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PROMINENTE UNTERSTÜTZUNG IN DER UNO FÜR DAS INTERNATIONALE JAHR DES SPORTS

Adolf Ogi (SUI): ICH ERWARTE VON DEUTSCHLAND EINE AKTIVE BETEILIGUNG AM INTERNATIONALEN JAHR DES SPORTS UND DER LEIBESERZIEHUNG

12.01.2005

Das UNO-Jahr des Sports 2005 findet in den Vereinten Nationen breite und prominente Unterstützung. UNO-Generalsekretär Kofi Annan ließ es sich nicht nehmen, diese Sonderaktion höchst persönlich einzuläuten.
"Sport kann eine wichtige Rolle für die Verbesserung des Lebens jedes Einzelnen spielen, ja nicht nur des Einzelnen, sondern von ganzen Gesellschaften", sagte Annan.

UNO-Sonderbeauftragte - der Schweizer Adolf Ogi
Bereits im November 2004 konnte der UNO-Sonderbeauftragte für dieses Jahr, der Schweizer Adolf Ogi, vor der Vollversammlung den Hintergrund dieser Idee erläutern. Annan hatte vor allem an die reicheren Länder einen Appell gerichtet.
"Ich bin überzeugt, dass die Zeit reif ist, um Regierungen, Entwicklungsorganisationen und die Gesellschaft aufzurufen, Mittel und Wege zu finden, um Sport systematisch in Hilfsprojekte für Kinder zu integrieren, ganz besonders für jene Kinder, die in Armut oder als Opfer von Krankheit und Konflikten leben", meinte Annan.

Roger Federer und das Logo
In New York hatte Ogi gemeinsam mit dem Weltranglisten-Ersten im Tennis, seinem Landsmann Roger Federer, das Logo für das UNO-Jahr des Sports präsentiert. "Es ist toll, dass die UNO eine solche Idee fördert", meinte Federer. Das UNO-Jahr geht auf eine Resolution aus dem November 2003 zurück, die von der UNO-Vollversammlung von allen 191 Ländern ohne Gegenstimme beschlossen wurde.

Unterstützung aller Länder
Jetzt soll das UNO-Jahr von allen Ländern unterstützt werden. Auch in Deutschland wird es entsprechende Maßnahmen geben. Von der Bundesregierung wurden 700.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Der konkrete Plan ist noch im Entstehen.
Eine Hauptunterstützung genießt das UNO-Jahr in der Schweiz, nicht zuletzt auf Initiative des ehemaligen Bundesrates Ogi.
2003 wurde dort der erste Kongress zum Thema "Sport und Entwicklung" abgehalten. Im Februar 2003 trafen sich 380 Teilnehmer aus 55 Ländern. Im Dezember 2005 soll es die zweite Magglinger Konferenz geben.

Adolf Ogi (Schweizer Bundesrat):
„ICH ERWARTE VON DEUTSCHLAND EINE AKTIVE BETEILIGUNG AM INTERNATIONALEN JAHR DES SPORTS UND DER LEIBESERZIEHUNG“
Deutschland gehört zu einem Kreis von Ländern, die im internationalen Kontext eine Vorreiterrolle einnehmen, sagt Adolf Ogi, der als UNO Sonderberater für das Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung verantwortlich ist. Im Interview äußert sich der ehemalige Bundespräsident der Schweiz zu den Erwartungen, die er an Deutschland stellt und zur Rolle des Sports in der Friedensförderung.

Welche Rolle nimmt der Sport in der Friedensförderung ein und welche Vorteile hat er gegenüber der Politik? Was kann er beispielsweise in Krisengebieten wie etwa Israel und Palästina bewirken?
Adolf Ogi:
Der Sport kann dort in die Bresche springen, wo die Politik mit ihren herkömmlichen Mitteln der Friedensförderung nicht weiterkommt. Da der Sport im Gegensatz zur Politik als „harmloser“ gilt, kann er unvoreingenommen und unparteiisch seine brückenschlagende Wirkung ausspielen. Der Sport kann also – wie schon im historischen Cricket-Match zwischen Indien und Pakistan vor einigen Monaten – der Politik quasi den Weg bereiten.

"Oft ist der Sport gerade für Kinder die einzige Möglichkeit, für ein paar Minuten aus ihrem traumatisierten Zustand herauszukommen."
Welche Hilfestellungen sind Ihrer Meinung nach in den Krisengebieten wichtig, die aus anderen Ländern kommen müssen?

Adolf Ogi:
Sobald die existenziellen Grundbedürfnisse sicher gestellt sind, kann der Sport zum Zug kommen. Ich habe selbst gesehen, was Sport in Krisengebieten auslösen kann. Oft ist der Sport gerade für Kinder die einzige Möglichkeit, für ein paar Minuten aus ihrem traumatisierten Zustand herauszukommen.
Zudem ist der Sport ein relativ kostengünstiges Mittel zur Entwicklungsförderung. Die Geberländer würden gut daran tun, Sport systematischer in ihre Entwicklungsprogramme zu integrieren.

Was erwarten Sie von Deutschland im Internationalen Jahr des Sports und der Leibeserziehung auf nationaler Ebene? Was erhoffen Sie sich von Deutschland im internationalen Kontext?
Adolf Ogi:
Ich erwarte von Deutschland eine aktive Beteiligung am Internationalen Jahr des Sports und der Leibeserziehung, wobei ich keine Zweifel habe, dass dies der Fall sein wird. Deutschland zeigt seit Jahren sowohl auf der Ebene der Regierung als auch auf der Ebene der Zivilgesellschaft grosses Engagement. Da bereits ein nationales Komitee für die Planung und Durchführung der Aktivitäten in Deutschland existiert, bin ich mir gewiss, dass das Jahr zu einem grossen Erfolg wird.
Mit diesen Voraussetzungen gehört Deutschland zu einem Kreis von Ländern, die im internationalen Kontext eine Vorreiterrolle einnehmen. Es wäre wünschenswert, dass sich daraus Kooperationen und nachhaltige Partnerschaften im Bereich von Sport und Entwicklung ergäben.

Welche nächsten Schritte sind für die teilnehmenden Länder als Vorbereitung für das UNO Jahr wichtig?
Adolf Ogi:
Der erste Schritt ist die Bildung nationaler Komitees. In einem zweiten Schritt sollten sämtliche Interessengruppe aus dem Sport sowie der Entwicklungs- und Friedensförderung in die Planung und Umsetzung der Aktivitäten eingebunden werden. Regierungen und ihre Ministerien, Sportverbände, NGOs und die Wirtschaft müssen Partnerschaften bilden.
Dann ist die Koordinierung mit den verschiedenen Organisationen des UNO-Systems und anderen Entwicklungsorganisationen wichtig.
Wenn alle Beteiligten nach gemeinsamen Richtlinien handeln, wird das Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung Kräfte entfalten, die weit über das Jahr 2005 hinaus wirken werden.

Quelle:
www.dsb.de


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