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GRR-Förderpreise an Eva-Maria Stöwer und Zelalem Martel

Übergabe des Nachwuchsförderpreises beim 25. Bewag BERLINER HALBMARATON am 3. April - und dann Mitlaufen!

06.03.2005

Die Interessengemeinschaft der deutschen Straßenlauf-Veranstalter German Road Races (GRR) vergibt anlässlich des 25. Bewag BERLINER HALBMARATHON am 3. April den GRR-Förderpreis an die beiden Nachwuchsläufer Eva-Maria Stöwer (LAC Veltins Hochsauerland) und Zelalem Martel (LG Fulda).
Gemäß der Richtlinien sollen talentierte junge Läufer mit internationalen Perspektiven unterstützt werden. Der Förderpreis ist mit jeweils 1.000 € ausgestattet und soll zur Finanzierung von Trainingslagern und physiotherapeutischen Begleitmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Kurzportraits der beiden GRR-Preisträger 2004.

E v a – M a r i a S t ö w e r

Die frohe Kunde erfuhr die GRR-Preisträgerin Eva-Maria Stöwer aus der Zeitung. „Mit so einer Auszeichnung habe ich nun überhaupt nicht gerechnet“, gestand die 20jährige mit sichtlicher Freude, „da ich wegen einer Verletzung erst spät in die Saison starten konnte. Ich denke, meine Leistung bei den deutschen 10 km-Meisterschaften in Bad Liebenzell war ausschlaggebend für die Wahl!“
Eine Plantarsehnenreizung hatte die junge Langstrecklerin aus Schmallenberg im Sauerland nämlich in den Wintermonaten außer Gefecht gesetzt, so dass sie erst spät in die Saison 2004 einsteigen konnte. „Ich habe mich mit Alternativtraining im Wasser und auf dem Rad einigermaßen in Form gehalten. Dass sich dieser Aufwand mit dem Gewinn des Straßentitels gelohnt hat, das freut mich ganz besonders!“

Die Straße liegt mir
Ihre in Bad Liebenzell erzielten 34:46 Minuten weisen durchaus darauf hin, wo der Weg für die am 1. Januar 1985 geborene Läuferin des LAC Veltins Hochsauerland künftig hinführen kann. „Ich glaube, die Straße liegt mir. Auch wenn ich vor meinem ersten Halbmarathonstart bei den deutschen Meisterschaften in Ohrdruf schon etwas Bammel habe“, gesteht die im ersten Semester in Münster studierende angehende Grundschullehrerin.
Angesichts der vor allem im heimischen Sauerland lang anhaltenden winterlichen Bedingungen gestaltet sich das Training für die vierfache Jugendmeisterin derzeit nicht einfach, so dass sie ihr auf Ausdauer angelegtes Training fast ausschließlich auf der Straße absolvieren muss. „Am liebsten laufe ich natürlich in unseren Wäldern, aber wegen des Schnees ist dies derzeit absolut nicht möglich!“

Das Trainingsprogramm stellt ihr Onkel Martin Stöwer zusammen, der sie seit dem siebten Lebensjahr beim VfL Fleckenberg betreut. Lange Dauerläufe bis 25 Kilometer stehen derzeit im Training im Vordergrund, gelegentliches Krafttraining und wettkampfspezifische Tempoläufe lockern den Trainingsalltag auf.
Gerne würde sie die eine oder andere Trainingseinheit in einer Trainingsgruppe absolvieren, doch weder für Dauerläufe noch für Tempoläufe findet sie in ihrem Verein die entsprechenden Trainingspartner.

Edinburgh und Heringsdorf
Internationale Einsätze gab es für Eva-Maria Stöwer bislang bei Cross-Europameisterschaften in Edinburgh und Heringsdorf. „Mein Traum wäre natürlich auch ein Start bei einer internationalen Meisterschaft auf der Bahn. Doch wegen der vom DLV zusätzlich verschärften Normen habe ich einfach keine Chance!“
Sie sieht die hohe Messlatte keineswegs als Ansporn, sondern eher als Abschreckung an. „Das kann einfach kein Anreiz mehr sein!“

Z e l a l e m M a r t e l

Die Duplizität der Geburtstage der beiden GRR-Preisträger ist ein absoluter Zufall.
Wie auch Eva-Maria Stöwer ist auch Zelalem Martel am 1. Januar geboren, doch mit 1986 ein Jahr später als die Sauerländerin. „Ich habe sogar eine Geburtsurkunde“ wehrt der aus Äthiopien stammende Junior voreilige Schlussfolgerungen ab, weil man es in seiner früheren Heimat mit der zeitnahen Anmeldungen bei Neugeborenen oftmals nicht so genau nahm.

Seit 1999 ist Zelalem Martel in Deutschland, mit seinen Adoptiveltern wohnt er in Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart. Und liebt neben den Speisen seines Geburtslandes aber auch die gute deutsche Bratkartoffel.

5000 m-Lauf von Koblenz
Spätestens seit seinem furiosen 5000 m-Lauf von Koblenz, als er beim „Mini-Internationalen“ im Stadion Oberwerth bei seinem ersten Start über die zwölfeinhalb Runden mit 14:12.39 eine absolute Klassezeit abliefern konnte, die ihm zugleich die Startberechtigung für die Junioren-Weltmeisterschaften in Grosseto einbrachte, gilt er als einer der jungen Hoffnungsträger in Deutschland.

„Die 5000 m-Strecke ist auch meine Hauptdistanz“ beantwortet der 19jährige die Frage nach seiner Lieblingsstrecke. Auch wenn er Mitte März als Titelanwärter bei den deutschen Jugendmeisterschaften im 10 km-Straßenlauf in Ohrdruf antreten wird.

Erstes Zeichen in Ohrdruf
Den früheren Marathon-Bundestrainer und Heimtrainer Wolfgang Heinig wird’s freuen, wenn sein Schützling im Thüringischen ein erstes Zeichen auf der Straße setzen kann. „Wenn ich gesund bleibe, dann ist vieles machbar“ blickt Zelalem Martel hoffnungsfroh in die Zukunft, wohl wissend, dass die Trauben international sehr hoch hängen.

Training im Heimatland
Dem Leistungssport ordnet der gebürtige Äthiopier alles unter. Sechs Wochen lang trainierte er in seiner früheren Heimat zusammen mit den leistungsstarken Junioren des ostafrikanischen Läuferlandes. „Wir haben in erster Linie Grundlagentraining durchgeführt“, wehrt er etwaige Spekulationen über hartes Tempotraining ab.
Aber wer die Afrikaner kennt, der weiss, dass selbst die längeren Dauerläufe in ein selektives Rennen ausarten (können). Zur Bestätigung unserer Vermutung ergänzt Zelalem: „Es war ganz schön hart, weil wir sehr viele Berge gelaufen sind. Aber ich konnte gut mithalten“.

Zusammen mit seinem Adoptivvater Belay Martel und Heimtrainer Wolfgang Heinig steht in dieser Saison die EM-Qualifikation der U 20-Junioren im Vordergrund. „Die Mindestzeit von 14:14 müsste zu packen sein. Ich hoffe, dass mir Gott die nötige Kraft dazu gibt!“

Wilfried Raatz


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