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Die Laufszene boomt weiterhin ungebrochen!

Württemberg: Wir wollen den bundesweiten Zahlen nicht vorgreifen, werden aber wohl das Bundesland mit den am größten prozentualen Steigerungsraten sein

19.01.2005

Der Breitensport, vor allen Dingen der Laufsport, verzeichnet bundesweit seit Jahren steigende Teilnehmerzahlen. Mit über 1,5 Mio. Teilnahmen bei 3.500 Veranstaltungen konnte 2003 gegenüber 2002 nochmals etwa 8 % Steigerung erzielt werden (die Zahlen aus 2004 werden bundesweit erst im April verfügbar sein).

In Württemberg liegen aber bereits die Zahlen aus 2004 vor. Die letztjährige Rekordteilnahme von über 119.000 wurde in diesem Jahr erheblich gesteigert und wir können über 140 000 Teilnahmen bei 285 Veranstaltungen vorweisen. Das sind erstaunliche 18 % (8 %) Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Wir wollen den bundesweiten Zahlen nicht vorgreifen, werden aber wohl das Bundesland mit den am größten prozentualen Steigerungsraten sein.

Gründe/Positives/Negatives:
Ausschlaggebend mit ist die Gesundheitswelle, das Krankenkassen-Bonus-System, die Trendsportart Walking/Nordic-Walking, aber auch das allgemein gewachsene Interesse der Laufbewegung in den Medien. Dadurch animiert nehmen mittlerweile Sportler (innen) an Volkslaufwettbewerben teil, die früher einsam in den Wäldern für sich gelaufen sind oder erst dadurch zur Laufszene gefunden haben. Der Breitensportgedanke wird immer mehr in den Vordergrund gestellt ohne den Leistungsgedanken zu vergessen. Es liegt aber auch an den vielen attraktiven Lauf- und Breitensportangeboten und am mittlerweilen hohen Standard der Veranstaltungen.

Der hohe Standard wiederum ist Verdienst jahrelanger Arbeit an der Basis durch alle mit dem Volkslauf verbundenen ehrenamtlichen Helfern. Dazu zählen die Volks- und Breitensportveranstalter mit ihren zahlreichen Helferinnen und Helfern in besonderem Maße. Mein herzlicher Dank gilt daher wieder all denen, die sich für unseren Volkssport eingebracht haben.

Negative Tendenzen erkennbar
Es sind aber leider auch negative Tendenzen erkennbar. Ein immer größer werdender Anteil an den Volksläufen teilnehmender LäuferInnen gehen relativ untrainiert auf die Strecken. Laufzeiten von 1:15 Stunden über ca. 10 km, 3 Stunden über die Halbmarathonstrecke bzw. 6 Stunden über die Marathondistanz sind keine Seltenheit mehr. Damit kommen die Veranstalter in die Problematik, daß einige Aktiven sich noch auf der Strecke befinden, andere vehement nach Siegerehrungen verlangen.
Ganz zu schweigen von den Streckenabsperrungen und der Zieleinlauforganisation.

Von Null auf 10 wäre besser!
Dazu hat u.a. auch die Sendung „von Null auf 42“ mit beigetragen. „Von Null auf 10“ wäre hier vielleicht besser gewesen. Einen Marathon bzw. einen Halbmarathon zaubert man nicht schnell aus dem Hut, sondern bedarf eines behutsamen Trainingsaufbaus unter fachlicher Anleitung, wie sie in unseren vielen Lauftreffs/Walkings-Treffs und mittlerweile auch Nordic-Walking-Treffs angeboten wird.

Läufer-Klientel hat sich verändert
Auch das Läuferklientel hat sich grundlegend geändert. Vorbei ist die Zeit, in der man zu einer Volkslaufveranstaltung mit gleichgesinnten Läufer (innen) gefahren ist, dort lief und sich anschließend noch gemütlich zusammensetzte und dann bei Kaffee und Kuchen den jeweiligen Lauf hat Revue passieren lassen, um nach der Siegerehrung wieder den Heimweg anzutreten.
Heutzutage wird sich online angemeldet, die Startunterlagen werden entweder zugeschickt oder man holt sie sich auf den letzten Drücker ab, läuft und fährt in der Masse sofort nach Hause.

Oft wird nicht einmal mehr geduscht, geschweige dann bei den veranstaltenden Vereinen der Kaffee und Kuchen (eine wichtige Einnahmequelle der kleinen Laufveranstalter) konsumiert. Zuhause angekommen wird unmittelbar die Möglichkeit der Ergebnislistenabfrage und Online-Urkunde per Internet erwartet.
Wehe, das dauert etwas zu lange, wird der Veranstalter mit Anfragen bombardiert.
Aber es hilft nichts, man muß diesem Trend nachgehen. Die Läufer (innen) sind unsere Kunden und Angebot und Nachfrage regeln auch hier den Markt und die „Konkurrenz“ schläft nicht.

