41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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10.000 m Meisterschaften - Typische Meisterschaftsrennen auf Oberwerth

Sabrina Mockenhaupt hilft Eva-Maria Stöwer zum Juniorentitel – Jan Fitschen 10 000 m-Meister dank drei 60-Sekunden-Runden – Beide Staffeltitel an LC ThüringenGas Erfurt

29.05.2005

Wer konnte es den Akteuren verdenken? Die unerwartete Hitzewelle ließ im einstigen Leichtathletik-Mekka Oberwerth in Koblenz allenfalls Badefreuden aufkommen, keineswegs aber engagierte, von der ersten Runde an ambitionierte Titeljäger auf der Jagd nach guten Endzeiten und Qualifikationsresultaten für die internationalen Saisonhöhepunkte. Unter derartigen Voraussetzungen sind die Leistungen von Sabrina Mockenhaupt und Jan Fitschen bzw. der hartnäckig um Anschluss bemühten späteren Juniorenmeister Eva-Maria Stöwer und André Pollmächer allenfalls für die Rubrik „Meistertafel“ von Interesse, die vielmals zitierte Chance auf gute Endzeiten müssen die Akteure jedenfalls nun bei einer späteren Gelegenheit suchen. „Die Gelegenheiten dazu sind allerdings sehr spärlich gesät“, kommentierte Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann die Hoffnung auf eine „zweite Chance“.

Bei den Rahmenbedingungen der Meisterschaftsrennen auf Oberwerth hatte sich Uhlemann im Verbund mit Cheftrainer Jürgen Mallow vergeblich um eine Verlegung des an sich großzügig gestalteten Zeitplanes bemüht. „Wir sind an den Einwänden der örtlichen Wettkampfleitung gescheitert. Das darf und kann künftig nicht mehr sein! Der Leistungssport muss hier mehr Einfluss erhalten“ mussten letztlich die im Laufbereich verantwortlichen Leistungssport-Experten resignierend erkennen.

In einem Punkt konnten sich Mallow und Uhlemann erfolgreich durchsetzen, der 5000 m-Wettbewerb der Mädchen wurde ans Ende der Veranstaltung gesetzt – und leider nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt.

„DM im Paarlaufen“

Mockenhaupt und Stöwer, Fitschen und Pollmächer hießen letztlich die spannenden Duelle in der Endphase der beiden auf 25 Runden angesetzten Bummelrennen, so dass Detlef Uhlemann lachend von einer „DM im Paarlaufen“ sprechen konnte. Allerdings sorgte sich Sabrina Mockenhaupt eher fürsorglich um die 20jährige Eva-Maria Stöwer, nahm die couragiert mitlaufende Hochsauerländerin schon frühzeitig in den Schlepp an der Spitze der auseinander gerissenen Spitzengruppe, versorgte sie mit dem kühlenden Schwämmen und hatte am Ende noch genügend Power, um mit einer famosen 66er Schlussrunde noch eine Galavorstellung für die Zuschauer abzuliefern. „Das Rennen war im Prinzip einfach für mich“ gestand „Mocki“ vor laufenden TV-Kameras, „obwohl man die Hitze nicht unterschätzen sollte. Und zur Renngestaltung: „Aber bevor ich alleine an der Spitze herumtingele, da helfe ich lieber einer jungen Läuferin wie Eva-Maria, die einfach ein Klasse Rennen gelaufen ist!“ Und diese gab, zwar völlig ausgelaugt, die Glückwünsche postwendend zurück: „Das war toll von Sabrina, wie sie mir geholfen hatte. Ich hätte zwar gerne die eine oder andere Runde mehr geführt, aber es ging einfach nicht!“

Mocki’s Shoppingtour in Berlin mit fast tragischem Ende

Sabrina Mockenhaupt war angesichts einer leichten Rippenprellung, die sie sich nach ihrem Sieg beim 22. AVON-Frauenlauf in Berlin bei einem Einkaufsbummel zugezogen hatte, als eine Autofahrerin die unaufmerksam eine Straße überquerende „Mocki“ auf die Motorhaube genommen hatte, keineswegs unzufrieden mit der geringen Gegenwehr der Konkurrenz. „Wenn ich überlege, dass meine Unaufmerksamkeit in Berlin fast das Karriereende hätte bedeuten können, dann bin ich einfach nur froh darüber, dass ich heute praktisch keine Konkurrenz hatte.

Das war in Borna noch anders, denn dort galt Irina Mikitenko als klare Favoritin und ich die Herausforderin“. Inzwischen hat sie gelernt,  mit der Favoritenrolle als „everybody’s darling“ geschickt und sympathisch umzugehen.

Junior André Pollmächer fordert Jan Fitschen zur Höchstleistung heraus

„Zäh“, kommentierte Jan Fitschen den Rennverlauf der Männer, schließlich war eine sechs- teilweise auch achtköpfige Spitze deutlich über einer 30-Minuten-Endzeit unterwegs. „Ich hätte es gerne etwas schneller gehabt, aber alleine kann ich es auch nicht. Zumal es eher ein Test auf eine Überdistanz hatte sein sollen“. Nach fast zweijähriger Abstinenz ist der Wattenscheider nun wieder ordentlich zurück, bestens gerüstet zum DM-Heimspiel. „Da möchte ich ganz oben stehen!“

Fitschens Taktieren wurde zum Ärgernis für Junior André Pollmächer, der sich bereits bei der European Challenge in Barakaldo die Teilnahme bei der U 23-EM in Erfurt sichern konnte. „Ich wurde immer wieder von den fast zehn Jahre älteren Konkurrenten zum Tempomachen aufgefordert! Das kann doch auch nicht sein!“ Als es letztlich zum finalen Show-down kam, gelang Jan Fitschen erst dank drei 60-Sekunden-Runden der Sprung auf das Meistertreppchen.

