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Catherine Ndereba schafft in Boston als erste Frau vierten Sieg

Beim 109. BAA Boston-Marathon überrascht der Äthiopier Hailu Negussie die Kenianer

19.04.2005

Die dreimalige Siegerin Uta Pippig startet den 109. Boston-Marathon.
© Victah Sailer

Eine historische Leistung bei den Frauen und eine Überraschung bei den Männern gab es beim 109. BAA Boston-Marathon, der am traditionellen Montags-Termin in Hopkinton gestartet wurde und im Zentrum von Boston endete. Die Kenianerin Catherine Ndereba gewann als erste Frau zum vierten Mal den Boston-Marathon. Die Marathon-Olympia-Zweite lief 2:25:13 Stunden und war damit wie schon vor einem Jahr vor Elfenesh Alemu (Äthiopien/2:27:03) im Ziel. Dritte wurde Bruna Genovese (Italien) in 2:29:51.

Bei den Männern stoppte Hailu Negussie die kenianische Siegserie in Boston. Dreimal in Folge hatten die Kenianer zuletzt gewonnen, und bei den letzten 14 BAA Boston-Marathons war der Sieger 13 Mal aus Kenia gekommen. Nun lief Hailu Negussie in einem relativ langsamen Rennen nach 2:11:45 Stunden als Sieger ins Ziel und wurde damit ebenso wie Catherine Ndereba mit 100.000 Dollar Siegprämie belohnt. Zweiter wurde Wilson Onsare (Kenia) in 2:12:21, Dritter war Benson Cherono (Kenia) mit 2:12:48.

20.405 Läufer hatten sich für den BAA Boston-Marathon gemeldet, 17.549 erreichten schließlich das Ziel. Den Startschuss bei den Frauen hatte die dreimalige Siegerin Uta Pippig gegeben. Uta Pippig war einst die erste, der ein Dreifach-Triumph in Folge in Boston gelang. Fatuma Roba (Äthiopien) schaffte dies ebenfalls danach. Dreimal in Folge gewann Catherine zwar nicht, aber durch die Siege von 2000 und 2001 sowie nun 2004 und 2005 ist sie die erste Vierfach-Siegerin in Boston. „Ich fühle mich großartig und danke Gott, dass ich hier Geschichte schreiben konnte“, erklärte Catherine Ndereba.

Nach der Hälfte der Strecke hatte die Kenianerin noch einen deutlichen Rückstand. Elfenesh Alemu hatte sich zusammen mit der Rumänin Nuta Olaru abgesetzt. Sie hatten die Hälfte der Distanz nach 1:12:11 Stunden zurückgelegt, während Ndereba diese Marke erst nach 1:13:31 an vierter Position erreicht hatte. „Am Anfang hatte ich das Gefühl, also ob sich meine Beine schwer anfühlen. Deswegen habe ich zunächst versucht, locker zu laufen“, erklärte Catherine Ndereba.

Während Alemu sich dann kurz vor der 25-km-Marke von Olaru löste, kam Catherine Ndereba langsam ins Rennen und holte auf. Sie hatte bereits 30 Sekunden gut gemacht. Am gefürchteten Heartbreak Hill holte Ndereba die Führende ein. Bald darauf löste sie sich von Alemu, die wie im vergangenen Jahr nur Zweite wurde. „Ich bin schneller geworden und habe mich dabei immer besser gefühlt“, erklärte Catherine Ndereba.

Im Männerrennen führte ebenfalls ein Duo für längere Zeit. Stephen Kiogora (Kenia) und Khalid El Boumlili (Marocco) erreichten die Hälfte der Strecke nach 66:11 Minuten und hatten einen Vorsprung von 31 Sekunden auf die Verfolger. Doch wenige Kilometer später hatte sie die Spitzengruppe eingeholt. Neben Kiogora und Negussie waren vier weitere Kenianer mit dabei: Robert Cheruiyot, Wilson Onsare, Benson Cherono und Timothy Cherigat, der Vorjahressieger, der in der neuen KIMbia-Gruppe von Dieter Hogen betreut wird.

Nach der 20-Meilen-Marke forcierte Hailu Negussie plötzlich sehr stark die Pace. Nur Robert Cheruiyot konnte anfangs noch mithalten, fiel aber bald zurück. Das war die Entscheidung. „Der Boston-Marathon wird als das Marathonrennen schlechthin angesehen, deswegen bin ich stolz, hier gewonnen zu haben“, erklärte Hailu Negussie später.

 

Ergebnisse, Männer:

1. Hailu Negussie                       ETH      2:11:45

2. Wilson Onsare                       KEN      2:12:21

3. Benson Cherono                    KEN      2:12:48

4. Alan Culpepper                      USA      2:13:39

5. Robert Kipkoech Cheruiyot    KEN      2:14:30

6. Timothy Cherigat                     KEN      2:15:19

7. Benjamin Kipchumba                KEN      2:15:26

8. Andrew Letherby                       AUS      2:16:38

 

Frauen:

1. Catherine Ndereba              KEN    2:25:13

2. Elfenesh Alemu                    ETH     2:27:03

3. Bruna Genovese                  ITA      2:29:51

4. Svetlana Zakharova             RUS    2:31:34

5. Madina Biktagirova             RUS    2:32:41

6. Lyubov Morgunova             RUS    2:33:24


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