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Berlin nun der ganz große Favorit für WM 2009

Brüssel zieht überraschend Kandidatur zurück / Nur noch Split und Valencia verbleiben im Rennen

29.10.2004

Während Berlin zum großen Favoriten bei der Vergabe der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 wird, versucht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) fast krampfhaft zu erklären, dass die Stadt nicht in dieser Position ist. „Es besteht kein Anlass zu früher Euphorie“, sagt der DLV-Präsident Clemens Prokop. Doch eigentlich ist das Gegenteil der Fall:
Es kann nun so gut wie nichts mehr schief gehen. Denn die Stadt Brüssel hat auf die Kandidatur für das prestigeträchtige, globale Sportevent verzichtet. Die Belgier galten als schärfste Rivalen.

Nur noch Split und Valencia
Übrig sind nun als Konkurrenten nur noch Split, das als chancenlos gilt, und Valencia. Die Spanier haben das Manko, dass erst 1999 eine WM in ihrem Land stattfand. Das Council des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) wird während der Sitzung am 4. und 5. Dezember in Helsinki über den Austragungsort abstimmen.
Am 8. und 9. November werden Vertreter der IAAF nach Berlin kommen, um vor Ort noch einmal die Bedingungen zu überprüfen. An den nächsten vier Tagen geht es dann nach Split sowie Valencia.

Gebranntes Kind
Freilich ist der DLV ein gebranntes Kind in Sachen WM-Bewerbung, daher die übertriebene Zurückhaltung. Denn im Frühjahr 2002 war die deutsche Hauptstadt schon einmal in der Favoritenposition. Allerdings lief manches sehr unprofessionell, so dass schließlich Helsinki den Zuschlag für 2005 bekam. Insofern halten sich die DLV-Offiziellen nun sehr zurück.

Rücktritt
Hintergrund des Brüsseler Rückzuges ist offenbar der Rücktritt des Präsidenten des nationalen Leichtathletik-Verbandes, Philipe Houseaux. Er hatte die belgische Bewerbung praktisch im Alleingang vorangetrieben, strebt aber nun den Präsidentenposten des Nationalen Olympischen Komitees an. Während die WM-Bewerbung Brüssels in IAAF-Kreisen nicht unbedingt als besonders chancenreich angesehen wurde, kam nun offenbar hinzu, dass sich Houseauxs Nachfolger nicht sicher sind, wie sie die WM-Ausrichtung finanzieren zu könnten.

Die Rolle des DLV und Christoph Kopp
Keine Rolle spielte bei der Brüsseler Bewerbung offenbar Wilfried Meert, der erfahren Cheforganisator des erfolgreichen Brüsseler Golden-League-Meetings. Er soll bewusst nicht in die Planungen mit einbezogen worden sein, was sich nun vielleicht rächt. Einen ähnlichen Fall gibt es aber auch in Berlin. Christoph Kopp, der als Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) einst die Bewerbung entscheidend in Gang brachte, wurde von der DLV-Spitze mehrfach geschnitten, wenn es um die WM-Planungen ging. Vor wenigen Tagen trat er zurück – offiziell heißt es, aus beruflichen Gründen. Das hätte pikant werden können, wenn Brüssel noch im Rennen gewesen wäre.
So aber spricht alles für Berlin.


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