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Viele Jugendliche steuern auf Herzinfarkt zu

Der Sportunterricht sollte einen höheren Stellenwert bekommen - Rauchen sollte konsequent verboten werden.

02.10.2004

Immer mehr Jugendliche laufen in Deutschland Gefahr, in ihrem späteren Leben einen Herzinfarkt zu erleiden. Denn Übergewicht, das neben der Nikotin-Abhängigkeit zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen zählt, droht sich unter Heranwachsenden rasant auszubreiten.

Weltherztag am 26. September
Anlässlich des Weltherztages am 26. September forderten deshalb die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und das Deutsche Krebsfor­schungs­zen­trum, in Schulen effektive Schutzmaßnahmen zu etablieren: Der Ernährungs­un­ter­richt muss endlich einen angemesseneren Platz im Lehrplan erhalten.
Der Sportunterricht sollte einen höheren Stellenwert bekommen. Und auch das Rauchen muss auf Schulgeländen in allen Bundesländern konsequent verboten werden.

Herzkranzgefäß-Verkalkung, die über Jahre fortschreitet
Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Herzinfarkt. Verantwortlich ist typischerweise eine Herzkranzgefäß-Verkalkung, die über Jahre fortschreitet und die Sauerstoff­ver­sor­gung des Herzmuskels kontinuierlich einschränkt. Zu den Hauptschuldigen einer solchen Gefäß-Verkalkung zählt vor allem die Zigaretten-Abhängigkeit sowie das Übergewicht, in dessen Folge es zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und zu der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus kommt.
Immer häufiger sind solche Risikofaktoren aber nicht nur bei Erwachsenen anzutreffen, sondern auch schon im Kindes- und Jugendalter. „11 bis 15 % der Schulanfänger haben heute bereits Übergewicht", betont Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen. „Es ist zu befürchten, dass Deutschland dem Trend der USA folgt, wo sich der Anteil übergewichtiger Kinder seit den 60er Jahren mehr als verdreifacht hat", so die Mahnung des renommierten Herzspezialisten.

Ernährungslehre in den Lehrplan aufnehmen
Zum Weltherztag hat deshalb die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und dem Deutschen Krebsforschungszentrum eine umfangreiche Stellungnahme verfasst, die konstruktive Vorschläge enthält, um Jugendliche effektiv vor Übergewicht und Zigaretten-Abhängigkeit zu schützen (siehe Dokumentation). Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die Ernährungslehre, die im Lehrplan aller Schulen einen angemesseneren Platz erhalten muss. Zudem sollte für ein gesundheitsförderndes Angebot an Pausen-Mahlzeiten gesorgt werden. Anstatt fettreiche und süße Gebäck-Teilchen anzubieten, sollte auf dem Schulgelände der Kauf von Obst, Vollkornbroten und Salaten ermöglicht werden.

Bewegungsmangel und Übergewicht mit Spaß an Bewegung entgegnen
Zudem müssen Schulen noch viel mehr dem Bewegungsmangel entgegenwirken, der immer noch zu den Hauptverursachern von Übergewicht zählt und heutzutage auch schon bei jungen Menschen weit verbreitet ist. „Aus medizinischer Sicht ist die Zahl der wöchentlichen Sportstunden dringend zu erhöhen", betont Prof. Gohlke. „Allerdings sollte der Leistungsgedanke nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Vielmehr muss der Spaß an der Bewegung geweckt werden, damit die sportlichen Aktivitäten auch im Erwachsenenalter über die Schulzeit hinaus fortgeführt werden."

Zigaretten-Abhängigkeit
Mehr Engagement sollten viele Schulen auch im Kampf gegen die Zigaretten-Abhängigkeit zeigen. Denn das Schulalter ist das typische Einstiegsalter in die Zigarettensucht, von der viele Betroffene in ihrem späteren Leben trotz größter Anstrengungen nicht mehr wegkommen. Die drei Organisationen fordern deshalb die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft dazu auf, endlich konsequent in allen Bundesländern die längst überfällige Gesetzesgrundlage für ein generelles Rauchverbot in Schulen zu schaffen.

Derzeit können vielerorts immer noch die Schulleiter alleine oder in Abstimmung mit dem Elternbeirat das Rauchen an ausgewiesenen Plätzen erlauben, sodass Raucher-Ecken in vielen Bundesländern nach wie vor zum Alltagsbild der Schulen gehören.

Quelle:
www.dsb.de


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