Konkurrenz
Mit der Konkurrenz sind die immer mehr auftretenden kommerziellen Laufanbieter gemeint, die auf den momentanen Laufboom aufspringen und auch meinen, unter Umgehung von Fachverbänden und Vereinen vorgegebene Satzungen und Ordnungen ignorieren zu können.
Hierzu ist festzuhalten: (vgl. Frank Hensel DLV-Generalsekretär)

- geordneter Wettkampfbetrieb ist nur möglich, wenn Sportausübung einheitlich geregelt ist
- sportliche Leistungen müssen vergleichbar bleiben
- Aufgabe der Sportverbände ist es, sich als Solidargemeinschaft zu verstehen, die Aktivitäten der Veranstalter regional, überregional vergleichbar und flächendeckend zu koordinieren
- Verbindliche Regeln für alle Teilnehmer festzulegen und durchzusetzen
- Dazu kommen Terminkoordination als Schutzfunktion insbesondere für kleinere, ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen
- Finanzierung des Versicherungsschutzes, unabhängig davon, dass dieser auch anderweitig abgeschlossen werden könnte
- Härtefonds für Todesfälle
- Veröffentlichung in Bundes- bzw. Landeskalendern und Sportorganen
- Veröffentlichung auf Internetseiten der Verbände - Ausbildung von Kampfrichtern/Lauftreffbetreuern/Aus- und Fortbildung
- Regelkonforme Streckenvermessung
- Organisatorische Betreuung vor Ort, wenn gewünscht

Im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern handeln die Verbände keineswegs gewinnorientiert, sondern im Namen unseres Gemeinwesens.
Das Genehmigungsverfahren von Laufveranstaltungen ist ein im Interesse aller Sporttreibenden unverzichtbares und die damit verbundenen Verbandsgebühr ein im Rahmen des Solidarpakts notwendiges Element.

Vor diesem Hintergrund verbietet sich m.E. die Hinterfragung nach der Existenzberechtigung des DLV und seiner Landesverbände.

„Vielfachstarter“
Auch wenn wir mittlerweile eine hohe Anzahl von Laufneueinsteiger zu verzeichnen haben, dürfen die Teilnehmerzahlen nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Volkslaufbewegung insgesamt von einem zahlenmäßig ziemlich konstanten Anteil sogenannter „Vielfachstarter“ beherrscht wird. Sie bleiben ihrer Sportart, sofern es die Gesundheit zuläßt, bis ins hohe Alter treu.

Herausforderungen
Diese Volksläufer sind ständig auf der Suche nach neuen Veranstaltungen und neuen Herausforderungen. Neuveranstalter und Veranstalter mit neuen Angeboten haben es demnach leicht und können mit einer guten Organisation innerhalb kurzer Zeit hohe Teilnehmerzahlen erwarten. Einer schnellen Auswertung kommt immer mehr Bedeutung zu. Ein Lauf kann noch so gut organisiert sein, wenn die Erfassung/Auswertung/Siegerehrung und Ausgabe der Ergebnislisten nicht funktioniert, fährt der Volksläufer mit einem negativen Erlebnis nach Hause.

Trend
Der gefragte Trend geht immer mehr zu Abendveranstaltungen unter der Woche, Sommernachtsläufen am Freitagabend, Staffelläufen, Partnerläufen, Stundenläufen, City-Läufen, Bergläufen aber auch Crossläufen und Winterlaufserien in der volkslaufangebotsarmen Zeit.

Volkslaufplanung hat nur einen Sinn, wenn man das Bestehende zu erhalten versucht und Neues einbaut, wo es erforderlich ist.
Es gilt, neue Personenkreise für uns zu gewinnen.

Freude am Laufen, an der Geselligkeit, das Miteinander und Füreinander stehen bei den Volksläufern an erster Stelle.

Rahmenprogramm
Volksläufe brauchen auch ein Rahmenprogramm. Gymnastik mit Musik, Promi-Staffeln, Tanzvorführungen unter Einbeziehung der Zuschauer, Sackhüpfen, Geschicklichkeitsspiele, Abenteuerzehnkampf, Rolli-Lauf, Spielmobil u.v.a.m.
Wie wäre es auch mit einer vorgeschalteten Andacht?
Zu diesem Unterhaltungsprogramm, in Etappen, Tombola und die Siegerehrungen. Das alles macht die Volkslauf-Veranstaltung zu einem abgerundeten Erlebnis. So kann man Freunde für den Breitensport und für den Volkslauf gewinnen.

Der Volkslauf - es beweisen die o.a. Zahlen - stagniert nicht.
Die Weiterentwicklung wird dort gemacht, wo sich rührige Idealisten für die örtlichen Gegebenheiten etwas neues einfallen lassen.

Anregungen gibt es genug !

Für die vor uns liegende Saison wünsche ich Ihnen selbst Zufriedenheit und Gesundheit und in Ihrer Vorbereitung und Durchführung Ihrer Volkssport-Veranstaltung eine gute Resonanz, gutes Wetter und unfallfreien Verlauf.

von Claus Baumann
DLV-Berater Volkslauf und Sprecher aller Landesvolkslaufwarte


Claus Baumann,
Deutscher Leichtathletikverband e.V.
-Berater Volkslauf und Sprecher aller Landesvolkslaufwarte-
Am Tobel 10,
88368 Bergatreute
Tel: 07527/2298,
Fax: 07527/2158
e-mail: claus-d.baumann@t-online.de


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