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Inkatrail endet erfolgreich: 3.500 Kilometer in vier Wochen zurückgelegt

06.04.2005

Das Team vor dem Start in Vino del Cerro in der chilenischen Atacama-Wüste. Von links die Mannschaft Markus de Marées (38, Wuppertal), Marc von Kuk (35, Bergisch Gladbach), Birgit Bartels (35, Freiburg), Carsten von Kuk (37, Bergisch Gladbach), Hermann
© INKATRAIL

Nach 3500 Laufkilometern in Südamerika ist am vergangenen Wochenende der härteste Staffellauf der Welt auf uralten  Inkapfaden erfolgreich zu Ende gegangen. Die sieben Inkatrail-Läufer Birgit Bartels (35, Freiburg), Carsten (37) und Marc von Kuk (35, beide Bergisch Gladbach), Markus de Marées (38, Wuppertal), Sven Schultz (25, Heiligenhaus) und Hermann Ulrich (36, Königswinter) und Frank Hülsemann (33, Köln) kehrten wohlbehalten nach Deutschland zurück.

Innerhalb von vier Wochen 3.500 Kilometer in Höhen bis zu 4.500 Metern laufen – das klingt nach einer enormen physischen Belastung. Aber rein läuferisch stellte das Projekt Inkatrail die Teilnehmer vor keine unlösbaren Schwierigkeiten. Trotz der großen Höhen der Andenpässe, extremen klimatischen Bedingungen in der Atacama, der trockensten Wüste der Welt, und den langen Laufstrecken blieb das Team von gesundheitlichen Problemen verschont. „Die Läufer waren extrem gut vorbereitet. Das hat sich ausgezahlt. Es sind keine Symptome von Höhenkrankheit aufgetreten“, erklärt Markus de Marées, der als Arzt mitgelaufen ist und gleichzeitig für die medizinische
Betreuung der Staffel zuständig war.

Unterwegs wurden Urin- und Blutproben der Läufer gesammelt, die in den nächsten Wochen vom Institut für Biochemie sowie dem für Trainings- und Bewegungslehre an der Deutschen Sporthochschule in Köln ausgewertet werden. Von den Untersuchungen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über die Auswirkungen extremer Ausdauerleistungen in großer Höhe auf den menschlichen Organismus.

„Die größte Herausforderung war die Logistik“, meint Organisator  Frank Hülsemann, der die Idee zu dem einmaligen Projekt hatte, bei  dem sich die Läufer auf die Spuren der Läuferboten der Inkas begaben, die im 15. Jahrhundert Nachrichten an einem Tag bis zu 380 Kilometer weit übermittelt haben sollen. „Indem wir als Staffel mit der Ausrüstung des 21. Jahrhunderts die Strecken nachgelaufen sind, auf denen vor 600 Jahren die Läuferboten der Inkas Nachrichten aus allen Teilen des Reiches in die Hauptstadt Cusco übermittelt haben, konnten wir überprüfen, inwieweit die Angaben der Historiker zu den Leistungen der Inka-Läufer realistisch sind“, erklärt Frank Hülsemann. Noch nie zuvor ist ein so langer Abschnitt des ehemaligen Inkastraßennetzes von Läufern absolviert worden. Die sieben Läufer haben als Staffel zwischen 30 und 200 Kilometer am Tag zurückgelegt. Die erhebliche Differenz wurde durch die extrem unterschiedlichen Topographien verursacht, mit denen die Läufer in Chile, Bolivien, Peru und Ecuador zurechtkommen mussten.

„Auf der Hochebene Altiplano in Bolivien kamen wir sehr gut voran, in den zerklüfteten peruanischen Anden haben wir viel weniger Kilometer geschafft, als wir uns ursprünglich vorgenommen hatten“, sagt Hülsemann. Tiefe Schluchten und reißende Flüsse zwangen die Athleten mehrfach zu Änderungen der Route. „Meistens waren das Problem aber weniger die Läufer als die Begleitfahrzeuge, die große Umwege zu den vereinbarten Treffpunkten fahren mussten und mehr als einmal im Schlamm stecken geblieben sind“, meint der erfahrene Extremsportler, der vor Inkatrail bereits mit dem Mountainbike auf der alten Seidenstraße von China bis Istanbul gefahren ist und die Mongolei  durchquert hat.

Bei Inkatrail haben sich die Läufer zum Staffelwechsel getroffen, indem sie mit handlichen GPS-Geräten der Firma Alan-Electronics vorher vereinbarte, durch Längen- und Breitengrad bestimmte Punkte ansteuerten. „Das ist die einzige Möglichkeit, in völlig unbekanntem Gebiet Treffpunkte zu vereinbaren und zu finden, an denen Staffelwechsel vollzogen und Nachtlager aufgeschlagen werden können“, erklärt Frank Hülsemann, dem die Idee zu Inkatrail beim Lesen historischer Bücher über das Läuferboten-System der Inkas gekommen ist.    

Die Inkatrail-Teilnehmer mussten sich in Südamerika neben dem Laufen auch um die gesamte Logistik – vom Fahren der Begleitwagen über das Aufbauen der Nachtlager bis zum Zubereiten der Mahlzeiten – selbst kümmern. Dabei versorgten sich die Läufer auf den Märkten in Städten und Dörfern. Um darüber hinaus die sportgerechte Ernährung sicherzustellen, wurden die Inkatrail-Athleten mit Energieriegeln und Sportgetränken versorgt.


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