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4. Königswinterer Drachenlauf am 24. Oktober 2004

1.000 Höhenmeter verteilt auf 26,3 Kilometer

27.10.2004

Wie bei einem großen Stadtmarathon sind die 500 Startplätze für dieses kleinen Rennen im Siebengebirge bereits Wochen vor dem Start restlos vergeben und das trotz der Herbstferien im Land und einer atemberaubenden Streckenführung.
Der Drachenlauf ist bereits in der vierten Auflage zu einer echten Kultveranstaltung geworden und mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wären auch eindeutig zuviel für die schöne Strecke auf den meist schmalen Waldwegen im Siebengebirge.

Echtes Erlebnis
Die Berge im Osten der ehemalige Hauptstadt der früheren Bundesrepublik Deutschland zeigen sich an diesem Oktobersonntag von ihrer schönsten Seite. Herbstlich bunte Wälder und echte Sommertemperaturen machen den Drachenlauf für Zuschauer und Läufer zu einem echten Erlebnis.

Sieben Berge
Das Rennen startet in Thomasberg, einem kleinen Ort im Osten der sieben Berge. Nach einer kleinen Runde durch den Ort beginnt der Aufstieg zum Ölberg, mit 460 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Gipfel des Siebengebirges. Der Aufstieg ist fast drei Kilometer lang, die Steigung beträgt bis zu 20 Prozent. Ein schmaler Waldwege, buntes Laub, Sonne scheint.
Viele Läuferinnen und Läufer genehmigen sich bereits hier eine Gehpause. Der Veranstalter behauptet auf seiner lesenswerten Homepage, der Anstieg zum Ölberg sei das steilste Stück der Strecke. Mag er auch recht haben, die „gefühlte Steigung“ ist an den nächsten Bergen in jedem Fall größer.

Ölberg - und wieder bergab
Kurz vor dem Ölberggipfel, das letzte Stück Aufstieg hat uns der hier einmal gnädige Veranstalter erspart, geht es dann vier Kilometer weit genauso steil bergab.
Altersklassenläufer fürchten auf diesen Streckenabschnitt um ihren Meniskus, ein flaches Stück wäre hier eine gute Abwechslung.
Beinahe auf Rheinniveau angekommen, etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel, geht die Strecke dann für die nächsten fünf Kilometer bergauf zur Löwenburg, dem zweithöchsten Berg mit 455 Höhenmetern. Der letzte Teil des Anstiegs führt sehr steil und über einen schmalen, mit Felsbrocken übersäten Weg zur Ruine der Löwenburg. Diesmal ist der Berggipfel das Ziel, ein Wendepunkt befindet sich im alten Gemäuer der Burg – eigentlich sollte man sich hier richtig Zeit nehmen und die Aussicht über Eifel, Rheintal bis hin nach Köln ausführlich geniessen - und dann geht die Strecke natürlich sofort wieder bergab.

Mit Eseln auf den Drachenfels
Der Anstieg zum Drachenfels, dem vorletzten Berg des Rennens ist fast harmlos. Vorbei an der Bahn, mit der Touristen in aller Regel auf den Berg gelangen und neben Eseln, die Kinder auf den Berg tragen, erreichen die Läuferinnen und Läufer den dritten Berggipfel. Die Ausflügler auf „Hollands höchstem Berg,“ so wird der Drachenfalls von den Einheimischen wegen der vielen Touristen aus den Niederlanden genannt, betrachten interessiert das Feld der schwitzenden Sportler.
Kurz anhalten und einen Augenblick auf das Rheintal schauen, soviel Zeit sollte schon sein, zumal die meisten Läuferinnen und Läufer für die extrem hügelige 26 Kilometer lange Strecke soviel Zeit benötigen werden, wie ein guter Marathonläufer für die 42,2 Kilometer im Flachland.

"Mööt ich zefoß nach Kölle jon"
Bergab geht es zunächst über eine Wiese, dann durchs Nachtigallental, ein sehr schmales Tal mit steil aufragenden Wänden, vorbei am Ostermanndenkmal: „Mööt ich zefoß nach Kölle jon,“ und dann natürlich wieder hinauf. Diesmal zum Petersberg, dem letzten Berg der heutigen Reise. Der Weg ist schmal und führt in engen schattigen Serpentinen auf den Gipfel. Kilometer 22, endlich oben.

Auch Sekt
Die Verpflegungsstation hat neben Wasser, Tee und Cola auch Sekt im Angebot und so geht es denn locker und bergab auf die Heimreise. Die letzten Kilometer ziehen sich trotz der freundlichen Zuschauer und obwohl es fast nur bergab geht. Oder ist die Strecke tatsächlich länger als 26,3 Kilometer ? Mag der Veranstalter den ein oder anderen Kilometer vergessen haben, auch der Autor hat einen Berg verschwiegen, Lohrberg, 432 Höhenmeter, irgendwo bei Kilometer 10.

Die "gefühlte Streckenlänge"
Nach dem Rennen blieben die Sportlerinnen und Sportler noch gerne und lange bei leckerem Nudeleintopf und frischen Äpfeln in der warmen Herbstsonne sitzen. „Der Siebengebirgsmarathon am 12. Dezember,“ sagt dann ein Läufer und erntet nur Kopfnicken und Zustimmung, „wird jedenfalls einfacher und kürzer.“
Die „gefühlte Streckenlänge“ war heute Marathon, mindestens.

Frank Bielefeld

Weitere Informationen unter:
www.Drachenlauf.de


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