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Wieduwilt Geschwister gewinnen Inliner-Dreikampf in Hüfingen

Zweiter Wertungslauf zur German Blade Challenge

24.05.2005

Es war das erwartet große Inline-Fest. Nicht weniger als 188 (!) nationale und internationale Skater/Innen waren für den Drei-Etappen-Lauf in Hüfingen gemeldet, der erstmals als GBC-Wertungsrennen ausgetragen wurde. Dabei war man besonders gespannt darauf, wie die deutschen GBC-Teilnehmer im Vergleich zu den international startenden Teams abschneiden würden.

1.Tag  - Freitag, 20.5. Last Man/Woman Out

Bereits am Freitag reisten die meisten der GBC-Teams mit einer Abordnung zum Last Man/Woman Out an. Wie bei der GBC üblich gab es für mindestens zwei – und höchstens drei Teilnehmer pro Team Teampunkte zu gewinnen. Bereits hier unterstrich Nico Wieduwilt seine Ambitionen und entschied den Sprintwettbewerb auf der eigens verkürzten 900Meter Innenstadtrunde in Hüfingen für sein Creative-Rollerblade-Team vor Lokalmatador Mathias Schwierz (Tuttlingen) und David Hensel. Bester Vereinsfahrer für die neue GBC-Vereinswertung wurde Benjamin Tippmann (Blau Gelb Groß Gerau) auf dem 8. Platz von 23 Fahrern. Bei den Damen überraschte Tina Strüver (Verducci) mit einem hauchdünnen Sieg vor Sandra Wieduwilt (Powerslide) – und eröffnete damit den alles beherrschenden Zweikampf in der Damenkonkurrenz. Das vorgesehene Last Women Out Rennen konnte aber in Ermangelung von Teilnehmerinnen (nur fünf Starterinnen) nur als 5-Runden Rennen ausgetragen werden.

2.Tag - Samstag, 21.5.

Etappe 1: Einzelzeitfahren

Mit dem Einzelzeitfahren – eine Innenstadtrunde von 1,5 KM musste gefahren werden – begann die Qowaz Inline Challenge pünktlich um 15.30 Uhr. Mit besonderer Spannung wurde das Abschneiden der internationalen Teams beobachtet, die im ersten Startblock im 10 Sek. Abstand auf die Strecke geschickt wurden. Der Beste Fahrer dieses Start-Blocks war Thomas Fortin (RollX, Frankreich) mit 2:16,16 Minuten auf Rang 7. Die als Mitfavoriten gehandelten Zepto-Fahrer Christian Domscheit (2:18,21 Min., Platz 17) und Markus Pape (2:17,71 Min., Platz 15) konnten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Einsetzender Regen hatte den kurvenreichen Kurs glitschig gemacht. Vielleicht war das der Grund für das deutlich schlechtere Abschneiden gegenüber den im zweiten Block gestarteten GBC-Fahrern. Den „Coup“ des Tages landeten dabei die gemäß GBC-Prolog als letzte startenden „Crative-Rollerblade“-Fahrer: Sie verließen den etwa 6 Meter langen Starttunnel, im Gegensatz zu allen anderen Fahrern des Einzelzeitfahrens,  „mit Anlauf“ – also vom hinteren Ende des Tunnels. Diese „Cleverness“ brachte Hüfingen-Vorjahressieger Kai Menze den sicheren 1. Platz. Mit 2:09,90 Min. waren er und Teamkollege Nico Wieduwilt (2:11,45 Min.) auffällige 2 Sekunden schneller als der Rest – angeführt von Clemens Rubick mit 2:12,47Min. auf dem dritten Platz. Unspektakulär dagegen die Damen: Sandra Wieduwillt (2:26,50 Min.) vor Tina Strüver (2:26,63 Min.) und Sabrina Rossow (2:30,61 Min.).
Etappe 2: Marathon

