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European Challenge ein Auslaufmodell? - Teamwettbewerb ohne Resonanz

Trotz Klassezeiten von Mockenhaupt und de la Ossa sinkt die Qualität von Jahr zu Jahr

04.04.2005

Die besten Zeiten der European 10 000 m-Challenge scheinen der Vergangenheit anzugehören, auch wenn die einstmals als inoffizielle 10 000 m-Meisterschaft gehandelte Veranstaltung gerade erst neun Austragungen hinter sich hat. Vorbei die Vision eines leistungsfördernden, zentral angelegten 10 000 m-Rennens für die besten europäischen Langstreckler zu Beginn der Freiluftsaison, deren überragende Resultate wie die von Paula Radcliffe, Fernanda Ribeiro, Dieter Baumann, Fabian Roncero, Alberto Garcia oder José Manuel Martinez in den Weltranglisten auf den vordersten Plätze Eingang fanden?  „Man möchte zumindest am Konzept festhalten“ fasst DLV-Langstreckentrainer Detlef Uhlemann seine Eindrücke nach dem European 10 000 m-Cup, so der aktuelle Titel des einstigen Langstrecken-Gipfeltreffens im spanischen Barakaldo, zusammen. „Aber wir wurden aufgefordert, Verbesserungsvorschläge so rasch wie möglich einzubringen!“ Dies alleine schon vor dem Hintergrund, dass im kommenden Jahr aufgrund der erst Anfang April in Fukuoka stattfindenden Cross-Weltmeisterschaften der Termin im türkischen Urlaubsparadies Antalya erst für den 15. April fixiert werden konnte und klimatische Probleme ein weiteres Handikap sein dürfte.

Nur 2 Teams

Unbestritten, die Leistungen von Sabrina Mockenhaupt und Juan Carlos de la Ossa mit 31:21,28 bzw. 27:27,80 sind Spitzenergebnisse, in der jungen Freiluftsaison sogar Jahresweltbestleistungen. Aber die Zeiten sind vorbei, wo die Nationaltrainer um die Startplätze in den schnellen A-Läufen dealen mussten, weil 40 oder 50 Langstreckler zu Beginn der Bahnsaison auf die 10 000 m-Challenge gesetzt hatten. Dies gehört längst der Vergangenheit an wie auch der eigentliche Ansatz eines Team-Wettbewerbs. So standen gerade einmal dreizehn Frauen an der Startlinie, mit Portugal und Spanien nur zwei Teams. Bei den Männern ist die Situation kaum besser, unter zwanzig Startern fanden sich gerade drei Teams ein, sodass der Europäische Leichtathletik-Verband (EAA) dem Begriff „European Cup“ kaum noch gerecht werden kann.

Trostlos – nur 13 Frauen

„Es ist schon trostlos, wenn bei uns gerade einmal 13 Frauen am Start stehen und keine rechte Spannung aufkommen kann“. Sabrina Mockenhaupt musste allerdings ohne Zögern zugeben, dass für sie als aufstrebende Läuferin die zweifellos prominenten Fernanda Ribeiro und Margaret Maury der rechte Prüfstein auf dem Weg zur europäischen Medaillenelite waren.

Für die deutschen Langstreckler und den DLV ist das Auftreten der kleinen Delegation mit dem Sieg durch Sabrina Mockenhaupt und dem selbstbewussten Auftreten der Junioren Pollmächer und Koch sicherlich als ein kleiner Erfolg zu werten. Ein erster Sieg der kleinen Schritte. Auch wenn hier Junioren-Leistungen gelobt werden, die vor wenigen Jahren von jungen Burschen wie Alexander Lubina, Mario Kröckert und Co. noch um dreißig, vierzig Sekunden getoppt wurden, aber kaum eine Zeile wert waren. Weil wir zu diesem Zeitpunkt noch Asse wie Dieter Baumann oder Stéphane Franke hatten...  Aber in der Jetztzeit klingt das Fazit so: „Wenn wir das nicht feiern, dann weiß ich es auch nicht, was wir dann noch feiern sollten“ zeigt sich Langstreckencoach Uhlemann auch in entsprechend bester Laune.

Wilfried Raatz
 


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