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New-York-City-Marathon am Sonntag: Hochklassiges Spektakel

Paula Radcliffe, Margaret Okayo, Deena Kastor, Timothy Cherigat, Mebrahtom Keflezighi und Bob Kennedy stehen auf der Startliste

02.11.2004

Am Sonntag wird das Marathon-Spektakel schlechthin gestartet, der New-York-City-Marathon.
Was die Spitzenzeiten angeht, gehörte das Rennen von der Verrazano Narrows Bridge bis zum Central Park in den vergangenen Jahren so gut wie nie zu den besten der Welt. Doch bewertet man das Spektakel und die Teilnehmerzahlen, ist der New-York-Marathon das Maß der Dinge – das Rennen ist eine Legende.
Der Klassiker, der einst vom zwischenzeitlich verstorbenen Fred Lebow ins Leben gerufen wurde - und dessen Denkmal kurz vor dem Ziel im Central Park steht -, findet bereits zum 35. Mal statt. Und es ist dieser Lauf, der der Trendsetter war für die Entwicklung der großen internationalen City-Marathonrennen.

34.729 Finisher im Vorjahr
Nachdem der New-York-Marathon in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 zwei Jahre lang deutliche Teilnehmereinbußen zu verzeichnen hatte, kamen die Läufer 2003 zurück. Die Rekordzahl von 34.729 Athleten lief vor einem Jahr in das Ziel im Central Park. Damit war der New-York-Marathon mit Abstand der größte der Welt – vor dem Rivalen Chicago sowie London und Berlin. Die höchste Zielzahl in der Geschichte des New-York-Marathons hatte es zuvor 1999 gegeben (31.786).

US-Road Running Information Centre: Soviel Finisher wie nie zuvor
Die Position des weltweit größten Marathons könnte New York wieder verteidigen. Chicago liegt bisher vorne, hier erreichten am 10. Oktober gut 33.000 Läufer das Ziel. Das waren auch hier so viele wie nie zuvor. Diese Zahlen passen zu eine Statistik des ,Road Running Information Centre’ von USA Track and Field. Hier wurde errechnet, dass in den USA im vergangenen Jahr so viele Läufer wie nie zuvor bei den diversen Marathonrennen das Ziel erreichten: rund 400.000.

Chicago und Berlin vorne
Was Spitzenzeiten angeht, sind die anderen zwei großen Herbst-Marathonrennen – Berlin und Chicago – längst an New York vorbeigezogen. Alleine in den letzten drei Jahren wurden bei diesen zwei Rennen vier Weltrekorde aufgestellt. Nachdem die Sieger dieser beiden Rennen auch aufgrund der nicht idealen Witterungsbedingungen in diesem Jahr nicht in die Nähe des Weltrekordes von Paul Tergat (Kenia/2:04:55) kamen, wird diese Marke sicherlich noch zumindest bis zum Frühjahr 2005 halten. Die Marke der Britin Paula Radcliffe (2:15:25) ist ohnehin zurzeit noch außer Reichweite.

Schwierige New Yorker Strecke
Ergebnisse im Bereich der Weltrekorde wird es auf der welligen und daher schwierig zu laufenden New Yorker Strecke vielleicht nie wieder geben. Dreimal hatte einst Grete Waitz den Marathon-Weltrekord der Frauen in Big Apple verbessert. Die Norwegerin lief von 1978 bis 1980 zunächst 2:32:29, dann 2:27:32 und schließlich 2:25:41 – der Frauen-Marathon war damals allerdings noch relativ am Anfang seiner Entwicklung.

Paula Radcliffe
Immerhin, im vergangenen Jahr standen spitzensportlich in New York die Frauen im Blickpunkt, denn Margaret Okayo (KEN) verbesserte den Kursrekord auf erstklassige 2:22:31 Stunden. Und in diesem Jahr ist das Rennen noch besser besetzt, wahrscheinlich sogar so gut wie nie zuvor. Die Kenianerin, die bei Olympia in Athen vorzeitig aufgab, ist auch dieses Mal wieder am Start.
Und sie trifft auf eine andere Läuferin, die in Athen gescheitert ist: Paula Radcliffe entschied sich nach der doppelten olympischen Pleite für einen Start in New York. Die Britin war als große Gold-Favoritin in Athen gestartet und brach dann in der extremen Hitze regelrecht zusammen. Nach diesem Marathon-Trauma entschloss sie sich fünf Tage später zu einem Start über 10.000 Meter.
Doch auch dieses Rennen beendete sie nicht.

Deena Kastor, Kiplagat, Johnson und Tegla Loroupe
Nunmehr startet Paula Radcliffe ein neues Wagnis. Denn nur gut zwei Monate nach Athen läuft sie in New York auf der nicht leichten Strecke. Ebenfalls dabei ist auch die olympische Bronzemedaillengewinnerin Deena Kastor (USA). Und noch zwei andere Frauen sind zu beachten, wenn es darum geht, wer die auf 100.000 Dollar aufgestockte Siegprämie plus das Auto gewinnt: Lornah Kiplagat (Holland) und die Debütantin Benita Johnson (Australien), die im März überraschend Cross-WM-Siegerin geworden war. Am Start sein werden auch die früheren Siegerinnen Tegla Loroupe (Kenia/1994 und ’95) und Ludmila Petrowa (Russland/2000).

Mebrahtom Keflezighi
Während der Vorjahressieger Martin Lel (Kenia) verletzungsbedingt nicht starten kann, wird unter anderen der Sieger des Boston-Marathons, Timothy Cherigat, laufen. Der Kenianer gehört ebenso zur Gruppe von Trainer Dieter Hogen wie der Marathon-Debütant Bob Kennedy (USA) und John Yuda (Tansania), die beide ebenfalls in New York starten werden.
Zu ihren Gegnern wird der Olympia-Zweite von Athen, Mebrahtom Keflezighi (USA), gehören und auch Christopher Cheboiboch (Kenia). Ebenfalls am Start sein werden der zweifache Sieger John Kagwe (Kenia/1997 und ’98) sowie der Europarekordler Benoit Zwierzchiewski (Frankreich/2:06:36).


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