Die Königsetappe startete mit 10 Min. Verspätung: Am Stadttor musste eine nicht zurückgebaute Streckensperre der Feuerwehr Hüfingen  - „Nein, die fahren hier nicht lang“ – zunächst höchst(kampf-)richterlich entfernt werden. Dann aber entwickelte sich erstmals echtes Tour-Flair. Mit „La Ola Wellen“ feierte die Hüfinger Bevölkerung (vollständig angetreten ?) jede vorbeiziehende Fahrergruppe. Besondere Aufmerksamkeit zogen dabei „der Berg“, eine etwa 400 Meter lange heftige Steigung in „Hausen vor Wald“ , und die Kurve am Stadttor Hüfingen  („Feuerwehrkurve“) auf sich. Mit freundlich drapierten Matratzen wurden die Stürze avisiert, ein sicherer Publikumsmagnet. Und am Berg gab es für die fällige Bergwertung Zeitgutschriften von bis zu fünf Sekunden – und die damit verbundenen herzhaft-kraftvollen Antritte gegen Berg und Bein.

Fremdartig anmutende Besonderheiten

Der “Hüfinger“ feiert diese auf uns Flachländer eher fremdartig anmutenden Besonderheiten mit fröhlichen Anfeuerungen.  Eindeutiger Bergkönig mit 18 Bonuspunkten wurde Clemens Rubick  vor Nico Wieduwilt (11 Pkt.) und Benjamin Zschätzsch (6 Pkt.). Rubick gewann drei von vier Bergwertungen – ebenso wie Tina Strüver (18 Pkt.) die am Berg eine Vorentscheidung im Zweikampf mit Sandra Wieduwilt (14 Pkt.) erzwingen wollte. Die ließ sich allerdings nicht abschütteln. Und so kam es dann trotz viermaligem selektiven Anstieg zu einer Spurtentscheidung des auf 7 Fahrerinnen abgeschmolzenen Spitzenfeldes. Diesen gewann Tina Strüver mit 1:23:40,63 Std. vor Sandra Wieduwillt (1.23:41,02 Std) und Denise Kessler (1:23:41,21 Std.).

Blitzantritt

Bei den Herren düpierte Thomas Fortin (1:10:37,49 Std.) die 11 in der Spitzengruppe verbliebenen deutschen Spitzenfahrer mit einem Blitzantritt. Mit wenigen schnellen Schritten beschleunigte er aus der Kurve einen Vorsprung von etwa 20 Metern heraus – den er auf der engen 1 KM - Schlussrunde in Hüfingen souverän ins Ziel brachte. Ein sichtlich spurt- und formstarker Benjamin Zschätzsch (1:10:39,55 Std.) gewann den Spurt der Verfolger vor Nico Wieduwillt (1:10:39,70 Std.), David Hensel (1:10:39,98 Std.) und Christian Domscheit (1:10:40,53 Std.).

Während der anschließenden Party auf dem Hüfinger Marktplatz wurden die Bilder des Tages auf eine Großbildleinwand projiziert – und zu Livemusik gefeiert. Respekt!

3.Tag - Sonntag, 22.5.2005

3. Etappe: Halbmarathon

Die gelungene Party des Vorabends steckte einigen Fahrern noch in den Knochen. So wurde die Auftrennung der Starterfelder in zwei Läufe durchaus begrüßt, da sie zu einem späteren Start des Elitefeldes führte. Zunächst starteten die letzten 75 Herren der Wertung, danach die Damen und im Anschluss die 75 führenden Fahrer in einem jeweils abgeschlossenen Rennen.  Auf dem etwas erweiterten Hüfinger Innenstadtkurs wurden 8 Runden gefahren. Nach jeder Runde gab es im Ziel eine Sprintwertung mit Bonuspunkten. Analog zum Vortag wurden 5/3/2/1Sekunden Zeitgutschrift für Platz 1 – 4 des jeweiligen Spurts verteilt.

Bei den Damen ließ Sandra Wieduwilt (40:36,99 Min.) nichts mehr anbrennen und entschied sechs von sieben (!) Sprints sowie den Schlussspurt für sich – jeweils gefolgt von Tina Strüver (40:37,39 Min.).

