41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Die Deutschen beim 31,- real,- BERLIN-MARATHON

Großer Druck lastet auf Sonja Oberem - Gelingt Youngster Romy Spitzmüller eine weitere Steigerung?

23.09.2004

Und eine weitere wichtige Frage kann in Berlin gelöst werden: Wie gut sind die deutschen Männer?

Ganz entspannt traf Sonja Oberem am Mittwoch im Athletenhotel in Siemensstadt ein. „Nach zehn Jahren möchte ich in Berlin wieder einen richtigen Marathon laufen“, gestand die Leverkusenerin. Vor zwei Jahren hatte zwar Sonja Oberem „aus Trainingsgründen“ die 42,195 km unter ihre Füße genommen, unterwegs noch Interviews dem ARD-Reporterteam gegeben, und als Drittbeste der deutschen Läuferinnen in einer 2:40er Endzeit sogar ins Ziel gekommen, ohne jedoch für die zugleich ausgetragenen deutschen Meisterschaften gewertet werden zu können, weil sie schlichtweg nicht gemeldet war. Dies alles im Vorfeld ihres Marathonstarts im japanischen Osaka.

Großer Druck
Doch auf Sonja Oberem lastet bei der 31. Auflage des real,-BERLIN-MARATHON am kommenden Sonntag großer Druck. Schließlich hatte sie nach einer Verletzungspause und den in Wien erreichten 2:30:58 Stunden vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK)einen Olympiastart eingefordert, sich jedoch bei den Sportfunktionären eine Abfuhr eingehandelt.
Der Frust ist bei Sonja Oberem am Ende ihrer langen und erfolgreichen Karriere erheblich, schließlich hatte sie sich in Athen angesichts der außergewöhnlichen Bedingungen durchaus einiges ausgerechnet. Doch Sonja hat sich inzwischen von dieser Riesenenttäuschung erholt, wieder Hoffnungen geschöpft, intensiv weiter trainiert und mit Race Director Mark Milde handelseinig für einen Start Ende September geworden.

Kann die Leverkusenerin unter 2:26 Stunden laufen?
Wie schnell wird die seit Jahren bei internationalen Meisterschaften stets unter den „top ten“ platzierte Sonja Oberem am Sonntag laufen? Die von ihr gehaltene DLV-Jahresbestzeit von 2:30:58 Stunden sollte kein Problem sein, ob sie allerdings an ihren Hausrekord von 2:26:13 heran laufen wird, den sie vor bei ihrem Sieg in Hamburg vor drei Jahren gelaufen war, ist freilich eine andere Frage. Doch Sonja Oberem ist eine äußerst zuverlässige Läuferin, die allerdings noch nie auf Rekordjagd gegangen ist. Nämlich das ist eher nicht der Stil der von dem früheren Mittelstreckenass Paul-Heinz Wellmann trainierten früheren Triathletin.

Abschiedslauf für Kathrin Weßel
Doch Sonja Oberem ist nicht die einzige der deutschen Elite, die das Feld nicht kampflos den Shibui, Ominami, Omwanza und Co. Überlassen möchte. Da ist die 23jährige Romy Spitzmüller, die sich mit ihrem starken Auftritt Anfang April in Bonn mit 2:32:23 Stunden sogar auf das Nominierungskarussell für Athen brachte.
Doch der Hoffnungsträgerbonus kam bei den DLV-Verantwortlichen nicht an. Aber egal wie man es drehen und wenden möchte, hier wächst mit der Leipzigerin ein Langstreckentalent in die nationale Spitze hinein, die einmal in die Fußstapfen einer Sonja Oberem oder der in Abschiedsstimmung befindlichen Katrin Dörre-Heinig und Kathrin Weßel treten kann. Apropos Kathrin Weßel. Die Potsdamerin im Trikot des SC Charlottenburg wird auf Berlins Straßen definitiv ihren letzten Marathonlauf bestreiten. Einen „zum Genießen“, wie es die 37jährige formulierte.

Die vierte namhafte Läuferin der nationalen Elite ist die inzwischen für die TSG Heilbronn startende Manuela Zipse, die sich ihr Comeback nach der Babypause erheblich besser vorgestellt hatte als es die 2:36:51 Stunden von Hamburg auf dem Papier aufzeigen. Schließlich hat die Freiburgerin mit 2:30:58 eine klasse Bestmarke aufzuweisen.

Bescheidene Ziele bei den deutschen Männern
Während bei den Frauen mit Ausnahme der für Frankfurt aversierten Luminita Zaituc, der beim Olympiamarathon aufgegebenen Rostockerin Ulrike Maisch und der vor zwei Wochen als Siegerin beim Köln-Marathon gefeierten Claudia Dreher die deutsche Spitze startet, ist dies bei den Männern ungleich anders. Während bei den Frauen der Deutsche Leichtathletik-Verband leistungsmäßig international noch eine gute Rolle spielt, haben sich die deutschen Männer von der internationalen Klasse verabschiedet.

Stephan Freigang mit 2:14:02
Die DLV-Jahresbestzeit hält der frühere Olympiadritte Stephan Freigang mit indiskutablen 2:14:02 Stunden. Eine Zeit, die Carsten Schütz bei seinem Marathondebüt im Vorjahr in Essen mit 2:14:58 schon fast erreichte. Wie stark ist der Wattenscheider nun in diesem Herbst auf dem schnellen Berliner Asphalt? Adäquate Leistungen fehlen freilich in dieser Saison. Dies gilt nicht für Martin Beckmann, der sich auf der Halbmarathondistanz verbessern konnte und in Hamburg jedoch an seiner großen Erwartungshaltung zerbrochen war.

Beckmann und Schütz
Sowohl Schütz als auch Beckmann haben durchaus das läuferische Vermögen, in Berlin ein neues Saisonmaß zu setzen. Dafür hat man beim Veranstalter allerdings gesorgt, denn die „deutsche Gruppe“ wird neben den Bemühungen um schnelle Endzeiten bei den Topläufern wie Felix Limo, Raymond Kipkoech, Fred Kiprop, Wilson Onsare und Co. Auch mit eigenen Tempomachern versorgt sein. Diesen Part wird unter anderem der der Wattenscheider Alexander Lubina übernehmen, der vor Wochenfrist in Bad Liebenzell hinter Carsten Eich (Braunschweig) deutscher Vizemeister über die 10 km-Distanz geworden war.

Wilfried Raatz


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