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Ultrakurze 6 Kilometer für die Inlineskater

Nach dem Frankfurt Marathon in die Winterpause

09.11.2004

Mülheim/Bonn.
"Kilometer 36" stand am Frankfurter Straßenrand; und da ließ die Spitzengruppe unbesorgt Jörg Wecke noch einmal ziehen. Der konnte sich freuen, als nach der nächsten Straßenbiegung das Ziel in Sicht war. Die bittere Erkenntnis wehte den Verfolgern dann auch ins Gesicht:

Die 36 war die Markierung für die Läufer!
Aller Sprint nützte nichts: Jörg Wecke (Skate Team Celle) hatte mit 1:15,44 die Nase um sechs Hundertstel vorn vor Marc Christen (Schweiz/Fila Mentos) und André Wille (Liechtenstein/Saab Salomon Schweiz). Kai Menze (Rollerblade) kam hinter dem Dänen Holm-Christensen und dem Schweizer Luginbühl noch auf den sechsten Platz.

Siege für Jörg Wecke und Tina Strüver
Bei den Damen setzte sich in der neunköpfigen rein deutschen Gruppe beim Schlusssprint Tina Strüver (Turbine Halle Verducci Germany) mit 1:23,09 gegen Evelyn Kalbe (Zepto) und Maritje Sell (Blau-Gelb Groß Gerau) durch. Frankfurt war nicht zu kalt und es regnete nicht. Mit Sebastian Baumgartner war auch der lockere und sachkundige Kommentator am Start, den so ein Rennen verdient.

Schlechter Kurs für Inline Skater
Aber Frankfurt erwies sich nicht nur wegen der untauglichen Kilometerangaben als vorsichtig formuliert anspruchsvoll:
Schon nach dem Start gab es eine leichte Steigung mit einer allerdings ausgesprochen rutschigen und zugleich rauhen (so paradox das klingt) Fahrbahn. Es folgten jede Menge unausgefüllter Schienen und dem Erlebnis, so ziemlich aller Fahrbahnbeschaffenheiten in Deutschland. Es fehlte der grobe Kopfstein, aber dafür waren etliche Bodenwellen mehr als beschwingend. Manches Mal war gerade die Mittelbahn ordentlich von Laub befreit; daneben rutschte es. Die Siegerzeit des Feldes bei einem regenfreien Lauf sagt sicher mehr als tausend Worte.

Lieblose Organisation
So ordentlich es in der Messe für die Skater vor und nach dem Lauf auch zuging, man war sich einig: Da kann man für gut 900 zahlende Inliner sicherlich mehr tun.
Das deutlichste Zeichen waren die Kilometerangaben; die hätten sich in einer Sonderfarbe allein von einem Beitrag eines Skaters drucken und aufhängen lassen. Aber schon im Vorfeld waren die Informationen auf der Internetseite dürftig gewesen: Hier hätte ein kommentierter Streckenplan bei einem Herbstrennen sehr helfen können.

Viel Training notwendig
Aber auch im großen Feld zeigte sich, dass viele noch das gemeinsame Fahren lernen müssen. Dieser Sport hat seine taktischen und gemeinschaftlichen Zwänge. Wer nicht Gruppen fahren kann und deshalb permanent aus- und einschert, den Ziehharmonica-Effekt durch ständige Ranfahren und dann wieder Lücken lassen verstärkt, wer vom Belgischen Kreisel nicht mal gehört hat und . . . , der schadet allen und gefährdet viele.
Vielleicht sollte neben den wichtigen Konditions- und Technikseminaren andere Kurse ein wenig mehr Gewicht auf diesen Aspekt legen.

Verfasser/Quelle:
Inlinenews.de/ Gereon Buchholz


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