Sandra Wieduwilt

Damit war Sandra Wieduwilt der Gesamtsieg in 2:05:57,51 Std. nicht mehr zu nehmen. Sechs Sekunden – oder drei gewonnene Sprintprüfungen – betrug am Ende ihr Vorsprung auf Tina Strüver (2. Platz, 6,14 Sek. zurück). Beide waren mit ihren Leistungen entsprechend zufrieden und „eine Klasse für sich“. Auf den Rängen folgten Annette Frik (43,12 Sek. zurück) und Miriam Lang (49,83 Sek. zurück), die in der Halbmarathonwertung auf Grund eines vom Schiedsrichter-Motorrad verursachten Sturzes vorplatziert wurden und damit Nina Spilger und Dennise Kessler auf Platz 5 und 6 des Gesamtklassements verwiesen.   

Hartes „Gekeule“

Bei den Herren entwickelte sich hingegen ein hartes „Gekeule“ um die jeweiligen Sprintwertungen. Nico Wieduwillt (19 Pkt.), Benjamin Zschätzsch (18 Pkt.) und Thomas Fortin (16 Pkt.) schenkten sich nichts. Dies führte zu entsprechend verschärftem Einsatz der vier aufgestellten Schiedsrichter-Cams. Hart traf es dann ausgerechnet Benjamin Zschätzsch  – der für eine Behinderung in einem Spurt deplatziert wurde und dadurch eine Spurtgutschrift von 5 Sekunden verlor.

Dies trübte seinen herausragenden und hauchdünnen Halbmarathon-Spurtsieg in  34:51,65 Min. - eine Hundertstel Sekunde vor Spurtspezialist Mathias Schwierz (34:51,66 Min.), seinem Bruder Daniel Zschätzsch (34:51,76) und Christian Domscheit (34:51,86 Min.).

Für den Gesamtsieg hatte es aber nicht mehr genügt. Nico Wieduwilt (1:47:13,46 Std.) hatte genau mitgerechnet und seine Spurtpunkte verschafften ihm den nötigen Vorsprung vor Zschätzsch. Dessen Spurtdeplatzierung wirkte sich aber im Kampf um Gesamtplatz Zwei aus, den nun Clemens Rubick mit 8,59 Sek. Rückstand für sich verbuchen konnte – vor Benjamin Zschätzsch (9,75 Sek. zurück).

Damit bleibt Clemens Rubick auch Führender der GBC Gesamtwertung mit 80 Punkten vor Nico Wieduwilt (66 Pkt.) und Mathias Schwierz (54 Pkt.). Bei den Damen führt Sandra Wieduwilt unangefochten mit der Maximalpunktzahl 100 aus zwei Rennen vor Tina Strüver (52 Pkt.) und Sabrina Rossow (50 Pkt.).

Bestes Vereinsteam – und führend in der neueingeführten GBC-Vereinswertung nach zwei Wertungen - wurde Blau Gelb Groß Gerau, angeführt von Benjamin Tippmann auf einem hervorragenden 39. Platz im Gesamtklassement (1:57:30,03 Std.).

Spannendes Wochenende

Ein enorm spannendes Wochenende fand durch die bereits beim ersten GBC- Wertungsrennen eingesetzten Kameras ein emotional aufgeladenes Ende. Dass unsere Schiedsrichter für ihre unverzichtbare Arbeit Freizeit und Energie opfern – von der unzureichenden Aufwandsentschädigung einmal ganz abgesehen- sollte von allen Beteiligten mit entsprechendem Respekt vor den gefällten Entscheidungen honoriert werden. Entscheidungen können dabei auch immer persönliche Härten bedeuten. Trotzdem erfordert auch in solchen Fällen der “Sportsgeist“ die Anerkennung dieser Urteile.

Den Hüfinger Veranstaltern ist es gelungen, die Qowaz Inline Challenge mit der German Blade Challenge zu verbinden und erneut eine herausragende Dreitagesveranstaltung mit Prädikat hinzulegen. Glückwunsch und Danke den drei Brüdern Sauser nebst Familienanhang & Kinderwagen.

Karsten Schölermann


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