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Bücher zum Laufen - laufend neu - IV Teil II

Eine Serie mit 35 Neuerscheinungen

16.04.2005

Iris Gehrmann: Einmal in New York! Schwarzkopf & Schwarzkopf: Berlin 2004. 189 S.; 12,80 €. ISBN 3-89602-608-9.

Bücher zum Laufen - laufend neu - IV Teil II Bücher zum Laufen - laufend neu - IV Teil II

Iris Gehrmann: Einmal in New York! Schwarzkopf & Schwarzkopf: Berlin 2004. 189 S.; 12,80 €. ISBN 3-89602-608-9.

Dieses Buch ist die persönliche Reportage über das bundesweit bestens bekannte Unternehmen „Von Null auf 42“. Viele werden dies aus dem Fernsehen kennen. Iris Gehrmann, halbtags berufstätig, Hausfrau und Mutter zweier Kinder, war dabei und hat darüber ein bemerkenswertes Tagebuch geschrieben, das am Donnerstag, dem 5. September 2002 beginnt und am Sonntag, 16. November 2003 endet.

Höhepunkt war dabei die Teilnahme am New York City Marathon am Sonntag, dem 2. November 2003 („Der große Tag ist da“). Mindestens genau so wichtig und lesenswert ist aber das, was davor und danach geschah: das Auswahlverfahren, die Vorbereitung … und endlich dann wieder zurück in Berlin.

Das Vorwort hat übrigens Dr. Thomas Wessinghage verfasst, der ärztliche Leiter des Deutschen Zentrums für Präventivmedizin und ehemalige Weltklasseläufer, auf den die Idee „Von Null auf 42“ zurückgeht.

Stefan Grau: Laufschuhe und Laufverletzungen. Biomechanische Bewegungsmerkmale und Verletzungen – dargestellt am Beispiel der Achillessehne. Maurer-Verlag: Geislingen 2003. 170 S.; 19 €. ISBN 3-87517-021-0.

Dieses Buch behandelt ein Thema, das viele Läuferinnen und Läufer aus eigenen leidlichen Erfahrungen sicher brennend interessiert. Allerdings handelt es sich um eine wissenschaftliche Abhandlung, die womöglich als Dissertation zum Erwerb eines Doktorgrades eingereicht wurde, obwohl es dazu keinen Hinweis im Buch gibt.

Der Autor, ein studierter Physiker, Sportwissenschaftler und Sportmediziner hat jedenfalls eigene Untersuchungen zum Abrollvorgang bei „Patienten“ und „Gesunden“ durchgeführt, der offenbar als zentraler Faktor von chronischen Achillesbeschwerden gilt.

Als weitere Faktoren kommen hinzu: das kalendarische Alter und der Körperfettanteil von Läufern, zu hohe Trainingsintensität und die Oberflächenbeschaffenheit der Laufstrecke (unebenes Gelände, nicht aber die Härte des Terrains ist dabei offensichtlich ausschlaggebend).


Kurt Hahn: 60 Marathonstrecken hat eine Stunde. Wie es weiterging … Das Jahr 2004. Kopierwelt Thoms: Hamburg 2005. 110 S.; 5 €.

Dieses Buch ist die aktuelle Fortsetzung einer Idee des Autors, die schon seit einigen Jahren existiert. Gesucht werden Männer und Frauen, die sich darauf einlassen, im Laufe vieler (mindestens) 60 Marathons eine Stunde zu füllen – das bedeutet:

Jeder Marathon muss mit einer anderen Minuten-Endzeit abgeschlossen werden, bis dann irgendwann eine Stunde voll ist. Über diese „irre Idee“ wird im neuen Heft berichtet. Selbstverständlich sind auch alle namentlich mit ihren Zeiten dort aufgeführt, die gegenwärtig hart daran „arbeiten“ bzw. laufen und die dieses Stunden-Ziel bereits erreicht haben.

Weitere Infos zum Wettbewerb über den Autor und Ideengeber Kurt Hahn, Kerbelweg 9, 22337 Hamburg oder unter

www.marathonziel60.de.

Robert Hartmann: Läufergeschichten aus Afrika. Dr. Harald Schmid Verlag: Hasselroth 2004. 172 S.; 19,90 €. ISBN 3-93810101-6.

