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Crossgedanken - Detlef Uhlemann will deutsche Läufer ins leistungsfördernde Gelände bringen

Die Interessenlage unserer besten Langstreckler ist, trotz des unübersehbaren Schwungs durch die Cross-EM im eigenen Lande, doch sehr unterschiedlich

04.02.2005

Während die internationale Crosswelt nach St Etienne - St. Galmier in Frankreich blickt, wo am 19. und 20. März 2005 die 33. IAAF Cross-Country Weltmeisterschaften durchgeführt werden, drängt ganz Deutschland in die Hallenevents …
Ganz Deutschland?
Nein!

In der kleinen Gemeinde Neukirchen am linken Niederrhein richtet eine Schar aufrechter Crosskämpfer um den wackeren Adi Rosenbaum am Karnevalssamstag im Rahmen des Neukirchener Crosslaufes einen U-23 Ländervergleichskampf (Team-Challenge) mit Belgien, der Schweiz und den Niederlanden aus.

Wie man deutsche Läufer ins erwiesenermaßen leistungsfördernde Gelände bekommt
Die Idee zu dieser Wettkampfform war dem Veranstalter und dem Autor auf der Rückfahrt vom IAAF-Cross in Brüssel im Dezember 2003 gekommen, als sich das Gespräch wieder einmal darum drehte, wie man deutsche Läufer ins erwiesenermaßen leistungsfördernde Gelände bekommt.
(Bild rechts: Detlef Uhlemann als Aktiver)

Man war sich schnell einig, dass hier vermehrt auch auf den Nachwuchs zu setzen sei. Denn nicht nur im Langstreckenlauf haben wir das Problem, dass wir zu viele Talente im Alter U 20 verlieren, wenn sie, abgesehen von den wenigen Meisterschaften, fast ausschließlich in der Männer-/Frauenklasse antreten müssen.

Was lag also näher, als dieser Altersklasse einen eigenen Wettkampf, der größeren Sogwirkung wegen nach Möglichkeit für Mannschaften, anzubieten.

"Augenblicksaufnahmen aus dem Querfeldeinlaufen um die Meisterschaft von England:
Links: Passieren einer Hecke auf freiem Felde. Rechts: Die 163 Bewerber nach dem Start".
Text aus einer Sportzeitung vom 27. März 1909 - siehe Einführung zum Querfeldeinlaufen am Ende des Beitrages.

Offene Türen - im Ausland
Mit den Anfragen bei unseren Nachbarländern liefen wir sprichwörtlich offene Türen ein – einziges Problem: bei der bekannten Termindichte ein freies Wochenende zu finden. Wer das Rheinland mit seiner Karnevalstradition kennt, weiß, was es bedeutet, statt sich ins närrische Treiben zu stürzen, einen Cross zu veranstalten.

Aber Not macht bekanntlich erfinderisch und so wird jetzt halt mit allen Teilnehmern im Anschluss an den Wettkampf gefeiert. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an den Ausrichter.

Auf einem Sportplatzgelände
Die Team-Challenge wird zusammen mit dem offenen Lauf der Frauen bzw. Cross der Asse ausgetragen und findet nach belgischem Vorbild auf einem Sportplatzgelände statt, was neben der notwendigen Infrastruktur hervorragende Übersicht für die Zuschauer bietet. Am Start findet sich außer dem Nachwuchs auch nationale Spitzenklasse ein.
So läuft beispielsweise Mario Kröckert, der den Cross zwar nicht liebt, aber auf dessen Wirkung für den Sommer setzt. Auch Susanne Ritter, im letzten Jahr einzige deutsche Teilnehmerin bei der WM, nutzt die Startgelegenheit.

Interessenslage der Läufer ist sehr unterschiedlich
Womit sich der Kreis schließt und wir wieder bei der anstehenden WM wären. Es besteht seitens des Verbandes unverändert die Absicht dort mit Mannschaften präsent zu sein. Ob dies gelingen wird, werden die nächsten Wochen zeigen; denn die Interessenlage unserer besten Langstreckler ist, trotz des unübersehbaren Schwungs durch die Cross-EM im eigenen Lande, doch sehr unterschiedlich.

Und so stehen Hallen- und Straßenambitionen durchaus in Konkurrenz zu einem WM-Start.

Detlef Uhlemann
Bundestrainer-Langstrecke

P.S.: Natürlich wird erfreulicherweise auch anderenorts in Deutschland das Crossfähnchen hochgehalten. Eine kleine Auswahl findet man unter „Termine“ auf:
www.leichtathletik.de

Das Querfeldeinlaufen
(Sportzeitung v. 27. März 1909)
Von Weltmeister Alfred Shrubb
Querfeldeinlaufen (engl.Croßcountryrunning) ist in England eine ebenso beliebte athletische Übung wie jede andere unter den vielen athletischen Rasensports der Engländer. Die Beteiligung von 163 Bewerbern bei der kürzlich zum Austrag gekommenen englische Meisterschaft im Querfeldeinlaufen (vergl. die Bilder oben) spricht dafür.
In einzelnen deutschen Sportvereinigungen hat man dem Querfeldeinlaufen ebenfalls Beachtung geschenkt, doch es wird verhältnismäßig wenig gepflegt und wir machen deshalb unsere Leser mit dieser unterhaltenden Art des Wettlaufens durch nachfolgenden Beitrag eingehend bekannt.
Die Redaktion
...

Es folgt ein längerer Beitrag von Alfred Shrubb (veröffentlicht am 27. März 1909!) über das Crosslaufen - dem heute in seiner Klarheit in der Aussage für die positive Entwicklung der Läufer nichts hinzuzufügen ist, weil er die Vorzüge des Crosslaufes zur "allgemeinen Körperentwicklung" für die Läufer erklärt.
Wir werden versuchen in nächster Zeit den Beitrag ungekürzt zu veröffentlichen.


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