Beleg für die Kampfstärke und das Selbstvertrauen, das der Chemnitzer im Oberwerth-Stadion offenbarte. Gegen diese Tempohärte musste Vorjahresmeister Oliver Dietz ebenso kapitulieren wie Embaye Hedrit, der wie im Vorjahr nur Vierter wurde.

Staffeltitel an die Erfurter Mittelstreckler

Die beiden Staffelentscheidungen des Abends gingen an den LC ThüringenGas Erfurt und das Trainergespann Dieter Herrmann und Dieter Fromm. Während Kathrin Trauth in Abwesenheit der Watterscheider Staffel (mit Monika Gratzki und Janina Goldfuß) schon frühzeitig das Rennen entscheiden konnte, musste Stephan Eberhardt nach seinem glänzenden Auftritt am Vortag in Dessau bis auf die Ziellinie um den Titel bangen.

Die Dortmunder mit Steffen Co als Schlussläufer erwiesen sich als die erwartet schweren Gegner. Mit sechs Hundertstel Vorsprung fiel die Entscheidung ähnlich knapp aus wie im Vorjahr, als die Erfurter um die Winzigkeit von einem Hundertstel gegen Pirna unterlagen. Großer Jubel im Team der Gerolsteiner LGV, die mit Schlussläufer Marc Kowalinski sogar bis wenige Meter noch nach den Gold greifen durften, dann aber noch auf Rang drei abgedrängt wurden. „Das ist doch für unseren kleinen Verein ein super Erfolg“, freute sich ohne Wenn und Aber der GLV-Schlussläufer im Ziel.

Wilfried Raatz

Deutsche Meisterschaften 10 000 m/ 5000 m und Staffeln -
Koblenz/ Stadion Oberwerth (28. Mai 2005)


Ergebnisse:

Männer/ Junioren: 10 000 m:1. Jan Fitschen (TV Wattenscheid) 29.55,44, 2. André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz) 29:59,52 (1. Jun), 3. Oliver Dietz (LG Braunschweig) 30:08,77, 4. Embaye Hedrit (LG Braunschweig) 30:12,58, 5. Stefan Koch (TV Wattenscheid) 30:13,27 (2. Jun), 6. Sebastian Hallmann (LAV ASICS Tübingen) 30.18,66, 7. Carsten Wenzek (SSC Hanau/Rodenbach) 30:52,01, 8. Dennis Pyka (LG Domspitzmilch Regensburg) 31:02,86, 9. Tom Scharff (Schweriner SC) 31:08,10 (3. Jun), 10. Oliver Uhlig (SC DHfK Leipzig) 31:14,32.

3 x 1000 m:1. LC ThürngenGas Erfurt (Moormann, Freimann, Eberhardt) 7:17,92, 2. LG Olympia Dortmund (Chayriguet, Varnhagen, Co) 7:17,98, 3. Gerolsteiner LGV (Pfeil, Schuff, Kowalinski) 7:18,71, 4. LC ASICS Rehlingen 7:19,96, 5. LAC Berlin 7:20,33, 6. LG Braunschweig 7:22,93, 7. LAV ASICS Tübingen 7:23,00, 8. TSG Heilbronn 7:24,03.

Frauen/ Juniorinnen: 10 000 m:1. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) 34:36,43, 2. Eva-Maria Stöwer (LAC Veltins Hochsauerland) 35:02,95 (1. Jun), 3. Michaela Schedler (Post-Sport Telekom Trier) 35:10,05, 4. Andrea Stengel (LG Domspitzmilch Regensburg) 36:32,46, 5. Simret Restle (TuS Eintracht Wiesbaden) 36:36,80 (2. Jun), 6. Veronika Ulrich (LG Neu-Isenburg-Heusenstamm) 36:56,42, 7. Fakja Hofmann (LG Domspitzmilch Regensburg) 37:22,50, 8. Christine Schleifer (LV Biet) 37:26,24 (3. Jun).

3 x 800 m:1. LC ThüringenGas Erfurt (Klose, Trauth, Hartmann) 6:27,65, 2. TSV Bayer Leverkusen (Janssen, Bühler, de Haan) 6:32,35, 3. LAC Quelle Fürth/ München/ Würzburg (Hiller, Schnurrenberger, Becker) 6:35,37, 4. USC Mainz 6:39,31, 5. LT DSHS Köln 6:45,51, 6. LG Domspitzmilch Regensburg 6:45,96, 7. TSG Bergedorf 6:46,50, 8. LG Nordheide 6:49,46.

Weibliche Jugend: 5000 m:1. Susi Lutz (LG Domspitzmilch Regesnburg) 17:17,06, 2. Daniela Oemus (LC Dübener Heide) 17:30,06, 3. Rhea Richter (LG MTV/ Gut-Heil Itzehoe) 17:31,21, 4. Jana Bürgelt (Dresdner SC) 17:43,28, 5. Lara Belke (LAC Veltins Hochsauerland) 17:53,08, 6.Anna Chase (TSV Bayer Leverkusen) 18:01,54, 7. Maria Müller (Schweriner SC) 18:09,15, 8. Annika Reinartz (LAZ Puma Troisdorf/ Siegburg) 18:16,80.

wira


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