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Der deutsche olympische Sommersport strebt nach Peking !

Konzentration und Schwerpunktsetzung

14.02.2005

Hinter der Diskussion der großen deutschen Bemühung, zur „Einsprachigkeit“ des Sportes zu kommen vollziehen sich längst die Vorbereitungen der Athletinnen und Athleten die Reise ins ferne Asien antreten zu dürfen.

Noch schießen die Spekulationen nicht „ins Kraut“ zur Frage: wie wird sich die Sportnation Deutschland im Wettbewerb mit den anderen platzieren!

Die nach Sydney schon beschworenen Schlussfolgerungen für den deutschen Spitzensport wurden nach Athen zu massiven Forderungen und sind, geführt durch den Bundesvorstand Leistungssport des DSB, mit den Bremer Beschlüssen – jedenfalls in wichtigen Bereichen, denn es steht ja noch das Konzept zur Förderung des Nachwuchsleistungssportes aus – nun auch umgesetzt worden.

Konzentration und Schwerpunktsetzung
Damit sind die Voraussetzungen für Konzentration und Schwerpunktsetzung gegeben – immer unter dem Aspekt der Erhöhung der Effizienz des deutschen Spitzensportsystems. Jeder aber weiß, dass Beschlüsse mit einer beträchtlichen Trägheit in der Praxis ankommen. Diese „Phasenverschiebung“ wird noch viel Ungeduld in der Führung des deutschen Sportes erzeugen.

Die Medaillenausbeute der deutschen Sportlerinnen und Sportler betrug:

Barcelona: 82
Atlanta: 65
Sydney: 56
Athen: 48

Geometrisch betrachtet, ist das ein „Fallwinkel“ von ca. 40 Grad. Und nüchterne Betrachter gehen davon aus, dass es in Peking darum gehen muss, diesen Winkel zu verkleinern.

Berlin hat gutes „standing“
Berlin hat im deutschen Spitzensport nach wie vor ein gutes „standing“. Stabil 20% der Olympiamannschaft hat eine Berliner Adresse, ca. 15% der Medaillen sind in Berliner Vitrinen. Aber – auch damit unterliegt auch der Berliner Spitzensport diesem „Fallwinkel“. Ohne die Leichtathletik, ohne das Turnen und ohne das Schwimmen wird es für die deutsche Mannschaft und die Berliner Crew schwer. Was ist zu tun, was ist getan, um eine Wende herbeizuführen?

Neuausrichtung bei den Eliteschulen
Das Kernstück der Nachwuchsentwicklung, die Eliteschulen des Sportes stehen unmittelbar vor der Neuausrichtung im Sinne des Spitzensportes.

In Berlin sind nach den aktuellen Beschlusslagen die Voraussetzungen für effektive Förderungen der nunmehr nur noch 16 Schwerpunktsportarten (12 Individual-, 4 Mannschaftssportarten) geschaffen.

Was ist notwendig
Was aus meiner Sicht dringend notwendig ist, ist eine größere Durchgängigkeit in der Zuständigkeit der Spitzenverbände von der Talentfindung bis zur Betreuung der Spitzenkönner.

Damit ist die sog. Schnittstelle der Landes- und der Bundesförderung zu „beleuchten“. Ein Ansatz, dieses Problem progressiv zu lösen, besteht in der Schaffung der Bundesstützpunkte Nachwuchs in den Regionen, wo traditionell eine hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet wird, aber das „Durchkommen“ nach ganz oben z.Zt. nicht möglich ist.

Leistungsfähige Vereine
Es sind einige Baustellen aufgetan, um auf dem Weg über Peking im Jahre 2012 den „Fallwinkel“ in einen „Aufstiegswinkel“ zu verkehren.

Es bedarf aber auch der Beharrlichkeit und des Durchsetzungsvermögens diesen Weg weiterzugehen.

Und ganz, ganz wichtig ist dafür die Unterstützung der Basis allen Sporttreibens – leistungsfähige Vereine!

Dr. Dietrich Gerber
Vizepräsident des Landessportbund Berlin


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