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Errrol Marklein wird nach packendem Spurt seiner Favoritenrolle gerecht

Mehrfacher Paralympicssieger triumhiert im Handbike-Rennen am Brandenburger Tor

26.09.2004

Im Ziel riss Errol Marklein jubelnd die Arme hoch. Der 36jährige mehrfache Paralympicssieger vom Team Sopur aus Malsch bei Heidelberg zeigte sich im spannenden Zielsprint als der antrittsstärkste und gewann in 1:17:02 Stunden hauchdünn vor dem Holländer Michel Wijlems und dem Hamburger Stefan Lange. „“Ich fühlte mich so stark, dass ich es bei diesen Bedingungen auf einen kurzen Spurt ankommen lassen wollte“, so Marklein im Ziel. Der deutsche Rekordhalter, der erst im August in Celle den nationalen Rekord auf 1:08:13 Stunden geschraubt hatte, war eigentlich mit dem festen Vorsatz in die Bundeshauptstadt gekommen, seine eigene Rekordmarke in Richtung 1:05 zu drücken. „Bei den Witterungsverhältnissen war dies heute allerdings unmöglich. Deshalb wurde es ein absolut taktisches Rennen. Bei trockenen Bedingungen kann man hier eine 1:05 fahren!“ Der Routinier der Handbike-Szene hatte allerdings schon im Vorfeld bekannt, dass er unbedingt in Berlin gewinnen wolle, nachdem der nationale Verband in einem wenig durchsichtigen Auswahlverfahren seine Hoffnungen auf eine Paralympics erstört hatte: „Das wird mein Athen. Ich habe mich gut vorbereitet und bin absolut fit!“

In der Schlussphase des Rennens, bei dem erstmals die dank der schnelleren Rennstühle die Handbiker den Ton gegenüber den Rollstuhlfahrer angaben, zog Torsten Purschke vom Otto-Bock-Team als Erster den Spurt an, der Holländer Wijlems orientierte sich auf der rechten Seite der Spitze, während Marklein auf der linken Seite lauerte. „Ich habe unterwegs aus der Distanz festgestellt, dass ich heute so viel Druck machen konnte, dass ich mich auf eine Sprintentscheidung einlassen konnte. „Es sah eigentlich nur für Außenstehende so knapp aus. Eigentlich hatte ich die Sache im Griff!“.

„Wichtig ist für uns, dass wir in den real,- Berlin Marathon integriert werden können“, sieht Errol Marklein für die kommenden Jahre einen wichtigen Ansatz für die Handbiker. „Es wird kein Problem sein, zusammen mit den Inlinern zu fahren. Die Geschwindigkeit ist nahezu vergleichbar“ stellt er an die Adresse der Marathon-Macher in der Bundeshauptstadt eine Hausaufgabe. „Es muss geprüft werden, ob diese beiden Wettbewerbe zusammen gefügt werden können“. Bislang hatten die Rollstuhlfahrer den Berlin-Marathon geprägt, doch aufgrund der Terminüberschneidung mit den Paralympics in Athen hatten heuer die Topfahrer wie der 15fache Sieger Heinz Frei diesen Termin nicht im Terminkalender. Deren Streckenrekord steht in Berlin übrigens bei 1:21:39 Stunden. In der Kategorie der Rollstuhlfahrer gewann übrigens Thomas Gerlach mit 1:33:49 Stunden und elf Minuten Vorsprung vor Pierre Samuelsson aus Schweden. Im kommenden Jahr könnte es nun beim größten Marathon des Kontinents zu einem Aufeinandertreffen der im Trend liegenden Handbiker und den eher konventionellen Rollstuhlfahrer kommen. Angesichts der Vorteile zugunsten der Hightec-Geräte im Handbikebereich mit über 25 Gängen ist der Ausgang jedenfalls schon heute klar.

Wilfried Raatz


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