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Felix Limo: Der Sieger will im nächsten Jahr zwei Minuten schneller rennen

26.09.2004

Mit der Weltklassezeit von 2:06:44 Stunden, dem drittschnellsten Ergebnis dieses Jahres, gewann der 24-jährige Felix Limo die 31. Auflage des spektakulärsten deutschen Straßenlaufes.

Für die Kenianer gab es beim real,- BERLIN-MARATHON in den letzten Jahren viel zu feiern. Seit 1999 kommt der Sieger aus dem ostafrikanischen Land. Erst im vergangenen Jahr stellte Paul Tergat mit 2:04:55 Stunden den noch gültigen Weltrekord auf. Es ward diese Marke, die Felix Limo eigentlich in Berlin angreifen wollte. Doch das Wetter war nicht ideal für eine Rekordjagd. „Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder nach Berlin kommen kann und dass dann Petrus auf unserer Seite sein wird. Denn ich glaube, ich könnte in Berlin bei guten Bedingungen 2:04:45 Stunden laufen“, erklärte Felix Limo und fügte hinzu: „Was Paul Tergat kann, das kann ich auch.“ Besonders in der ersten Phase des Rennens hatte sich Felix Limo mehr darum kümmerte wo er hintrat als um Zwischenzeiten und Tempoverschärfungen. „Ich wollte nicht in Pfützen treten, denn dann kommt Wasser in die Schuhe und mit nassen Füßen zu laufen, das ist ziemlich unangenehm“, erzählte Felix Limo später. Die Ideallinie konnte er also nicht immer ganz einhalten.

Nachdem Felix Limo im April den Rotterdam-Marathon in der weiterhin gültigen Jahresweltbestzeit von 2:06:14 Stunden gewonnen hatte, war er trotzdem nicht für die Olympischen Spiele nominiert worden. Mit einer Portion Enttäuschung hatte er sich daraufhin im kenianischen Hochland in Kaptagat auf den Berlin-Marathon vorbereitet, um hier den Weltrekord anzugreifen. „Er hat das Potenzial dazu, diese Marke zu knacken“, sagt sein holländischer Manager Jos Hermens. Doch das Wetter spielte gestern nicht mit. „Zwischendurch hatte ich auch ein leichtes Rückenproblem, deswegen habe ich das Tempo etwas reduziert, um dann genügend Kräfte zu haben für die letzten Kilometer.“ Erst auf den letzten 1000 Metern wurde er seinen letzten Verfolger los, seinen überraschend starken Landsmann Joseph Riri, der fünf Sekunden hinter ihm ins Ziel lief.

Die Dominanz der kenianischen Marathonläufer beschränkt sich längst nicht auf den real,- BERLIN-MARATHON. In diesem Jahr haben sie alle bedeutenden Rennen gewonnen – London, Boston, Rotterdam und nun auch Berlin. In Chicago und New York gehören sie in den nächsten Wochen ebenfalls zu den großen Favoriten. Noch vor rund zehn Jahren war das anders. Bis zur Halbmarathondistanz dominierten sie immer wieder große Rennen. Doch im Marathon lief selten einmal ein Kenianer eine Weltklassezeit. Es gab damals offenbar ein Defizit im Wissen um das richtige Training.

Doch längst haben die Kenianer diesen Rückstand aufgeholt. Europäische Manager haben mit entsprechendem Wissen um das im Gegensatz zu den 10.000 Metern oder auch einem Halbmarathon andere, langfristig ausgelegte Training dafür gesorgt, dass die Kenianer nun auch über die klassische Distanz ganz vorne mitlaufen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse sogar komplett umgedreht. Während über die Bahn-Langstrecken die Äthiopier in den letzten Jahren und auch bei Olympia in Athen immer wieder gegen die Kenianer triumphierten, ist Kenia im Marathon eine Übermacht.

Das schlägt sich eindrucksvoll in Statistiken nieder: Von gut 150 größeren Marathonläufen weltweit haben die Kenianer im vergangenen Jahr 59 Prozent gewonnen. Auf Rang zwei liegen unter anderen Tansania und Brasilien mit jeweils 4,5 Prozent. Und von weltweit 1.054 Ergebnissen unter 2:20 Stunden kamen 2003 alleine 368 von Kenianern.

Heute sind es vor allen Dingen zwei Management-Gruppen, die mit kenianischen Läufern die internationale Marathon-Szene beherrschen. Der Italiener Gabriele Rosa, dessen Athleten in den letzten Jahren mehrfach auch beim real,- BERLIN-MARATHON triumphierten, ist der eine. Paul Tergat ist das Aushängeschild dieses Teams. Bei der anderen Gruppe (KIM International Management) spielt ein Berliner Trainer eine entscheidende Rolle. Dieter Hogen, der Coach der dreifachen Berlin- und Boston-Marathonsiegerin Uta Pippig, betreut wechselnd in Kenia und in Colorado ein Team von Topläufern. Im Gegensatz zu Gabriele Rosa hält Dieter Hogen die Gruppe seiner Läufer bewusst klein, um tatsächlich eine persönliche Betreuung jedes einzelnen realisieren zu können. Die Erfolge sind beeindruckend – in Chicago, London und Boston stellte Hogen zuletzt die Sieger. In Berlin war gestern keiner seiner Läufer am Start. Sie laufen statt dessen in Chicago und New York. Im nächsten Jahr könnte sich das ändern. So machte der real,- BERLIN-MARATHON eine Ausnahme, denn Felix Limo gehört zu keiner der beiden Gruppen.


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