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Plattform Ernährung und Bewegung offiziell gegründet - nun sollen Taten folgen

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel bei Jugendlichen nehmen immer mehr zu

04.10.2004

Das Übergewicht der Kinder in Deutschland soll nicht mehr tatenlos hingenommen werden. Aus diesem Grund wurde am 29. September offiziell in Berlin die „Plattform für Ernährung und Bewegung e.V.“ ins Leben gerufen, in der alle wichtigen gesellschaftlichen Bereiche vertreten sind. Für den Deutschen Sportbund hat Ingo Weiss als Vorsitzender der Deutschen Sportjugend den Sitz in der Plattform eingenommen. Mit welchen Maßnahmen und wie übergewichtige Kinder und Jugendliche am besten erreicht werden können, steht nun im Mittelpunkt der Arbeit der Plattform, die im Wesentliche auf die Initiative von Ernährungsministerin Renate Künast zurückgeht.

Übergewichtig oder fettleibig - soziales Problem
Eine Vielzahl unterschiedlicher Studien liegen der Plattform zu Grunde, die trotz der verschiedenster Messdaten alle zum gleichen Ergebnis kommen: Die Zahl der Übergewichtigen – unabhängig ob im Kindes- oder Erwachsenenalter – hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Nach neuesten Erhebungen des Robert-Koch-Instituts sind rund zwei Drittel der männlichen und etwa die Hälfte der weiblichen Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Übergewicht ist zudem ein soziales Problem, dass zu einem großen Teil soziale Unterschichten und Migranten betrifft.

Veränderter Lebensstil der Betroffenen bereits im Kindergarten
Die Gründungsmitglieder der Plattform waren sich einig, dass Ansätze, die zu einem veränderten Lebensstil der Betroffenen führen, bereits im Kindergarten beginnen müssen. „Wichtige Voraussetzung für die Einbeziehung der Kindergärten und Schulen sind die Kultusminister der Bundesländer, die jedoch bisher an der Plattform nicht beteiligt sind“, kritisierte Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes, in seinem Statement.

Kritik an der fehlenden Beteiligung der Bundesländer
Das generelle Interesse der Ländervertreter ist zwar groß, aber zum Teil auch mit Auflagen verbunden. Dr. Werner Schnappauf, Minister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Bayern, fehlen beispielsweise die Aspekte Alkohol und Rauchen. Eine wichtige Rolle bei Umsetzung der Plattformsarbeit spielt auch das Präventionsgesetz, das noch im Oktober vom Gesundheitsministerium vorgestellt werden soll. Von der geplanten Bundesstiftung „Prävention und Gesundheitsförderung“ erwarten sich die Beteiligten eine entscheidende finanzielle Unterstützung.

Problem setzt sich fort bis ins Erwachsenen-Alter
Aktionen in den Kindergärten sind noch längst nicht die alleinige Lösung des Problems, da auch hier viele übergewichtige Kinder nicht erreicht werden können. Viele Migranten-Familien schicken ihre Kinder überhaupt nicht erst in den Kindergarten“, erklärte Ministerin Künast. Das Problem des Erreichens der Betroffenen setzt sich bis in das Erwachsenen-Alter fort.

Aufklärungsarbeit der Medien - auch BILD muß mitziehen
Viele Medien betreiben schon seit langem eine umfangreiche Aufklärungsarbeit in Bezug auf Ernährungs- und Bewegungsthemen. Dabei handelt es sich jedoch nur selten um die Zeitungen und Fernsehsendungen, die von den Übergewichtigen aus unteren Schichten konsumiert werden. „Es nützt wenig, wenn Spiegel und Stern über das Thema berichten. Erst wenn wir die Bild-Zeitung auf unserer Seite haben, können wir vielleicht etwas bewegen“ erklärte Sabine Kartte, Redaktionsleiterin für Gesundheitsthemen beim Magazin Stern.

Stigmatisierung vermeiden
Ein weiteres Problem sahen die Beteiligten der Plattform in der Stigmatisierung der Übergewichtigen. Prof. Dr. Bernd Strauß, Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft erklärte: „Es darf nicht das Motto entstehen, dass ‚vernünftige Dünne was für die unvernünftigen Dicken’ machen“. Mit geeigneten Aktionen sollen übergewichtige Kinder erfahren, dass Sport Spaß macht, ohne dass der Leistungsgedanke im Mittelpunkt steht.

Kein Zeitplan bisher
Einen genauen Zeitplan für das Vorgehen der Plattform gibt es bisher noch nicht. In den nächsten Monaten soll zunächst die Vielzahl von Maßnahmen, die schon existieren, gemeinsam mit den wissenschaftlichen Partnern der Plattform bewertet und Qualitätskriterien aufgestellt werden. In diesem Sinne soll die Plattform zu einem Kompetenz-Zentrum für die Umsetzung eines gesundes und kindgerechten Lebensstils werden. „Viele Erzieher oder Lehrer haben sich in der Vergangenheit mit ihren guten Ideen alleine gefühlt. Wir wollen mit konkreten Aktionen schnell ein Zeichen setzen, Türen öffnen und die Kräfte bündeln“, erklärte die Bundesministerin abschließend.

Quelle:
www.dsb.de

Hier wird schon eine ganze Menge für die Jugend unternommen:
http://www.real-berlin-marathon.com/news/show/002512
http://www.real-berlin-marathon.com/news/show/002509


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