen einbezogen sind.

Ab km 15 - alle 3 Kilometer Unfallhilfsstellen
Auf den ersten Kilometern der Strecke werden vor allem mobile Rettungsfahrzeuge und Ärzte auf Fahrrädern unterwegs sein, ab Kilometer 15 sorgen alle drei Kilometer stationäre Unfallshilfsstellen mit mindestens ein bis zwei Ärzten für Sicherheit.
Auf den letzten sechs Kilometern verringert sich der Abstand der Stationen sogar auf einen Kilometer. Bei den radelnden Sportärzten steht nicht so sehr die Erste-Hilfe-Maßnahme als Notfallversorgung im Zentrum des Handelns, sondern vielmehr eine ärztlich-pflegerische Hilfestellung des Läufers während des Rennens. Dazu gehören das Verteilen von Pflastern, Bagatell-Medikamenten und anderen Hilfsmitteln, die auf der Strecke nützlich sind.
Selbstverständlich agieren auch diese Ärzte bei eventuellen Zwischenfällen notfallmedizinisch.

Die Feuerwehrstreifen
Weiterer Kern der Notfallversorgung sind 20 Feuerwehrstreifen entlang der Strecke, die – ebenso wie alle anderen medizinischen Helfer – in ständiger Funkverbindung zur Leitstelle aktiv sind, um im Fall der Fälle das Menschenmögliche tun zu können.

Philips und die medizinische Notfallausstattung
Alle Einsatzfahrzeuge sowie die Streifen sind mit AED-Geräten ausgestattet, die beim plötzlichen Herzstillstand lebensrettend sein können. Das Unternehmen Philips stellt dem real,- BERLIN MARATHON die medizinische Notfallausstattung für die mobilen Einheiten der Feuerwehr zur Verfügung. Mit besonderem Bedacht wurde auch der medizinische Versorgungspunkt in der Zeltstadt im Zielbereich geplant. Hier konnten in den letzten Jahren eindeutige Behandlungsschwerpunkte sowohl in der Qualität als auch in der Quantität dokumentiert werden.

AED-Geräte alle 500 Meter
„Am Sonntag wird auf der Strecke rund alle 500 Meter eine AED-Gerät stehen für den Fall einer nötigen Reanimation“, erklärte Lars Brechtel, fügte aber auch hinzu: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, die gibt es nirgendwo im Leben.“

BERLIN VITAL mit Diskussionsforen
Im Idealfall kommt es natürlich überhaupt nicht erst zu Unfällen und Komplikationen auf der Strecke. Daher sieht das Medical Board einen Aufgabenschwerpunkt vor allem auch in der Aufklärung und Prävention. Auf der Messe BERLIN VITAL vermitteln Diskussionsforen mit namhaften Referenten Hintergrundwissen.
Zudem haben Läufer hier die Möglichkeit, sich in einem letzten Check vor dem Start abzusichern. „Für den Laien ist es kaum möglich, Beschwerden, die in den letzten Tagen vor dem Lauf auftreten, realistisch einzuschätzen. Im Zweifelsfall empfehlen wir immer, vor dem Start das Okay eines Arztes einzuholen", rät Jürgen Lock.

Die medizinische Versorgung in Zahlen

680 Einsatzkräfte
400 Liter Massageöl
300 Physiotherapeuten
150 Rettungssanitäter
70 Ärzte (darunter 14 Fahrradärzte, 3 Ärzte auf Motorrädern)

20 Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes
14 Krankentransportwagen
10 Stationäre Unfallhilfsstellen


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