Dieses Buch enthält 32 meist kurze und zugleich kurzweilig geschriebene Geschichten über bekannte und weniger bekannte afrikanische Läuferinnen und Läufer: Heldenhaftes und Anekdotisches, Bescheidenes und Fremdes. Jeder sollte hier seine eigenen Leseerfahrungen machen – zumal der Band auf ausgezeichnete Weise das expandierende Genre der Laufliteratur bereichert und seinesgleichen noch sucht.

Zum Autor Robert Hartmann sei noch erwähnt, dass er (Jahrgang 1940) mehrere Jahrzehnte als Journalist u. a. für die Frankfurter Allgemeine (FAZ) und die Süddeutsche Zeitung, aber auch für die Berliner Zeitung und den Züricher Tagesanzeiger gearbeitet hat.

Er gilt als profunder Kenner der internationalen und insbesondere der afrikanischen Laufszene und besitzt sogar mittlerweile ein eigenes Haus auf der Kazi-Mingi-Farm von Kipchoge Keino in Kenia. Ein Blick in das Personenregister des Büchleins verrät, über wen Hartmann seine Geschichten geschrieben hat: z. B. Filbert Bayi, Amos Biwott, Wilson Kipketer, Daniel Komen, Tekla Loroupe, Moses Tanui und nicht zuletzt Paul Tergat, der 2003 in Berlin beim 30. real,- BERLIN-MARATHON  die immer noch bestehende Weltbestzeit (2.04:55) im Marathon lief.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich hinter der Adresse Dr. Harald Schmid Verlag in Hasselroth tatsächlich der frühere international äußerst erfolgreiche 400-m-Hürdenläufer und Europameister verbirgt.


Günter Herburger: Schlaf und Strecke. A 1 Verlag: München 2004. 356 S.; 19,80 €. ISBN 3-927743-74-7

Dieses Buch ist nach „Lauf und Wahn“ (Frankfurt 1988) sowie „Traum und Bahn“ (München 1994) quasi der jüngste Band in einer Trilogie des mittlerweile 72-jährigen Günter Herburger, der als prominentester und profiliertester deutschsprachiger Lauf-Autor gilt und der sich seit vielen Jahren buchstäblich dem schreibenden Laufen und dem laufenden Schreiben verschrieben hat.

Immer sind es – wie G. H. selbst einmal über sich in einem Interview gesagt hat – lange Laufstrecken draußen unterwegs und lange Strecken drinnen am Schreibtisch, die ihm gut tun: „Liefe ich nicht, das sagte ich schon vorher, wäre ich tot. Wahrscheinlich.“

Diese Devise galt gestern, sie gilt heute und sie wird vermutlich auch morgen noch für ihn gelten. Sein jüngstes Werk „Schlaf und Strecke“ hat er übrigens persönlich erstmals der Öffentlichkeit beim 4. internationalen literaturfestival berlin (ilb) 2004 vorgestellt, in das zwei Tage vor dem 31. real,- Berlin-Marathon auch der 15. Literatur-Marathon integriert war.

Inhaltlich besteht das Buch aus 32 detaillierten Streckenreportagen aus Emmental, Turin, Paris, Amsterdam, Prag und anderswo.


Die Serie „Bücher zum Laufen - laufend neu“ wurde konzipiert und zusammengestellt von Dr. Detlef Kuhlmann, dem langjährigen Ressortleiter Kultur beim real,- Berlin-Marathon, im Hauptberuf Sportwissenschaftler an der Freien Universität Berlin (derzeit auf einer Vertretungsprofessur für Sportpädagogik an der Universität Hannover) und natürlich selbst aktiver Läufer beim Sport-Club Charlottenburg (SCC Berlin) sowie ehrenamtlich engagiert bei SCC RUNNING.

Kontakt über: deka@zedat.fu-berlin.de

Die insgesamt siebenteilige Reihe „Bücher zum Laufen – laufend neu“ wird in den nächsten Wochen fortgesetzt, und zwar jeden Samstag um Punkt 12 Uhr … Sie sind herzlich eingeladen, bei der nächsten „Handvoll“ Neuerscheinungen zum Laufen vorbeizuschauen!

 

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